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2003-12-21 14:48:16 - ks
RAID: Mitsubishi will Dakar-Siegesserie fortsetzen

Andrea Mayer 2004 erstmals im Werks-Cockpit
11.720 Kilometer legt der durchschnittliche deutsche Autofahrer pro Jahr zurück -auf gut ausgebauten Straßen. Die Marathon-Piloten bei der Rallye Dakar 2004 müssen mit 11.090 Kilometer, davon 5430,5 Kilometer in Wertung, fast die gleiche Distanz in nur 18 Tagen bewältigen - meist bei Gluthitze, über tückischen Sand, haushohe Dünen und Reifen-mordendes Geröll. Mit anderen Worten: Die "Dakar" ist die wohl größte Herausforderung im Motorsport. Mitsubishi stellt sich der "Königin" der Wüstenrallyes bereits zum 22. Mal. Acht Siege haben Pajero-Piloten seit dem Dakar-Debüt des Mitsubishi-Geländewagens im Jahr 1983 eingefahren. Damit ist Mitsubishi der erfolgreichste Hersteller der seit 1979 ausgetragenen Rallye. 1992 belegten Mitsubishi-Piloten alle Podiumsplätze, 1997, 1998 und 2002 gelangen sogar Vierfach-Siege. Seit 2001 ist Mitsubishi ungeschlagen. Ab dem 1. Januar 2004 greift die Marke mit den drei Diamanten nach dem vierten Sieg in Folge.

Ein hoch gestecktes Ziel, zumal das Starterfeld so stark besetzt ist wie lange nicht mehr. Aber die vier Mitsubishi-Werksteams haben einen großen Vorteil: Sie fahren die besten Pajero aller Zeiten. Vorjahressieger Hiroshi Masuoka aus Japan, der Franzose Stéphane Peterhansel, der die Dakar bereits sechsmal mit dem Motorrad gewonnen hat, und der zweifache Rallye-Weltmeister Massimo Biasion aus Italien werden in weiterentwickelten Pajero Evolution starten. Auch der Pajero T2 von Andrea Mayer und ihrem Beifahrer Andreas Schulz wurde nochmals im Detail verbessert.

Beim Pajero Evolution wuchs der Hubraum des V6-Motors um einen halben auf vier Liter. Das Triebwerk verfügt wie sein Vorgänger über rund 270 PS, braucht aber weniger Drehzahlen, um sein Potenzial abzurufen, was gerade im Geländeeinsatz vorteilhaft ist. Weitere wichtige Neuheit sind die hydraulischen Stabilisatoren, die die Wankbewegungen des Fahrzeugs reduzieren. Eine geänderte Feder/Dämpfer-Abstimmung und eine effektivere Kühlung der Antriebs-Aggregate bringen weitere Vorteile. Bei ausgiebigen Testfahrten haben sich die Änderungen ebenso bewährt wie beim ersten Wettbewerbseinsatz. Stéphane Peterhansel siegte im Oktober beim Finale zum Marathon-Weltcup in den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Welches Potenzial im bewährten Pajero T2 steckt, den Andrea Mayer durch Afrika steuern wird, beweisen die Dakar-Siege 2001 und 2002 sowie der zweite Platz von Jean-Pierre Fontenay im Vorjahr. Für die aktuelle Auflage wurde der Allrad-Klassiker in besonders stark beanspruchten Baugruppen verstärkt.

Alle vier Fahrer haben großes Vertrauen in ihre Pajero, wie auch Andrea Mayer unterstreicht. "Die Dakar 2004 ist deutlich anspruchsvoller als im Vorjahr, war für uns ein Vorteil ist, denn je schwieriger das Gelände ist, desto besser können wir die Geländeeigenschaften und die Zuverlässigkeit unserer Pajero ausspielen", erklärt die Allgäuerin.

