Nach zwei Verbindungsetappen ohne Wertung und einem Ruhetag startete das deutlich gelichtete Teilnehmerfeld der Rallye Dakar in die letzte Woche. Nur noch 77 Motorräder, 72 Autos und 41 Lkw sind im Wettbewerb. Damit liegt die Ausfallquote bei den Autos bei rund 50 Prozent. Die 213 Kilometer lange Prüfung zwischen Bobo-Dioulasso in Burkina Faso und der malischen Hauptstadt Bamako war ideal, um wieder in den Wettkampf-Rhythmus zurückzufinden. Die Strecke war schnell, ähnelte in weiten Teilen einer Prüfung in der Rallye-Weltmeisterschaft. „Auf der anderen Seite gab es viel Staubentwicklung und dadurch eine schlechte Sicht“, so Mitsubishi-Werkspilot Stéphane Petehansel, Führender der Gesamtwertung. „Unter solchen Bedingungen kann man sich sein Auto schnell beschädigen. Außerdem mussten wir mehrere Ortschaften passieren. Die Veranstalter haben hier ein sinnvolles Tempolimit von 30 km/h verordnet, was überwacht wurde. Es war aber nicht immer leicht, zu sehen, wo die Zonen begannen. Vorsichtshalber haben wir schon vor den Dörfern das Tempo gedrosselt.“
Weder Peterhansel noch sein Teamkollege Hiroshi Masuoka gingen in Anbetracht ihrer souveränen Doppelführung in der Gesamtwertung ein unnötiges Risiko ein und belegten die Etappen-Plätze drei (+ 5.40 Min.) und vier (+ 6.23 Min.). Tagessieger wurde Luc Alphand (BMW, 1:54.53 Stunden) vor Jean-Louis Schlesser (Schlesser-Ford, + 1.28 Min.).
Auch die Volkswagen Werkspiloten Jutta Kleinschmidt/ Fabrizia Pons und Bruno Saby/Matthew Stevenson mussten sich wieder an das Wettbewerbstempo gewöhnen. Jutta Kleinschmidt ließ an einer Stelle zwei Teilnehmer passieren, wodurch sie rund eine Minute Zeit verlor. Mit den Plätzen fünf für Bruno Saby und sechs für Jutta Kleinschmidt schnitt das Volkswagen Team besser als erwartet ab, beide Race-Touareg zeigten sich für die heutigen Anforderungen erneut gut gerüstet. In der Gesamtwertung festige Saby den siebten Gesamtrang.
„Wir waren sehr bemüht, alle Tempokontrollen einzuhalten, und ließen Luc Alphand und Jean-Louis Schlesser vorbei“, so Jutta Kleinschmidt. „Es war extrem staubig, und die Strecke enthielt einige tückische Schlaglöcher. Es war heute kein normaler Rhythmus beim Fahren möglich. Die Etappe kommt unserem Fahrzeugkonzept nicht unbedingt entgegen. Umso erfreulicher ist das Tagesergebnis.“
Auch Andrea Mayer ließ es locker angehen. Die Sechste der Gesamtwertung fuhr die zehntschnellste Zeit des Tages (+ 11.30 Min.). Im Etappenziel berichtete die 36 Jahre alte Allgäuerin: „Die Prüfung war gut, um wieder in den Rhythmus zu finden. Es gab aber auch viel Staub und eine tückische Walddurchfahrt. Wir schauen nicht mehr nur auf Tagesergebnisse, sondern haben auch immer den Rest der Woche im Blick. Morgen starte ich wie geplant hinter Stéphane und Hiroshi.“
Nach der gemäßigten Prüfung am Montag steht den Fahrern am morgigen Dienstag wieder eine schwierige Aufgabe bevor: Die 478 Kilometer lange Prüfung von Bamako nach Ayoûn El Atroûs in Mauretanien ist geprägt von zahllosen Richtungswechseln und verlangt vor allem den Navigatoren ihr ganzes Können ab.