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2003-11-29 23:06:19 - ks
24h Bathurst: „Wir wollen das Rennen gewinnen!“

Schon jetzt kündigt Jürgen Alzen die Revanche für 2004 an
Vor fast genau einer Woche haben „The Flying Germans“ in Australien beim 24-Stunden-Rennen in Bathurst für Aufsehen gesorgt. Jürgen und Uwe Alzen, Michael Bartels und Arno Klasen verpassten mit ihrem Porsche 996 GT3 Cup nur knapp den Sprung aufs Podium und holten souverän den Sieg in der Klasse B. Wir haben Arno, Jürgen und Uwe auf der Essen Motor Show getroffen und Sie mit etwas Abstand nach ihren Eindrücken befragt.

Arno, was waren Deine Eindrücke?
Der Flug war sehr lang und wir haben leider viel zu wenig von Australien gesehen. Der Mount Panorama Circuit ist wirklich eine fantastische Rennstrecke, die nicht zu unterschätzen ist. Wenn man zum Beispiel auf der Nordschleife einen Fehler macht, hat man noch eine kleine Chance, den Wagen nicht komplett zu zerstören. Diese Chance hat man in Bathurst nicht.

Was denkst Du über Euren tollen Erfolg?
Wir haben das maximale aus unseren Möglichkeiten herausgeholt und waren wirklich ein gutes Team. Nur so konnten wir auf die vierte Gesamtposition fahren. Das Auto hat nicht eine Schramme abbekommen – die beste Möglichkeit ein 24-Stunden-Rennen zu bestreiten.

Kamst Du auf Anhieb mit der Rennstrecke zurecht?
Die ersten Meter waren schlimm. Ich habe mich da schon etwas herangetastet. Wir sind die Strecke vorher mit unserem Mietwagen abgefahren. Nur kann man das nicht eins zu eins auf einen Rennwagen umsetzen. Im Training wären noch etwa zwei Sekunden drin gewesen, aber die Startposition ist natürlich bei einem Rennen über 24 Stunden nicht so relevant.

Nicht nur die Strecke war ein unbekannter Parameter für Dich, sondern auch die Gegner. Wie hast Du eure Konkurrenz gesehen?
Die Fahrer sind in Australien ähnlich stark, wie hier in Europa. Das Holden Werksteam war einfach nicht zu schlagen. Die Autos waren durchweg mit Profis besetzt und sehr gut vorbereitet. Andere Gegner, die auf dem Papier stärker waren, haben sich zum Großteil selber geschlagen. Gerade bei den wechselnden Witterungsbedingungen reichte eine kleine Unaufmerksamkeit aus, um das Rennen vorzeitig zu beenden.

Wie haben die Australier Euch aufgenommen?
Wir hatten recht wenig Kontakt zu den anderen Teams und sind soweit ich das mitbekommen habe anfangs schon unterschätzt worden. Am Anfang waren wir einfach nur „The Germans“. Nachdem gerade Uwe dann der Konkurrenz gezeigt hat, wo der Hammer hängt, erhielten wir den Titel „The Flying Germans“. Im Nachhinein hatten wir dann unsere Akzeptanz und wurden bereits vom Veranstalter auf das nächste Jahr angesprochen.

Also geht es nächstes Jahr an die Revanche?
Auf jeden Fall! Unser Ziel ist es, die Gesamtwertung für uns zu entscheiden. Am liebsten natürlich mit dem Porsche 996 Turbo von Alzen Motorsport.

Uwe, Du bist nach Bathurst gekommen, ohne die Strecke zu kennen und bist der Konkurrenz stellenweise „um die Ohren gefahren“. Was ist Dein Geheimnis?
Es ist insgesamt besser gelaufen, als ich gedacht hatte. Die Strecke lag mir von Beginn an gut. Erst die von Arno angesprochenen Runden im Mietwagen, danach sind wir die Strecke noch zu Fuß abgelaufen. Danach klappte es.

Du warst nach dem Rennen etwas geschafft. Lag das an der Strecke oder woran sonst?
Das Auto war hervorragend abgestimmt und die Belastungen hielten sich in Grenzen. Leider hat mir nach dem ersten Turn mein Magen leichte Probleme bereitet. Trotzdem kam ich insgesamt auf 7 1/2 Stunden Fahrzeit und war froh, als das Rennen vorbei war.

Wie stark war aus Deiner Sicht die Konkurrenz?
Die australischen Fahrer sind richtig gut. Gerade die Leute aus der Australischen V8 Supercars Meisterschaft waren top.

Wie hat Dir Australien als Land gefallen – unabhängig von der Rennstrecke und dem Event?
Das Land hat eine unglaubliche Größe, eine tolle Landschaft und sensationelle Strände. Leider habe ich gerade davon nicht allzu viel mitbekommen. 2004 werden wir auf jeden Fall früher dort hin fliegen und das 24-Stunden-Rennen mit zwei Wochen Urlaub vorher verbinden.

Also werdet ihr zurückkehren. Was denkst Du über die Zukunft des Rennens?
In den nächsten Jahren wird es in Bathurst richtig „abgehen“. Die Location ist super und der Veranstalter gibt sich richtig Mühe. Es ist natürlich nicht so leicht, Teams aus aller Welt nach Australien zu holen, weil die Kosten immens hoch sind. Trotzdem ist das Rennen auf dem Besten Weg sich zu etablieren und einen weiteren 24-Stunden-Klassiker darzustellen.

Jürgen, wie hast Du den Transport des Fahrzeuges und die Reise erlebt?
So ein Event bedarf einer genauen Vorbereitung. Wir haben zum Glück einen eigenen Container, der genau für diese Zwecke vorbereitet ist. Ein Logistikunternehmen aus Australien hat dann den Rest für uns gemacht. Die haben den Container bei uns abgeholt und Dienstag vor dem Rennen war alles pünktlich in Australien. Alles war in Ordnung, außer, dass es uns eine Stange Geld gekostet hat. Auch die Kosten für die Flüge und Hotels waren nicht ohne, immerhin waren wir mit insgesamt 14 Personen unterwegs. Wir haben dies alles aber gerne auf uns genommen, denn geraden als Saisonabschluss ist das Rennen in Bathurst etwas ganz besonderes. Vor allem, wenn es so ausgeht.

Du bist bereits beim Debütrennen 2002 dabei gewesen, leider aber verhältnismäßig schnell ausgeschieden. Konntest Du dennoch von Deinen Erfahrungen profitieren?
Ich bin nur sieben Runden gefahren. Aber das hat gereicht, um zu erkennen, in welche Richtung wir zum Beispiel mit dem Fahrwerk und der Getriebeübersetzung gehen müssen.

Kann man technisch den Mount Panorama Circuit mit der Nordschleife vergleichen?
Ich würde sogar so weit gehen zu sagen, dass Bathurst die komprimierte Nordschleife ist. Man kann das Setup eins zu eins von einem Fahrzeug, das für die Nordschleife abgestimmt ist, übernehmen. Das Fahrwerk, die Getriebeübersetzung, die Bremsen – alles passt. Wie Du siehst, ist es eigentlich sehr einfach.

Die Zeichen stehen also für 2004 auf Gesamtsieg?
Klar. Wir wollen das Rennen gewinnen. Wir haben in diesem Jahr gesehen, wie stark die Konkurrenz ist und wie die Abläufe beim Rennen sind. Nun werden wir uns genau überlegen, mit welchem Fahrzeug wir konkurrenzfähig sein können.

Da kann man Euch nur schon jetzt die Daumen drücken!


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