Suchen in... Verzeichnis  Motorsport News        | Site hinzufügen |    QMN
Startseite
Motorsport Markt
Motorsport News
Motorsport News
Supercup: Sean Edwards nutzt Heimvorteil zur Pole-Position
24h: Car Collection unter den Top 25
24h: Gestrahlt, gekämpft, geschraubt und doch verloren
24h: Mathol Racing entert zwei Mal das Podium
24h: Ölspur beendete Hoffnungen aufs Podium
24h: Alle Hoffnungen verrauchten in der Nacht
24h: PZ Willich mit dem bestem Porsche
24h: Machtwechsel in der GT4-Klasse
24h: Kein glückliches Wochenende für WTM-Racing
24h: Erster Audi-Gesamtsieg in der Grünen Hölle
24h: HARIBO-Corvette trug den Goldbären durch Tag und Nacht
24h: Tragik beim Wochenspiegel Team Manthey, Frikadelli-Porsche auf Platz sechs
24h: Dritter Klassensieg in Folge für Peugeot
24h: Audi holt ersten Sieg am Ring
ADAC Eifel Rallye Festival: Veranstalter meldet ausgebucht
Alle Motorsport News...
Features
RAC Rallye 2010
Autoluojus Ralli Pori
38. ADAC Rallye Oberehe
20. Rallye Zorn
ADAC Taunus Rallye
Featureübersicht
Bücher und Multimedia
DTM Race Driver 3: Create & Race für Nintendo DS ab sofort im Handel erhältlich
Forza Motorsport 2 ab Mai in den Regalen
"Mensch Schumi"
Übersicht
Motorsport 2000 Intern
Impressum
Firmeninfo
Email
Seitenanfang
 
2003-12-15 15:23:20 - ks
RAID: Dakar – eine logistische Mammut-Aufgabe

Im Dezember bauen die vier Fahrer ihre Fahrzeuge selber auf, um Erfahrungen zu sammeln
Während Rundstrecken-Rennfahrer im Winter in aller Regel ein klein wenig ausspannen und sich zwischen einzelnen Trainings-Einheiten auf Weihnachten freuen dürfen, beginnt für eine andere Spezies von Motorsportlern buchstäblich harte Knochenarbeit: Jutta Kleinschmidt und Beifahrerin Fabrizia Pons sowie Bruno Saby und Copilot Matthew Stevenson, die Marathon-Werkspiloten von Volkswagen, bereiten sich intensiv auf die Rallye Dakar (1.-18. Januar 2004) vor – nicht nur körperlich beim Fitness-Programm.

Im Dezember lernt das Cockpit-Quartett den Race-Touareg erstmals aus einer ganz neuen Perspektive kennen. Nach erfolgreichen Abstimmungsarbeiten und 4.300 Test-Kilometern im November in Marokko bauen die Piloten und Beifahrer ihre beiden Einsatzfahrzeuge unter kundiger Anleitung der Ingenieure, Techniker und Mechaniker des Werksteams von Volkswagen in Wolfsburg selbst mit auf. Hintergrund der Übung: Um für alle Eventualitäten der insgesamt mehr als 11.000 Kilometer langen Rallye Dakar gewappnet zu sein, müssen die Fahrer und ihre Navigatoren den Race-Touareg in allen Details kennen und im Ernstfall selbst reparieren können. Tagesabschnitte von teilweise mehr als 1.000 Kilometern, so genannte Marathon-Etappen über zwei Tage ohne Begleit-Service, all dies unter härtesten Bedingungen in der Wüste oder im Busch – der Kampf um Sekunden kann schnell zum Kampf ums Ankommen werden.

