Der Champion der Formel 3 Euroserie steht auf Startplatz zwei
Das Meisterteam aus dem RECARO Formel-3-Cup ereilte das Pech beim Macau Grand Prix schon im freien Training. Der japanische Gastfahrer Naoki Yokomizo knallte den Dallara Opel-Spiess des belgischen Teams JB Motorsport derart heftig in die Leitplanken, dass das Auto in zwei Teile zerbrach. „Rund 40.000 Euro wird die Reparatur wohl verschlingen“, ärgerte sich Teammanager Sven Plateeuw.
Auch im zweiten Qualifying schien gegen James Courtney kein Kraut gewachsen zu sein. Der Australier hatte bereits die vorausgegangenen zwei freien Trainings und auch das erste Qualifying dominiert. Als Champion der Japanischen Formel-3-Meisterschaft ist Courtney im Dallara 302 Toyota-Tom’s unterwegs. Bei seinem zweiten Macau-Auftritt gelang dem Australier dennoch nicht die Bestzeit. Die fuhr Fabio Carbone ein. Im Dallara 302 Renault-Sodemo kam der Brasilianer auf 2:13.016 Minuten. Bis zehn Minuten vor Trainingsende stand Courtney noch auf der Pole Position – dann purzelten die Zeiten und Courtney (2:13.232 Minuten) rutsche ohne Zeitverbesserung auf den dritten Platz. Neben dem 23-jährigen Carbone steigerte sich auch der Meister der neuen Formel-3-Euroserie im Dallara Opel-Spiess des italienischen Prema Powerteams von Runde zu Runde. Fünf Minuten vor dem Trainingsende schlug Ryan Briscoe zu. Seine 2:13.223 Minuten für die 6,2 Kilometer lange Stadtpiste bedeuteten den zweiten Startplatz. „Ich bin wahnsinnig happy und freue mich sehr auf das Rennen, da ich mit einem fantastischen Auto unterwegs bin. Die Strecke ist der Hammer, überall lauern Gefahren. Dies musste ich im ersten Qualifying lernen, als ich leicht in die Mauer gerutscht bin“, so Briscoe. Auch das Abschlusstraining verlief für den 22-Jährigen nicht ohne Fehler: beim Angriff auf die Pole Position drehte sich Briscoe, ohne jedoch einzuschlagen.
Der einzige Deutsche im 30-köpfigen Starterfeld schaffte den fünften Trainingsplatz. Pierre Kaffer jagte im Dallara 303 Toyota-Tom’s in 2:13.506 Minuten haarsträubend durch die Stadt. Seine rasante Fahrt unterstrich deutlich die Motivation des Rheinländers, der bei seinem dritten Macau-Rennen unbedingt siegen will. Pierre Kaffer: „Ich bin zum dritten Mal hier in Macau und bin noch nie so hart gefahren, wie in diesem Training. Ich habe wirklich alles probiert und auch riskiert, doch hier entscheidet ein Wimpernschlag über Platz eins oder Platz fünf. Ich bin mit dem fünften Platz zufrieden, er bietet eine gute Ausgangsposition für das Rennen“. Für Kaffers Team Superfund TME Racing bedeutete der fünfte Platz sogar das beste Trainingsergebnis der Saison. „Und dies ausgerechnet auf der schwierigsten Strecke und im stärksten Fahrerfeld“, freute sich Teammanager Malte Bongers.
Sehr kühl und berechnend ging Nico Rosberg bei seinem Macau-Debüt zu Werke. Der Sohn des früheren Formel-1-Weltmeisters Keke Rosberg nutzte die beiden freien und die beiden Zeittrainings, um sich auf den schwierigen Kurs einzuschießen. Drei Runden vor dem Trainingsende riskierte Rosberg was, fuhr zuerst in 1:13.906 Minuten auf den guten siebten Platz und dann am San Francisco-Hügel in die Mauer. In Macau ist Rosberg nicht im Team seines Vaters, sondern beim britischen Meisterteam Carlin im Dallara 302 Honda-Mugen unterwegs.
Auf dem ernüchternden 17. Platz kam Rosbergs Teamkollege Narain Karthikeyan. Der 27-jährige Inder startet zum fünften Mal in Macau und ist normalerweise in der leistungsmäßig deutlich stärkeren Nissan World Series zu Hause. Auch der derzeit Führende der Britischen Formel-3-Meisterschaft konnte sich noch nicht mit Ruhm bekleckern: Lewis Hamilton lieferte im Dallara 302 Honda-Mugen des Manor Teams nicht nur einen Crash, sondern auch den enttäuschenden 18. Platz ab. Nur wenig besser lief es für Nelson Piquet, der auch nur auf den 13. Platz kommen konnte. Vielleicht war der Sohn des einstigen Formel-1-Weltmeisters durch einige PR-Auftritte abgelenkt. Schon Tage vor dem Rennen hatte Piquet der Presse mitgeteilt, dass er nur für wenige ausgesuchte Medien für ein Interview zur Verfügung stehen würde.
Der 50. Macau Grand Prix wird in zwei Rennen ausgetragen. Am Sonntagmorgen entscheidet der erste Lauf über die Startaufstellung für das Hauptrennen am Sonntagnachmittag.