 |
RAID: Jutta Kleinschmidt: "Ich will zum Mond"

|
 |
Kleinschmidt will den Sieg von 2001 wiederholen |
 |
 |
 |
 |
| Jutta Kleinschmidt gilt nicht nur als eine der besten Autofahrerinnen der Welt, sie ist auch die einzige Frau, die jemals die Wüstenrallye Dakar gewann. "Die Wüste ist mein Arbeitsplatz", sagt sie vor dem Start im Interview mit dem Magazin Readers Digest Deutschland (Januar-Ausgabe). Und die 41-Jährige ist nicht nur fest entschlossen, ihren Sieg aus dem Jahr 2001 zu wiederholen. Sie hat inzwischen noch ganz andere Ziele: "Ich will zum Mond. Einmal auf einem anderen Planeten spazieren gehen." Doch zunächst startet sie am 1. Januar 2004 wieder in die Wüste.
Frau am Steuer. Bei Jutta Kleinschmidt werden diese Worte stets zum Kompliment. Seit Jahren beherrscht sie die Motorsportszene und lässt die Männer gerne hinter sich. Als Emanze versteht sie sich deshalb aber nicht. "Meine Leistung soll wahrgenommen werden, nicht mein Geschlecht." Das war schon in ihrer Jugendzeit so, wenn sie mit den Jungs auf die Bäume kletterte, beim Indianerspielen stets der Häuptling war und als einziges Mädchen auf eine technische Knabenrealschule ging. "Als Kind habe ich mir oft gewünscht, ein Junge zu sein", sagt sie im Rückblick, und weiter: "Heute bin ich gerne eine Frau."
"Wenn man etwas will, kann man es erreichen. Man muss nur bereit sein"
Kleinschmidt studierte das "Männer-Fach" Physik, begeisterte sich für Sport und Technik und gab sich das Lebensmotto: "Wenn man einen großen Traum hat, wenn man etwas wirklich will, kann man alles erreichen. Man muss nur bereit sein. Und alles dafür geben."
Genau auf diese Weise machte Jutta Kleinschmidt ihren Weg im Motorsport. Sie fuhr Motorrad, übte auf Querfeldeinstrecken, verdiente sich Taschengeld auf dem Bau und kündigte schließlich mit 30 Jahren ihre Stelle als Ingenieurin bei BMW, um Rallye-Profi zu werden. Was folgte, waren Bittgänge zu Sponsoren, um das nötige Geld für das nächste Rennen aufzutreiben. Eine Wüstenrallye nach der anderen machte sie mit, stieg irgendwann um vom Motorrad aufs Auto. Mit 38 Jahren schließlich erfüllte sie sich ihren Traum vom Sieg bei der Wüstenrallye Dakar: "Das war der schönste Tag meines Lebens", erinnert sie sich.
Inzwischen ist die Frau aus Oberbayern nicht nur Werksfahrerin für VW, sie ist auch regelrecht süchtig nach dem Rennen in Afrika. Ob das Schnellfahren in der Wüste oder die Sprünge mit dem Auto in tiefe Dünen, ob brütende Hitze oder die Gefahr durch Schlangen und Skorpione in der Nacht - das alles will sie nicht missen, auch wenn sie durch die Strapazen im Cockpit jedes Mal bei der Rallye Dakar sieben Kilo abnimmt. |  |