Hiroshi Masuoka war der Mann des neunten Dakar-Tages: Nach seinen gestrigen Getriebeproblemen bestimmte der Japaner auf der längsten Prüfung in diesem Jahr das Tempo. Im Mitsubishi Pajero Evolution durcheilte er die 736 Kilometer auf Zeit in 9:03.43 Stunden und war damit 18.32 Minuten schneller als Teamkollege Stéphane Peterhansel im zweiten „Evo“. Die drittschnellste Zeit des Tages fuhr Jutta Kleinschmidt (Volkswagen, + 45.07 Min.).
Mit seiner vierten Tagesbestzeit im laufenden Wettbewerb eroberte Masuoka den zweiten Gesamtplatz zurück, den er am Vortag kurzzeitig abgegeben hatte. In der Zeitenaddition liegt der Sieger der beiden Vorjahre rund eine Stunde hinter Spitzenreiter Peterhansel.
Jutta Kleinschmidt/ Fabrizia Pons, nach einer Berufung unter Vorbehalt unterwegs, fuhren nach der zweitbesten Zeit am Vortag auf der neunten Etappe den dritten Platz heraus. Bruno Saby/Matthew Stevenson ergänzten das gute Team-Ergebnis von Volkswagen mit der sechstbesten Zeit. Im Gesamtklassement rückten Saby/Stevenson um zwei Positionen auf den siebten Rang vor.
Die extrem rauen Rüttelpisten der Etappe von Tidjikja nach Nema in Mauretanien mitsamt kilometerlangen Kamelgrasfeldern setzten dem Material brutal zu. Ohne Reifenschaden oder Defekte der extrem beanspruchten Fahrwerke meisterten die in nur sieben Monaten entwickelten Race-Touareg auch den zweiten Teil der so genannten Marathon-Etappe mit Bravour.
Andrea Mayer und Beifahrer Andreas Schulz erlebten vor der neunten Prüfung eine unruhige Nacht, nachdem bei ihrem Auto am strapaziösen Vortag eine Federbeinaufnahme gebrochen war. Bis 4 Uhr morgens arbeiteten Schulz und Teamkollegen aus einem im Wettbewerb fahrenden Race-Truck im Rahmen der Möglichkeiten eigenhändig an dem Fahrzeug. Die sonst übliche Unterstützung von Service-Mechanikern war am Ziel dieser ersten „Marathon-Etappe“ nicht erlaubt. „Pech, dass uns das ausgerechnet an so einem Tag passieren musste. Aber so ist die Dakar. Man muss immer mit allem rechnen“, so Andreas Schulz.
Mit ihrem provisorisch reparierten Pajero bewältigten die Deutschen die fast endlos lange Prüfung bravourös mit der siebtbesten Zeit und verbesserten sich im Gesamtklassement auf Position fünf (Stand 22:00 Uhr).
Die Prüfungen zehn und elf von Néma nach Mopti in Mali und weiter nach Bobo-Dioulasso in Burkina-Faso wurden vom Dakar-Veranstalter A.S.O. aus Sicherheitsgründen abgesagt. Französische und malische Behörden hatten vor möglichen bewaffneten Angriffen gewarnt. Die Teilnehmer fahren nun ohne Wertung am Samstag (10.1.) nach Bamako in Mali und am Sonntag (11.1.) weiter nach Bobo Dioulasso in Burkina Faso. Dort wird planmäßig ein Ruhetag (12.1.) eingelegt. Der Wettbewerb wird ab dem 13. Januar auf der regulären Route fortgesetzt. Die Motorrad-Teilnehmer werden per Flugzeug von Néma nach Bamako gebracht.