Während die beiden Mitsubishi Pajero Evolution-Piloten Stéphane Peterhansel und Hiroshi Masuoka ihre Doppelführung auf der 14. Etappe der Rallye Dakar souverän verteidigten, machte Andrea Mayer in der Gesamtwertung sogar einen Sprung nach vorne: Die Werkspilotin aus dem Allgäu verbesserte sich zusammen mit Beifahrer Andreas Schulz vom sechsten auf den fünften Rang der Gesamtwertung. „Das war ein guter Tag für uns. Weder fahrerisch noch beim Navigieren gab es Probleme“, sagte Andrea Mayer. Das deutsche Duo vermiet auf den 548 Wertungskilometern zwischen Ayoûn el’Atroûs und Tidjikja in Südmauretanien unnötige Risiken und belegte Platz acht der Tageswertung (+ 35.41 Minuten).
Spitzenreiter Stéphane Peterhansel fuhr hinter Luc Alphand (BMW, 6:51.07 Std.) und Colin McRae (Nissan, + 14,20 Min.) die drittschnellste Zeit des Tages (+ 18.30 Min.). „Die Prüfung war zu Beginn sehr schnell, dann wurde sie anspruchsvoller, als wir auf die buckeligen Kamelgras-Pisten kamen und über Dünen mussten. Leider sind wir nach knapp 150 Kilometern vom Kurs abgekommen“, erklärte Peterhansel.
Hiroshi Masuoka musste wegen eines Reifenschadens rechts vorne vor dem ersten Kontrollpunkt einen Zwangsstopp einlegen. Der Japaner nahm es ebenso gelassen wie einen kleinen Navigationsfehler: „Es war unser erster Plattfuß in diesem Jahr. Danach haben wir uns noch zusammen mit Stéphane verfahren.“ Auf den letzten drei Prüfungen will er auch er keine unnötigen Risiken eingehen: „Theoretisch ist morgen meine letzte Chance, Stéphane zu überholen. Praktisch ist es aber nicht möglich, selbst wenn ich alles gebe. Daher werde ich es ruhig angehen.“ Rund eine Stunde trennt die beiden Teamkollegen an der Spitze des Feldes.
Alle drei Werks-Mitsubishi erreichten das Biwak in Tidjikja ohne technische Probleme. Ein großer Vorteil, denn am Abend dieser so genannten „Marathon-Etappe“, müssen die Teams auf die Hilfe der Service-Crew verzichten. „Einzig die Besatzungen der beiden im Wettbewerb startenden Race-Trucks dürfen mit Hand anlegen. Auf die warten wir jetzt und werden die Autos dann gemeinsam auf die morgige Prüfung vorbereiten“, erklärte MMSP Team-Direktor Dominique Serieys die Besonderheiten des 14. Wettbewerbtages. Die drittletzte Dakar-Etappe am Freitag, den 16. Januar, führt über 579 Wettbewerbskilometer von Tidjikja nach Nuakchott an die mauretanische Küste.
Die beiden Volkswagen Race-Touareg überzeugten auf der 14. von 17 Etappen erneut mit hoher Standfestigkeit und guten Platzierungen. Jutta Kleinschmidt und Fabrizia Pons setzten mit der sechstbesten Zeit ihre seit genau einer Woche andauernde Serie von Etappen-Platzierungen im Spitzen-Sextett fort. Auch Bruno Saby und Co-Pilot Matthew Stevenson bewiesen eine konstante Form und festigten mit der neuntbesten Zeit trotz eines Reifenschadens ihren siebten Gesamtrang. Nach dem Ausfall eines Race-Trucks in der Vorwoche und einem Rückschlag für den verbliebenen in Wertung fahrenden Lastwagen des Volkswagen Teams - die einzige zulässige Hilfe für die beiden Race-Touareg auf der heutigen Marathon-Etappe - legten die beiden Fahrer und ihre Co-Piloten im abendlichen Service selbst Hand an.
„Es läuft zur Zeit richtig gut für uns“, fand Jutta Kleinschmidt positive Worte. „Es macht Spaß, auch wenn die Etappe heute wieder richtig anstrengend war. Aber genau das liebe ich ja an der Dakar. Was uns heute wieder etwas zu schaffen machte, ist das System zur Regulierung des Reifenluftdrucks. Diese Anlage, im Weltcup erlaubt, wurde erst kurz vor der Dakar frei gegeben - zu spät für uns, um diese Entwicklung noch umzusetzen.“