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Diverse: Signum-Test bei BBC´s Top Gear

| | Britischer Humor macht auch vor Autotests in der BBC nicht halt. Einmal wöchentlich gibt’s 30 Minuten lang in „Top Gear“ alles rund ums Auto (in Deutschland empfangbar auf BBC World mittwochs um 21:30 Uhr oder sonntags um 6:30 Uhr). Einer der lustigsten Testberichte des auslaufenden Jahres war ohne Zweifel die Reportage über den Vauxhall Signum, baugleich mit dem deutschen Opel Signum. Top Gear-Moderator Jeremy Clarkson testete den Mittelklassewagen höchst persönlich.
„Er sieht von vorne aus wie ein Vectra, unter der Haube schlägt das Herz von einem Vectra, das Chassis ist vom Vectra Caravan und er fährt sich wie ein Vectra“, beginnt Clarkson seinen Test. „Aber am J.Lo-Heck erkennt man: Es ist kein Vectra!“ Besonders beeindruckt ist der Testfahrer von den vielen Ablagemöglichkeiten, besonders denen im Himmel. „Nur die Dinge, die man immer dabei hat, wie Straßenkarten, CD´s oder Papiertaschentücher, passen nicht rein. Aber ich habe etwas gefunden, was maßgeschneidert passt: Eine Stange Sellerie!“ Auf eine solche geniale Idee sei noch kein Autobauer gekommen! Clarkson: „Normalerweise rollt Sellerie immer durch die Gegend und er kann sogar zwischen die Pedale fallen. Das ist sehr gefährlich! Sogar ein Rolls-Royce hat keine Ablagefächer für Selleriestangen!“
Der größte Unterschied zum Vectra wäre im Fond. Statt einer Rückbank gäbe es zwei Sitze, die vielfach verstellbar seien. In der Mitte könnte keiner sitzen, denn entweder gäbe es dort Dosenhalter (einfache Ausstattung, 18.000 Pfund) oder Kühlschrank und DVD-Player (bessere Ausstattung, ab 25.000 Pfund). „Ein wundervolles Auto für Menschen, die hinten sitzen. Aber da gibt es ein Problem: Wie viele Menschen sitzen in einem Auto hinten?“
Der Drehort wechselt von einer Landstraße zu einer Autobahn:
„Es ist 10.45 Uhr, wir stehen an der vielbefahrenen M40 und wir wollen mal testen, bei wie vielen Autos jemand im Fond sitzt. Für jedes Fahrzeug, wo mindestens eine Person hinten sitzt, stecken wir ein Pfund-Stück in diese Spardose. Dieses Geld wollen wir Eseln in einem Tierpark zukommen lassen.“ Nach einer Stunde öffnet Jeremy Clarkson die Spardose. „Absolut brilliant! Wir haben vier Pfund für die Esel gesammelt!“ Und der Top Gear-Presenter fragt sich: „Warum baut Vauxhall Autos für einen Markt, den es nicht gibt?“
„Vauxhall sagt, man habe tausende Untersuchungen vorgenommen und tausende Menschen getroffen, die ein solches Auto haben wollen, welches hinten nur zwei Sitze, aber viel Platz hat. Allerdings können das nur Männer gewesen sein, denn die denken beim Einzug in eine neue Wohnung auch nur an Play Station, Stereoanlage oder DVD-Player statt an Tapeten, Teppiche oder Herd….“ Nach einer kurzen Pause: „Jetzt verstehe ich die Intention! Es ist phantastisch, denn es ist das erste Auto der Welt, welches gebaut wurde, um hinten zu sitzen!“
Clarkson gibt zu, dass eine der besten männlichen Eigenschaften das Improvisieren sei. Also besorgte er sich zwei Gartenharken, einen Besenstiel, Kordel, Klebeband und eine Schraubzwinge. Nach ein paar Bastelminuten setzte sich Clarkson nach hinten rechts und fuhr los. Mit den Harken bediente er die Pedale, mit Besenstiel und Zwinge legte er den ersten Gang ein und mit der Kordel wurde gelenkt, wohl gemerkt aus dem Fond heraus! „Für jede Meile, die ich fahre, spende ich wieder ein Pfund für die Esel.“ Und Clarkson schaffte wirklich ein paar hundert Yards!
Der eigentliche Testbericht endete hier, aber noch nicht ganz der Humor.
Im Fernsehstudio fragte Co-Moderator Richard Hammond nach, ob Clarkson nicht einen Unfall gehabt hätte, als er von der Rückbank aus den Signum gefahren hätte. Clarkson gab zu, dass im Film der zweite Versuch gezeigt worden sei und er beim ersten Mal leicht im Graben gelandet wäre. „Leicht im Graben ist untertrieben, der Schaden war beträchtlich und es mußte ein Unfallbogen ausgefüllt werden“, gab Hammond zu bedenken und las dann eine Frage aus diesem Versicherungsbogen vor: „Wo befanden Sie sich zum Zeitpunkt des Unfalls?“ Clarkson hatte wirklich nicht gelogen und „hinten“ eingetragen …! |  |