Es wäre nicht das erste Mal, dass die Nürburgring Nordschleife von einer Sicherheitsdiskussion erfasst wird. Ringfans bekommen Alpträume bei dem Gedanken einer Schikane an den schnellen Abschnitten wie Schwedenkreuz oder Tiergarten. Immerhin war die Sicherheit auch der Grund für den Bau der Hohenrain Schikane am Ende der Döttinger Höhe, die 1967 fester Bestandteil der traditionsreichen Rennstrecke wurde.
Jetzt rollen die Bagger wieder und machen auch vor dem heiligen Nordschleifenasphalt nicht Halt. Es kann aber Entwarnung gegeben werden, bauliche Veränderungen werden nicht durchgeführt. Langstreckenserien wie die BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft, der Castrol-Haugg-Cup oder das Int. ADAC 24h-Rennen auf der Nordschleife fordern dem 20,8 km langen Asphaltband alles ab. Teilweise sind über 500 PS auf breiten Rennslicks auf der Suche nach Grip. Bereits im vergangenen Winter wurden umfangreiche Arbeiten auf über 17.000 Quadratmeter Fläche durchgeführt. Auch dieses Jahr sind pünktlich zum Saisonabschluss die Bagger vorgefahren, insgesamt 14.000 Quadratmeter Rennstrecke werden erneuert. Bereits jetzt ist die Asphaltdecke an vielen Streckenabschnitten wie zum BeispielHatzenbach, Metzgesfeld, Wehrseifen oder Ex-Mühle abgetragen. Weitere Abschnitte werden folgen, ebenso wie die Betonplatten im Schwalbenschwanz ("Kleines Karussell"), die komplett erneuert werden.
Über die zwei Winter verteilt wird somit eine Summe von über einer halben Million Euro in die Nordschleife investiert, ohne den Charakter der Strecke anzutasten. Die Nürburgring GmbH agiert feinfühlig und mit hohem Traditionsbewusstsein, um die schönste und schwierigste Rennstrecke der Welt auch in ihrem 77.Jahr für ihre kommenden Aufgaben vorzubereiten. Höhepunkt wird das Internationale ADAC 24h-Rennen am 10. bis 13.Juni 2004, bei dem der Kampf Automobil-Werke gegen die erfahrenen Nürburgring-Amateure für Spannung sorgen wird.