Bereits bei der Konzeption des Race-Touareg hat Konstruktionsleiter Eduard Weidl deshalb auf hohe Service-Freundlichkeit geachtet. Viele identische Teile oder Baugruppen reduzieren die Zahl der Ersatzteile, modernste Verschluss- und Flanschsysteme vereinfachen die Reparatur und verkürzen Tauschzeiten. Davon profitieren natürlich nicht nur die vier Piloten, wenn sie selbst Hand anlegen müssen. Abends kümmert sich eine versierte Service-Mannschaft um die Wartung der beiden Race-Touareg, die im Lauf der Rallye 5.424 Kilometer an Spezialprüfungen absolvieren. Damit bewältigen die beiden Rallye-Fahrzeuge in nur 18 Tagen eine Distanz, die die summierte Länge aller Formel-1-Rennen einer Saison deutlich übertrifft.

43 Mitarbeiter umfasst die Mannschaft von Volkswagen – von den Mechanikern bis zu Motorsport-Direktor Kris Nissen, die beiden Fahrer und ihre Copiloten eingeschlossen. Für die präzise Koordination des Einsatzes zeichnet Paco Crous verantwortlich. Der Logistiker spanischer Herkunft, der schon 16 Ausgaben der Rallye Dakar als Koordinator für unterschiedlichste Teams erlebt hat, disponiert mit seinen Mitarbeitern neben dem Personal auch das gesamte Material, darunter alleine eine Flotte von insgesamt 14 Fahrzeugen. So werden die beiden Race-Touareg von Jutta Kleinschmidt und Bruno Saby von zwei im Wettbewerb eingeschriebenen Race-Trucks begleitet. Diese in einer eigenen Lkw-Wertung startenden Nutzfahrzeuge sind die einzige Hilfe, auf die die Piloten während einer Spezialprüfung zurückgreifen können. Sie sind von kaum zu überschätzender Bedeutung, wie Werkspilotin Jutta Kleinschmidt im Januar 2003 erlebte. Damals bewahrte sie der von Franz Echter, Johannes Lehrer und Detlef Ruf gesteuerte Race-Truck auf der elften Etappe vor einem drohenden Ausfall und ermöglichte Jutta Kleinschmidt und Fabrizia Pons somit Gesamtrang acht sowie Platz zwei in der Klasse für zweiradangetriebene Fahrzeuge hinter ihren Volkswagen-Teamkollegen.

Insbesondere auf den so genannten Marathon-Etappen, die in diesem Jahr am 8./9. Januar und am 15./16. Januar auf dem Programm stehen, wächst die Bedeutung der Race-Trucks nochmals. Dann nämlich steuert der Begleit-Tross ein anderes Etappenziel an – die Rallye-Fahrzeuge mit Race-Trucks einerseits und das restliche Team andererseits bleiben für zwei Tage und eine Nacht getrennt. Selbsthilfe ist für die Rallye-Piloten die einzige Form von Service.

Neben diesen vier im Wettbewerb eingeschriebenen Fahrzeugen – zwei Race-Touareg und den beiden zweiachsigen Race-Trucks – umfasst das Aufgebot von Volkswagen auch drei Service-Lastwagen, die mit technischem Material ausgestattet sind. Zwei weitere Nutzfahrzeuge – die Support-Trucks mit Doppelkabine – transportieren logistisch notwendiges und persönliches Ausrüstungsmaterial der Teammitglieder. Fünf Touareg Competition schließlich, die das übrige Teampersonal zum Transport nutzt, komplettieren das technische Aufgebot von Volkswagen.

Dass den Begleit-Mannschaften dabei eine keineswegs leichtere Aufgabe zufällt als den Piloten des Race-Touareg, verdeutlichen die Distanzen der Etappen sieben bis zehn: 3093 Kilometer warten an den vier Tagen auf Jutta Kleinschmidt und Bruno Saby, während die Service-Mannschaft in dieser Zeit 3850 Kilometer absolvieren muss.

Wenn also am 1. Januar in Clermont-Ferrand die Startflagge fällt, beginnen sowohl für die Rallyepiloten als auch das Begleit-Team von Volkswagen 18 aufregende Tage bei der härtesten Rallye der Welt.


Verwandte News:
VW Iltis gewinnt die Dakar 1980

Jutta Kleinschmidt: "Ich will zum Mond"

Erste VW-Testfahrten in der Wüste
Artikel per Email versendenArtikel per Email versenden
Artikel druckenArtikel drucken