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WRC: „Big Mäk“ geht in Rente…

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Bye bye Tommi! Eine Legende hängt den Helm an den Nagel |
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| … aber keine Sorge, Fast-Food-Fans müssen auf ihren Hackfleisch-Doppeldecker nicht verzichten. Gemeint ist nämlich nicht ein bekanntes Produkt einer ebenso bekannten amerikanischen Schnellrestaurantkette sondern die finnische Rallye-Legende, die sich in goldenen Schuhe und mit einem dritten Rang bei der Wales-Rallye of Great Britain von der WM-Bühne verabschiedete.
Nur wenige 15jährige Jugendliche wissen sicher, was einmal ihr Beruf werden soll. Nicht so Tommi Mäkinen. Bereits als Kind wußte er, was er tun würde, wenn er die Schule absolviert hätte: Er würde Farmer werden! Tommi Antero Mäkinen wurde als jüngster von vier Söhnen von Jukka Mäkinen in Puuppola, nahe der finnischen Rallye-Hauptstadt Jyväskylä, am 26. Juni 1964 geboren. Er war der ganze Stolz seines Herrn Papas, zeigt sich doch bald, dass seine Brüder kein Interesse an der Übernahme von Vaters Hof hatten. Als Tommi groß genug war, um Traktor fahren zu können (wir sagen hier absichtlich „können“ und nicht etwa „dürfen“!), brauchte sich Jukka um niemand anderen für diesen Job mehr zu kümmern. Kaum kam der Jüngste aus der Schule heim, steckte er auch schon in der Scheune und schraubte an Traktoren oder Erntemaschinen – schlichtweg allem, was irgendwie fuhr – herum.
In den bekanntlich langen und kalten finnischen Wintern bauten die älteren Mäkinen-Brüder einen Eis-Kurs auf einem nahe gelegenen, zugefrorenen See. Dort tobte sich die Familie mit wilden Driftübungen richtig aus… Eines Tages kam aus einem Nachbardorf ein Bursche mit einem Saab 96 vorbei und schickte sich an, den Mäkinens zu zeigen, wie richtig gedriftet wird. Nachdem er seine Runden gedreht hatte, fasste sich Klein-Tommi ein Herz und fragte nach, ob er denn auch mal mit dem Saab fahren dürfte. Der mittlerweile 15jährige hatte noch nie am Steuer eines PKW gesessen, dennoch nahm er dem Saab-Besitzer auf Anhieb einige Sekunden pro Runde ab!
Nachdem er die Schule beendet hatte, arbeitete Tommi Mäkinen tatsächlich als Farmer. Auch Holzarbeiten im Wald erledigte er. Es war keine leichte Arbeit bei oft widrigen Witterungsbedingungen, doch der Youngster machte sie gern und verdiente zudem gutes Geld damit. Mit dem Geld kam auch der immer stärker werdende Wunsch nach einem eigenen Rallyeauto… Im Sommer 1985 war es dann endlich soweit. Tommi kaufte einen Ford Escort RS 2000, aus zweiter Hand, aber in guter Verfassung. Seine erste Rallye war die Nokia-Ralli am 12. Oktober 1985. Im Jahr 1986 nahm er an über 20 Veranstaltungen teil. Höhepunkt dieses hektischen Jahres war ein gemeinsamer Testtag mit Juha Kankkunen. Dieser wiederum, der 1986 zum ersten Mal Weltmeister wurde, war beeindruckt von Tommis bereits recht komplettem Fahrstil. 1987 bestritt Big Mäk seinen ersten WM-Lauf, natürlich bei der 1000 Seen Rallye auf heimischem Boden. Standesgemäß verabschiedeten er und sein Beifahrer Jari Nieminen sich mit ihrem Lancia Delta HF mit einem Unfall.