Andrea Mayer zählt 2004 erstmals zum Werkskader. "Das ist ein großer Sprung für mich", erklärt sie. "Die Professionalität, mit der die Werksmannschaft arbeitet, ist beeindruckend. Das hat sich schon während der Vorbereitungszeit gezeigt. Es gab immer wieder Workshops, bei denen nicht nur das Fahren, sondern auch unsere Fitness trainiert wurden. Noch im Dezember mussten wir in der Bretagne ordentlich schwitzen. Außerdem haben wir in einem Technik-Seminar gelernt, die Autos zu reparieren." Andrea Mayer und Beifahrer Andreas Schulz wurden auf beide Pajero-Typen geschult, weil sie bei der Rallye die Aufgabe haben, im Notfall den drei Teamkollegen zur Hilfe zu kommen. "Wir haben Ersatzreifen und andere Teile für die Evos an Bord. Bei Problemen bleiben wir stehen und packen mit an", erklärt Mayer.

Rund 50 Personen umfasst die Werksmannschaft von Mitsubishi bei der Dakar. Zwei Renn-Lkw folgen den Einsatzautos im Wettbewerb. Zwölf Service-Fahrzeuge, sieben Lkw und fünf Pkw, begleiten die Rallye auf einer Parallel-Route und stoßen jeweils im Etappenziel zu den Wettbewerbs-Fahrzeugen. Mit zwei Ausnahmen: Die Etappen acht und neun sowie vierzehn und fünfzehn sind als Marathon-Prüfungen ausgelegt. Das heißt, im Zwischenziel müssen die Fahrer auf die Mithilfe der Service-Crews verzichten. "Besonders hart ist die Kombination aus achter und neunter Prüfung, da wir am zweiten Tag ohne Zwischenservice die mit 736 Wertungskilometern längste und auch schwerste Etappe der Rallye bestreiten müssen", so Mayer.

Die Dakar 2004 startet am 1. Januar mit dem Prolog in der Nähe der mittelfranzösischen Stadt Clermond-Ferrand. Auf dem 1758 Kilometer langen Weg nach Tanger müssen die Piloten am zweiten und dritten Tag lediglich zwei kurze Prüfungen absolvieren, bevor sie in den Norden Afrikas per Schiff übersetzen. "Das ist ideal, um sich an das Auto zu gewöhnen. Zeiten sind hier nebensächlich. Man sollte nur aufpassen, nicht zu weit zurückzufallen", erklärt Andrea Mayer. Auch die drei Prüfungen in Marokko sind "gut geeignet zum Aufwärmen." Steinige Pisten bergen allerdings die Gefahr von Reifenschäden. Die eigentliche Herausforderung beginnt in Mauretanien, wenn die Rallye-Karawane am siebten Tag in die Sahara vordringt. In der Stadt Tidjikja beginnt am 9. Januar eine Schleife, die durch die Länder Mali und Burkina Faso führt, bevor sie am 15. Januar wieder in Tidjikja endet. Über Nouakchott führt die Route ins Ziel an den berühmten "Lac Rosé" in der senegalesischen Hafenstadt Dakar. "Die beiden Teilstücke um Nouakchott sind eine harte Nuss für die navigierenden Beifahrer. Das gilt besonders für die vorletzte Etappe, denn sie ist eine von zwei Prüfungen, die ohne GPS-Navigation gefahren werden müssen."

Zu den insgesamt 24 Mitsubishi, die bei der Dakar 2004 antreten, zählen neben den vier Werksteams auch sieben Fahrzeuge, die von der Mitsubishi-Kundensportabteilung Ralliart betreut werden. Die internationale Besetzung des Fahrerkaders zeigt, welchen guten Ruf die Mitsubishi Geländewagen weltweit genießen: Nasser Saleh Al-Attiyah aus Quatar, der Pole Lukasz Komornicki und sein französischer Markenkollege Dominique Housieaux steuern Pajero-Modelle mit Benzin-Motoren, Luo Ding aus China, Klever Kolberg aus Brasilien sowie José-Luis Monterde aus Spanien setzen auf Diesel-Triebwerke, der Thailänder Pornsawan Siriwattanakul bestreitet die Rallye mit einem L200 Pick-up.

Auf alle Mitsubishi-Piloten und die anderen über 500 Starter in den Klassen Auto, Motorrad und Lkw wartet ab dem 1. Januar eine Aufgabe, die Mitsubishi-Teamchef Dominique Serieys wie folgt beschreibt: "Wir haben wohl alle erkannt, dass die Dakar 2004 eine sehr lange und schwierige Rallye ist und der Wettbewerb immer stärker wird."


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