RAID: Peterhansel übernimmt Führung auf der dritten Etappe
Kleinschmidt auf dem Weg nach vorne - von Platz 27 aus geht es in die Wüste
Am Strand der spanischen Stadt Castellón erlebten die Akteure der Rallye Dakar erstmals einen Hauch von Afrika. Allerdings war die sandige Wertungsprüfung der dritten Etappe nur neun Kilometer lang. Entsprechend dicht lagen die Zeiten der Top-Fahrer zusammen. Nur fünf Sekunden trennten Mitsubishi-Werkspilot Stéphane Peterhansel auf Platz drei vom Tagessieger Giniel de Villiers (6.22 Minuten, Nissan). Mit der zweiten Top-Zeit in Folge übernahm Peterhansel vor der morgigen ersten Prüfung in Afrika die Führung im Gesamtklassement.
Auch Peterhansels Teamkollegen bewegten ihre Mitsubishi Pajero Evolution schnell über den sandigen Kurs. Massimo Biasion verteidigte mit der siebtbesten Zeit des Tages (+ 11 Sek.) seinen fünften Gesamtplatz. Hiroshi Masuoka bleibt Gesamtsechster. Die dritte Prüfung beendete der Japaner als Fünfter (+ 7 Sek.).
Die Volkswagen Werkspiloten Jutta Kleinschmidt/Fabrizia Pons und Bruno Saby/Matthew Stevenson fühlten sich auf der ersten Sand-Prüfung spürbar wohl. Jutta Kleinschmidt fuhr im Volkswagen Race-Touareg in 6.45 Minuten die elftbeste Zeit und verbesserte sich damit um drei Positionen in der Gesamtwertung auf Platz 27. Ihr französischer Teamkollege Bruno Saby erzielte auf der neun Kilometer langen Prüfung Platz 18 und verbesserte sich damit um zwei Plätze auf Rang 16.
„Das war eine sehr gute Leistung beider Piloten auf einer Etappe, die von vielen Zuschauern gesäumt wurde“, so Volkswagen Motorsport-Direktor Kris Nissen. „Der Race-Touareg hat sich bislang perfekt bewährt, und zwar nicht nur auf den Prüfungen, sondern auch auf den langen Verbindungsetappen inklusive Schnee, Stau und Stadtverkehr.“ Jutta Kleinschmidt freute sich: „Endlich Sand! Ich habe mich gleich richtig wohl gefühlt. Das war ein erster Vorgeschmack auf Afrika. Die Strecke war schon ein wenig ausgefahren und ich musste sogar einen Teilnehmer überholen. Dafür ist das Ergebnis absolut okay."
Einen Sprung nach vorne machte Andrea Mayer. Mit der zwölftbesten Zeit (+ 24 Sek.) auf der dritten Prüfung verbesserte sich die Allgäuerin im Gesamtklassement um drei Plätze auf Position zwölf. „Wenn wir uns jeden Tag ein bisschen nach vorne kämpfen, sind wir happy. Auto, Team und Beifahrer arbeiten perfekt“, so Mayer, die vom zweifachen Dakar-Sieger Andreas Schulz navigiert wird. „Die kurzen Prüfungen in Europa sind immer schwierig. Man kann viel verlieren, aber nur wenig gewinnen. Daher sind wir mehr als zufrieden. Mit nur einer Minute Abstand zu den Top 10 sind wir vor der ersten Prüfung in Afrika bestens positioniert.“
Nach einer abendlichen Fährüberfahrt von Algeciras nach Tanger in Marokko erwartet die Piloten am Sonntag eine 75 Kilometer lange Prüfung über schnelle Sandpisten. „Das ist ideal, um sich an Afrika zu gewöhnen“, so Andrea Mayer, die es wie das ganze Team kaum erwarten kann, auf dem schwarzen Kontinent auf Zeitenjagd zu gehen.