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2004-01-05 13:56:51 - ks
F1: BMW präsentiert den neuen FW26

Auffällig am FW26 ist besonders die neue Frontpartie
Das BMW WilliamsF1 Team enthüllte am heutigen Montag seinen neuen Formel-1-Rennwagen für die Saison 2004 an der Rennstrecke von Valencia in Spanien. Im Anschluss an die Präsentation vor internationalen Medien werden die Piloten Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya die ersten Runden mit dem WilliamsF1 BMW FW26 drehen.

„Ich habe vorher schon einige neue Komponenten des FW26 getestet“, sagte Schumacher, „und sie alle als echten Fortschritt empfunden - das gilt für Motor und Getriebe ebenso wie für viele kleinere, wichtige Elemente. Ich habe sehr hohe Erwartungen an das Zusammenwirken aller Details.“

Teamkollege Montoya ist ebenfalls optimistisch: „In unser Vorjahres-Auto hatten wir große Hoffnungen gesetzt, und sie wurden letztlich erfüllt. Diesmal sind die Erwartungen an das Potenzial des Fahrzeugs noch höher, und es ist dem Team gelungen, den Beginn der Erprobungsphase erheblich vorzuverlegen. Ich hoffe, das Auto wird von Anfang an schnell sein, aber auf jeden Fall haben wir nun bis zum ersten Grand Prix zwei Monate Zeit zum Testen.“

Bei der Enthüllung stachen vor allem radikale Veränderungen der Frontpartie ins Auge. Gavin Fisher, Chefkonstrukteur des FW26, hatte vorab versichert: „Man wird sofort sehen, dass in diesem Chassis ein hohes Maß innovativer Lösungen steckt.“

Der FW26 hat eine markant kurze Fahrzeugnase. Vorgelagerte Flügelelemente erinnern an umgekehrte Stoßzähne. Das überraschende Frontdesign wurde gemeinsam mit einer Doppel-Kiel-Konstruktion des Monocoques entwickelt, um den Luftfluss unter- und oberhalb der Fahrzeugfront zu optimieren und die gesamte Aerodynamik bis zur Anströmung des Heckflügels zu verbessern. Die Wirkung der neuen Front wird durch schmalere Seitenkästen unterstützt, die im Sinne der Aerodynamik durch eine Überarbeitung des Kühlsystems ermöglicht wurden.

Chefaerodynamikerin Antonia Terzi und die Konstrukteure von WilliamsF1 arbeiteten Hand in Hand. Es galt, ein verbessertes, stringentes Chassis zu entwickeln, das gleichzeitig den Anforderungen der von der FIA vorgeschriebenen Crash-Tests gerecht wird.

Ehe der FW26 in Valencia auf die Strecke ging, sagte Fisher: „Wir alle haben während der Entstehung des neuen Autos große Erwartungen aufgebaut. Die Herausforderungen in diesem Entwicklungsprozess waren enorm. Für uns ist dieser Präsentationstag bedeutender als manch einer in der Vergangenheit.“

Sam Michael, Chief Operations Engineer des Teams, erklärte die Gründe für einen so frühen Präsentationstermin: „2003 hat es sich als Nachteil erwiesen, dass wir den Testbetrieb mit dem neuen Chassis relativ spät aufgenommen haben. Die anschließende Feinarbeit hat viel Zeit gebraucht. Und das war eine der Ursachen dafür, dass wir erst in Monaco, beim siebten GP des Jahres, gewinnen konnten. 2004 wollen wir früher siegfähig sein.“

Der WilliamsF1 BMW FW26 verfügt auch über weniger augenfällige, aber wesentliche Neuerungen. Allen voran über einen neuen BMW Motor, den P84, sowie Innovationen im Bereich Getriebe und Differenzial.

BMW entwickelte und erprobte in München ein neues Triebwerk, das nun gemäß der neuen FIA-Regeln einer rund doppelt so langen Laufzeit standhalten muss. Die Verlängerung des Motorlebens auf bis zu 800 Kilometer verlangte eine robustere Auslegung. BMW Motorsport Direktor Mario Theissen dazu: „Um dieser Herausforderung zu begegnen, müssen vor allem die mechanisch und thermisch hoch belasteten Bauteile widerstandsfähiger werden. Größere und schwerere Komponenten gehen aber zu Lasten der Leistung. Diese Verluste zu minimieren und gleichzeitig die Standfestigkeit zu garantieren, das waren die wichtigsten Entwicklungsziele.“

Auch die Sponsoren des BMW WilliamsF1 Teams haben entscheidende Beiträge bei der Entwicklung des FW26 geleistet: Michelin mit einem konsequenten Reifen-Testprogramm, aber auch HP mit erstklassiger Computer-Hardware und Proliant DL360 Servern für die Vorausentwicklung und Simulation von Fahrzeug-Aerodynamik und -Geometrie.

Petrobras arbeitet intensiv an der Entwicklung eines neuen Kraftstoffes für die Saison 2004. Die Ziele dabei: Leistungssteigerung, Verbrauchsreduzierung und, angesichts des neuen Reglements, Motorschonung. Der Kraftstoff wird im Petrobras Cenpes Forschungslabor entwickelt und in brasilianischen Raffinerien hergestellt. Im Verlauf der Wintertests mit dem P84 wird er erstmals im Fahrbetrieb erprobt.

Nach der Präsentation des FW26 testet das Team vom 7. bis 13. Januar in Jerez. Teamchef Frank Williams steckt die Ziele ab: „Unsere Ambition kann nur lauten: Wir wollen jedes Rennen gewinnen, Ferrari die Weltmeisterkrone abnehmen und unsere Chronik um einen weiteren Titel bereichern. Mit diesem Anspruch müssen wir das Jahr angehen.“
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