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2003-11-23 23:17:52 - ks
F3 Cup: Positive Bilanz nach der Debütsaison

Der Rückblick fällt durchweg positiv aus
Als Anfang Mai in Oschersleben das erste Mal die Ampel auf Grün sprang, standen noch 13 Autos am Start. Doch im Laufe der Saison hat sich der RECARO Formel-3-Cup gewaltig entwickelt, schon im Sommer hatten sich 20 Rennwagen auf den Strecken eingefunden.

Das Feld war ein Mix verschiedener Nationen und Kontinente: Der Brasilianer João Paulo de Oliveira vertrat Südamerika, Jesse Mason kam aus Kanada und Nassim Sidi Said, der nun beim Formel-1-Team Minardi angedockt hat, fand den Weg aus Algerien nach Deutschland. Er war damit einer der ganz wenigen afrikanischen Rennfahrer in Europa.

Zu den drei „Exoten“ gesellten sich eine Menge Europäer aus insgesamt elf verschiedenen Nationen: Deutschland, Schweiz, Österreich, Niederlande, Italien, Belgien, Frankreich, England, Tschechien, Kroatien und der Slowakei. Das schwedische Performance-Team sorgt sogar noch für eine weitere Sprache im Fahrerlager. Sie hatten ursprünglich nur mit der englischen Formel-3-Meisterschaft geplant, doch das Konzept des RECARO Formel-3-Cups überzeugte sie so sehr, dass die Schweden einige Gastauftritte wagten. Mit Erfolg: auf dem EuroSpeedway Lausitz holte der Niederländer Ross Zwolsman für die Nordländer zwei Podestplätze.

Der überlegene Pilot der Premierensaison heißt João Paulo de Oliveira. In seinem fünften Formel-3-Jahr spielte er seine ganze Routine aus und holte sich die Meisterschaft glanzvoll und deutlich. Der 22-Jährige ließ auch nicht locker, als er den Titel schon sicher hatte: Mit 13 Rennsiegen in nur einer Saison stellte er einen neuen Rekord für den deutschen Formel-3-Sport auf und verwies damit so prominente Namen wie Pedro Lamy (1992) und Jörg Müller (1994) auf die Plätze. Die beiden schafften in einer Saison elf Siege, damals allerdings noch in der Deutschen Formel-3-Meisterschaft.

Nur drei Mal stand der Mann aus São Paulo nicht ganz oben auf dem Podest: Beim Auftakt in Oschersleben feierte Hannes Neuhauser einen Doppelsieg und beim zweiten Aufschlag am A1-Ring Ende September war Sven Barth besser als „JP“.

Barth entwickelte sich im Windschatten von de Oliveira in seiner Debütsaison in der höchsten deutschen Formelklasse prima. Der letztjährige Meister der Formel VW musste mit dem Druck fertig werden, dass seine Sponsorengelder anfangs nicht für alle Rennen reichten. Erst im August hatte er die Gewissheit, auch beim Finale noch dabei zu sein. Diese Tatsache und sein Naturell machten ihn zu einem Muster an Konstanz und Beständigkeit. Der 22 Jahre alte Student der Verfahrenstechnik stand zehn Mal auf dem Podest, gepunktet hat er immer. Keinen einzigen Ausfall musste er hinnehmen. Die Krönung seines Aufstieges war der Sieg am A1-Ring Ende September. Außerdem wurde er bester Rookie und zudem noch Vize-Meister knapp vor Hannes Neuhauser.

Der Österreicher begann furios und dominierte den Auftakt in Oschersleben mit zwei Pole Positions und zwei ersten Rängen. Doch als João Paulo de Oliveira ab dem zweiten Rennwochenende seinen Rhythmus gefunden hatte, konnte auch der 18-jährige Hannes dem Brasilianer nichts mehr entgegensetzen.

Insgesamt gingen elf Fahrer den triumphalen Weg zur Siegerehrung, davon immerhin fünf Formel-3-Neulinge: Sven Barth, Markus Mann, Adrian Wolf, Franz Schmöller und Thomas Holzer. Hinter dem Dauersieger João Paulo de Oliveira war das Feld also ausgeglichen, die Zuschauer bekamen spannende Kämpfe zu sehen.

Inmitten der raufenden Herren spielten mit Catharina Felser und Ina Fabry auch zwei Damen äußerst erfolgreich mit. Fabry, die 2003 erstmals in einem Formel-3-Renner saß, konnte wegen knappen Budgets nur wenige Läufe bestreiten, während ihre Kontrahentin die komplette Saison in Angriff nahm. Die Blondine mit Abitur bescherte ihrem Teamchef Klaus Trella zwei Podestpositionen und einige weitere gute Resultate. Die Belohnung war ein sechster Gesamtrang nur wenige Zähler hinter Franz Schmöller und Markus Mann.

Mit der ersten Saison des noch jungen RECARO Formel-3-Cups können die Organisatoren der Formel-3-Vereinigung vollauf zufrieden sein. Der Fernsehpartner DSF zeigte eine Vielzahl der Rennen live und sendete Kurzberichte im Magazin ‚Motodrom’. Fachzeitschriften wie beispielsweise Motorsport aktuell berichteten ausführlich und lückenlos von jedem Rennen.

Das Highlight im Kalender war Anfang Mai auf dem EuroSpeedway Lausitz der Auftritt mit dem ChampCars, dem nordamerikanischen Gegenstück zur Formel 1. Weitere Läufe im Rahmen der BERU Top10 und zusammen mit der Nissan World Series rundeten den abwechslungsreichen Veranstaltungsplan ab.

Diese eingeschlagene Richtung soll auch in den kommenden Jahren nicht verändert werden: Die Formel-3-Vereinigung bietet weiterhin die Chance, günstigen Formel-3-Sport auf hohem Niveau betreiben zu können, um einen hohen Lerneffekt zu erzielen. Dass das Konzept stimmt, zeigt die Prognose für die nächste Saison: Im RECARO Formel-3-Cup 2004 rechnet man mit einem konstanten Feld von mindestens 22 Monoposti.


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