1988 gewann Mäkinen die finnische Gruppe N-Rallyemeisterschaft. Zudem nahm er an fünf Veranstaltungen im Ausland teil. Neue Kontakte versprachen eine chancenreiche Zukunft und so ging Tommi zur Bank und nahm einen Kredit auf. Doch das versprochene Sponsoring löste sich in Wohlgefallen auf und der junge Finne zahlte seinen Kredit allein an die Bank zurück. Das wäre sie wahrscheinlich gewesen, die Geschichte des Tommi Mäkinen, der heute mit seinem Traktor den Schnee vor seinem finnischen Hof räumen würde…
Doch 1989 wurde der Motorsport-Manager Timo Jouhki auf ihn aufmerksam. Der erfahrene WM-Beifahrer Seppo Harjane wurde auf Tommis heißen Stuhl gesetzt, so verstärkt nahm er mit einem Gruppe N-Mitsubishi Galant an Rallyes in Finnland sowie an einigen ausgewählten WM-Läufen teil. „Ich war mir nicht sicher, ob er eine Chance haben würde, doch der sechste Gesamtrang bei der Neuseeland-Rallye in Juni 1989 überzeugte mich, dass Tommi einer der ganz Großen werden würde“, blickt Timo Jouhki zurück. 1990 gewann er die finnische und die australische Gruppe N und wurde im Gruppe N-FIA Cup Dritter.
Im Herbst 1991 dann verhandelte Timo Jouhki mit Nissan und verschaffte Tommi sein erstes Werkscockpit. Unglücklicherweise zog sich Nissan aber noch im Laufe des Jahres 1992 von der WM-Bühne zurück. Ganz dicke kam es dann 1994: Die einzige Möglichkeit, seine Fähigkeiten unter Beweis zu stellen, fand Tommi in der Teilnahme an der britischen Meisterschaft. Engen Freunden gestand er, wie demütigend dies für ihn war und wie kurz davor er war, der Rallye-Szene den Rücken zu kehren und zurück in seinen Wald und auf die Felder zu gehen.
Die Wendung zum Besseren kam unerwartet: Ford benötigte bei der 1000 Seen Rallye 1994 einen Ersatz für Miki Biasion. Tommi hatte zwar kaum Erfahrung, konnte aber schon die Mänttä-Rallye, die als Test für den WM-Lauf genutzt wurde, für sich entscheiden. Und mit seinem ersten WM-Sieg bei der 1000 Seen Rallye 1994 setzte er der Geschichte das Sahnehäubchen auf! Dieser Sieg öffnete vor allem auch die Tür zu Mitsubishi. Das Jahr 1995 war noch eine lehrreiche Saison, aber dann in den Jahren 1996 bis 1999 kam die Zeit des Tommi Mäkinen. Es gelang ihm etwas bisher Einzigartiges: Viermal in Folge wurde er Rallye-Weltmeister, er war in diesen Jahren das Maß aller Dinge. Sicher nicht unschlagbar, aber immer zuverlässig, der beste Allrounder und immer ganz vorne mit dabei bei der Musik! Es führte einfach kein Weg an Tommi Mäkinen vorbei.
Anfang des Jahres 2002 wechselte er dann zu Subaru. Wirklich große Erfolge konnte er nicht mehr feiern, aber er gab seine ganze Erfahrung an seinen Teamkollegen Petter Solberg weiter und trug somit einen nicht zu unterschätzenden Anteil an dessen Titelgewinn 2003 bei. Nun geht „Big Mäk“ also in Rente. Er wird in Zukunft viel Zeit für Lebensgefährtin Eliisa Järvelä und die beiden Söhne Henry (geboren 1996) und Mikko (geboren 2003) haben. Aber ein wenig traurig sind wir schon, wir werden den blonden Finnen vermissen, dem man bei seiner englischen Aussprache so wunderbar seine finnische Herkunft heraushört.
Tröstlich ist jedenfalls die Tatsache, dass im Norden Finnlands schon einige Zentimeter Schnee liegen, so muss Tommi nicht ganz auf Geschwindigkeit verzichten und kann seiner Leidenschaft, dem Snowmobilfahren, nachgehen!
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