Bruno Saby ist mit seiner derzeitigen Position zufrieden
Er vermittelt das beruhigende Gefühl, angenehm überrascht worden zu sein - Volkswagen Werkspilot Bruno Saby lässt am Ruhetag der Rallye Dakar in Bobo Dioulasso keinen Zweifel an seiner positiven Gemütslage. Eloquent und mit warmen Worten berichtet der Franzose, wie er sich mit dem Race-Touareg seit Platz 20 auf der fünften Etappe binnen vier Tagen bis auf die siebte Position verbessert hat.
"Der Race-Touareg hat alles, was eine moderne Konstruktion für eine Wüsten-Rallye auszeichnet", so Saby. "Unsere guten Eindrücke beim Test im November haben sich hier bestätigt. Wir haben dank der Datenanalyse gleich einige Fortschritte gemacht und nach der fünften Etappe eine kürzere Übersetzung eingebaut, die sich bestens bewährt hat. Das Konzept ist gut, das Auto sehr leicht zu fahren, und wir haben noch einige Ideen für die Zukunft."
Neben der Technik zeigt sich der Dakar-Sieger von 1993 auch vom Auftritt der Mannschaft von Volkswagen beeindruckt. "Das ist ein sehr bemerkenswertes Team", lobt der aus Grenoble stammende Rallyefahrer. "Die Dakar erfordert eine penible Vorbereitung und war für große Teile der Mannschaft Neuland. Das Wichtigste ist, dass sie diese Herausforderung angenommen und die Rallye zu schätzen gelernt hat. Volkswagen ist der jüngste Neueinsteiger in dieser Disziplin, gleichzeitig ist der Race-Touareg die neueste Konstruktion. Schaut man sich die Zwischenergebnisse und die Liste der Ausfälle vieler Konkurrenten an, sieht das Auto bislang bei seinem Debüt sehr gut aus."
Großen Anteil an der stetigen Verbesserung der Platzierungen hat Copilot Matthew Stevenson. "Er ist ein ebenso guter Navigator wie Mechaniker. Als uns ein Stein den hinteren linken Bremssattel zerschlagen hat, wusste Matthew sofort eine Lösung. Seine Leistungen als Beifahrer sind schlichtweg exzellent", freut sich Saby.
Sechs Wertungsprüfungen und 2031 Kilometer auf Zeit bis zum Ziel in Dakar am 18. Januar liegen noch vor Saby/Stevenson. "Die Strecke ist nicht unbedingt härter als in manchen Vorjahren. Aber es wirkt so brutal, weil zuletzt viele lange Prüfungen direkt aufeinander folgten. Von Mittwoch bis Freitag stehen uns erneut drei intensive Tage in Folge bevor. Wir müssen wachsam bleiben, unser Tempo halten und Fehler vermeiden", so Saby. Würde er sich über den Sieg seines in Führung liegenden Landsmanns Stéphane Peterhansel freuen? "Ich bewundere Stéphane, der die Dakar bereits sechs Mal auf dem Motorrad gewonnen hat. In diesem Jahr haben wir selbst keine Siegchance, also würden wir auch anhalten und ihm aus einer Notlage helfen, wenn es dazu kommen sollte - das ist der Geist der Dakar. Aber im nächsten Jahr wollen wir selbst um vordere Plätze kämpfen!"