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2003-11-14 23:35:56 - ks
V8STAR: Das vorläufiges Ende nach drei Jahren

(c) ts photo
Hatte unser Fotograf 2000 schon eine Vorahnung?
Die Organisation der V8STAR gab heute bekannt, dass in der Saison 2004 keine Rennen geplant sind. In einer Pressemitteilung heißt es, man wolle das eine Jahr Auszeit nutzen, um „weitere Partner für sich zu gewinnen, um so das wirtschaftliche Fundament der Rennserie zu verstärken.“ Insider wissen jedoch - dies ist nur ein Ausstieg auf Raten.

Im Jahr 2001 war die V8STAR mit einem riesigen Medien- und Marketingaufwand angetreten, den Motorsport neu zu erfinden. Doch schon bei der offiziellen Präsentation auf der Essen Motor Show war es nicht nur die DVD-Präsentation, die ins Stocken geriet – mit einem Rennformat, dass an Undurchsichtigkeit nicht zu überbieten war, wollte man sich von anderen Rennserien abheben.

Nicht nur erfahrene und routinierte TV-Kommentatoren gerieten ein ums andere Mal ins Schwitzen weil sie nicht nachvollziehen konnten, was auf der Rennstrecke vor sich ging, auch gestandene Rennfahrer heimsten sich Strafen ein, weil Sie nicht in der Lage waren, das Rennformat anzuwenden.

Natürlich war nicht alles schlecht... Die bulligen V8STAR-Boliden begeisterten die Fans in erster Linie mit ihrem sonoren und kernigen V8-Sound. Und auch auf der Rennstrecke wurde guter Sport geboten. Im Fahrerlager präsentierte sich die Silhouettenrennserie offen und Fahrer vom Kaliber Cecotto, Lamy, Asch, Thiim und Bartels waren für die Fans zum Greifen nahe.

Für den Zuschauer meist unsichtbar, brodelte es hinter den Kulissen. Die Teams klagten bereits im Debütjahr über schlechte Zahlungsmoral der Organisation bei der Ausschüttung der üppigen Gewinnsummen. Wie die Weltwirtschaft, kränkelte auch das finanzielle Konzept der meisten Teams. Dies hatte zur Folge, dass nicht nur das Fahrerfeld sondern auch der Enthusiasmus der Teilnehmer kleiner wurde.

Zu Beginn der Saison 2003 dann der Supergau: Mit der Beru Top 10, die in den ersten beiden Jahren das positive Umfeld der V8STAR stellte, konnte keine Einigung mehr erzielt werden. Die V8STAR machte sich selbstständig und präsentierte sich weitestgehend vor leeren Rängen im Rahmen der GTP-Weekends. Ausnahmen waren Auftritte beim Gastspiel der amerikanischen CART Serie auf dem Lausitzring, dem Truck Grand Prix und dem 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. Zugegeben große Events, leider nicht optimal gewählt – die V8STAR geriet hier zum Lückenfüller.

Das vorerst jähe Ende zum jetzigen Zeitpunkt kommt selbst für die Fans nicht unerwartet. Die Starterzahlen blieben 2003 deutlich hinter den Erwartungen zurück und es gab keine positiven Tendenzen für das kommende Jahr.

Die V8STAR hätte sich als solide zweite Liga im deutschen Motorsport etablieren können. Doch die Visionen der Macher gingen oftmals zu weit. Anstatt sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, investierte man viel Energie in Marketing-Klimmzüge, die aus heutiger Sicht nicht aufgingen – schade.

„Die V8STAR bedankt sich bei den Teams, Fahrern, Sponsoren und Partnern, die in den letzten drei Jahren treu zu der Serie gestanden haben.“
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