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2003-12-11 20:26:17 - ks
F1: Ho-Pin Tung testet für BMW Williams

Der erste Chinese in einem F1-Boliden - Ho-Pin Tung
Kurz nachdem Yang Liwei im Oktober als erster Chinese an einem bemannten Weltraumflug teilgenommen hatte, debütierte sein Landsmann Ho-Pin Tung am heutigen Donnerstag in einem anderen High-Tech-Metier. Tung testete mit dem BMW WilliamsF1 Team im spanischen Jerez de la Frontera als erster chinesischer Rennfahrer ein Formel-1-Fahrzeug.

Der 21-Jährige aus Wenzhou, rund 500 Kilometer südlich von Shanghai gelegen, hatte diesen F1-Ausflug als Anerkennung für seine souveränen Leistungen in der Formula BMW Asia erhalten. Ho-Pin Tung pilotierte einen WilliamsF1 BMW FW24, er absolvierte unter den Augen seiner Eltern 42 Runden auf dem 4,428 Kilometer langen Kurs.

"Vor dem Umstieg vom 140 PS starken Formel BMW in den Formel 1 mit gut 900 PS schlotterten mir zwar schon etwas die Knie", gab Tung zu, "aber mit dieser Fahrt erfüllte sich für mich ein Lebenstraum. Natürlich bin ich auch stolz, der erste Chinese zu sein, der in einem F1-Cockpit saß, noch dazu bei einem Top-Team. Die ganze Atmosphäre im Team war sehr ruhig, ich war gar nicht nervös. Juan Pablo Montoya und Marc Gené waren sehr offen und haben mir alle meine Fragen beantwortet. Nach den ersten Runden hatte ich wirklich Fahrspaß und bis zum Schluss auch keinerlei konditionelle Schwierigkeiten. Das Potenzial dieses Autos ist unbeschreiblich, nach dieser Leistungsfähigkeit kann man süchtig werden. Die Datenanalyse mit den Ingenieuren hat mir die Unterschiede zu Juan und Marc aufgezeigt, allerdings auch einige Gemeinsamkeiten, was mich gefreut hat. Früher war die Formel 1 für mich ein Traum, jetzt ist sie mein Ziel. Und ich hoffe, dieser Test steigert das F1-Interesse in meiner Heimat."

BMW Motorsport Direktor Mario Theissen sagte zu Tungs Runden: "Wir hatten Ho-Pins Leistungen eine ganze Weile aufmerksam verfolgt, seine zwölf Polepositions und zehn Siege in der Formula BMW Asia waren viel versprechend. Und er hat auch bei seiner ersten F1-Fahrt Umsicht und Reife gezeigt. Die Art und Weise, wie er an diesen Test herangegangenen ist und sich im Laufe des Tages gesteigert hat, zeigt, dass er als Rennfahrer ernsthaft Potenzial hat."

Tung erntete auch Anerkennung von Sam Michael, dem Chief Operations Engineer von WilliamsF1: "Ho-Pin fuhr einen FW24 und hat sich in unser allgemeines Testprogramm eingebracht. Er hat gut mit den Ingenieuren zusammengearbeitet und im Laufe des Tages ein solides Maß an Kompetenz und Fähigkeiten gezeigt. Seine Rundenzeiten waren für einen Fahrer, der noch nie ein vergleichbares Fahrzeug bewegt hat, sehr respektabel."

Tungs Test mit dem BMW WilliamsF1 Team genießt besondere Aufmerksamkeit durch den 2004 anstehenden ersten Großen Preis von China, der am 26. September in Shanghai ausgetragen wird. Angesichts dieser Bedeutung erklärte Teamchef Frank Williams: "Die Perspektive, bei den Fernsehzuschauern in China das Interesse an der Formel 1 zu wecken und zu vertiefen, ist sehr wichtig. Und es ist wirklich ein Segen, dass Ho-Pin Tung vor dem ersten GP in seinem Land als erster chinesischer Rennfahrer in einem Formel-1-Fahrzeug Geschichte schreibt. Ich glaube, dass sein Einsatz mit dem BMW WilliamsF1 Team in Jerez die Attraktivität der Formel 1 für eines der letzten unerschlossenen Gebiete dieses Sports steigern wird."

Ho-Pin Tung erzielte mit dem Vorjahresfahrzeug des BMW WilliamsF1 Teams in seiner 33. Runde seine persönliche Bestzeit von 1.22,082 Minuten.


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