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2003-10-26 20:10:07 - hg
SCC: Lechner gewinnt beide Läufe in Hockenheim

Lechner führt am Start von Lauf 14 vor Hungerbühler, Pedrazza und Steiner
Bei seinem SCC-Debütrennen im URD-BMW hat V8-STAR-Pilot Robert Lechner (A) die beiden letzten Läufe der Sportscar Challenge Saison 2004 für sich entscheiden können. Während er im ersten Lauf trotz anhaltenden Drucks der hinter ihm plazierten Piloten einen lupenreinen Start-Ziel-Sieg einfahren konnte, musste er sich im 15 und letzten Saisonlauf aufgrund von Zündaussetzern seines 390PS starken BMW-Triebwerks gegen Emanuel Pedrazza im Werks-PRC zur Wehr setzen. Die etwa 3000 Zuschauer im Hockenheimer Motodrom erlebten einen packenden Zweikampf zwischen den beiden österreichischen Piloten in dessen Verlauf mehrfach die Führung wechselte. Erst in der letzten Runde setzte sich Lechner im URD durch und eroberte die Spitze für seinen 2. Sieg an diesem Tage zurück.
Durch 2 4.Plätze und den technischen Ausfall seines härtesten Konkurrenten in der großen Klasse, Marcel Steiner (CH) errang Alexander Seibold (D) seinen 2. Meistertitel in der SCC-Top-Kategorie. In der Lightsklasse gewann der schwedische Gaststarter Peter Johamson (S), amtierender Champion der schwedischen Schwesterserie der SCC, beide Läufe und trug sich somit als erster Skandinavier in die Siegerlisten der SCC ein. Mit einem 2.Platz im 2.Lauf, nach packendem Zweikampf gegen Johamson, besiegelte dagegen Wolfgang Payr (A) entgültig seinen Gesamtmeistertitel, nachdem dieser durch einen unverschuldeten Crash im ersten Lauf noch einmal in ernsthafte Gefahr geraten war.

Insgesamt waren 23 Sportprototypen zum Finale auf der herbstlich kalten Clubvariante des kleinen Kurses in Hockenheim erschienen. Beim Training zum Saisonfinale hatte Robert Lechner (A) im URD-CX-Sportprototypen die Pole mit etwa einer halbe Sekunde Vorsprung vor Sabrina Hungerbühler (CH) eingefahren.

Am Start zum 14.Lauf setzte Lechner sich souverän in Führung und gab diese Position bis zum Schluss nicht mehr ab. Dennoch war es kein einfacher Homerun, denn die dahinter plazierten Piloten ließen den Vorsprung nie zu groß werden, so daß sich Zakspeed-V8-STAR-Pilot Lechner keinen Fehler erlauben dürfte. Zuerst lag Sabrina Hungerbühler für einige Runden auf Rang 2. Sie musste sich zunächst Emanuel Pedrazza (A) beugen, der daraufhin den Vorsprung von Lechner kontinuierlich verkürzte. Ein technischer Defekt am Gaszug verhinderte dann 3 Runden vor Schluß eine finale Attacke auf Lechner der daraufhin einen Vorsprung von 10s auf Hungerbühler erarbeiten konnte. Auf den Plätzen 4 und 5 kämpften zunächst die beiden Meisterschaftsaspiranten in der großen Klasse, Marcel Steiner (CH) und Alexander Seibold (D) um die Punkte. Alexander Seibold musste sich im PRC-BMW gegen den von hinten nachdrängenden Osella-BMW-Piloten Rainer Fink (D) erwehren. Leider vergeblich, denn Fink schaffte es zur Rennhalbzeit sich vorbeizupressen. Als dann auch Marcel Steiner in der 13 Runde das Rennen wegen eines Bruchs der Kupplungswelle an seinem Martini MK77-BMW aufgeben musste und zudem Pedrazzas PRC zurückfiel war der Weg frei zum 3.Platz und somit dem besten Saisonergebnis das Fink im Rahmen seiner Comeback-Saison einfahren konnte. Der 4.Platz von Alexander Seibold erwies sich als vorentscheidend für die Meisterschaft in der großen Klasse. Hinter Seibold belegten u.a. die PRC-Piloten Gerd Beisel, Emanuel Pedrazza, Piere-André Meroz und Lucchini-BMW-Pilot Patrick Zajelsnik die besten Positionen im Feld der großen Division.

Aufgrund der Tatsache daß erstmals 2 Finalläufe in Hockenheim ausgetragen wurden, muste in der Lights-Klasse PRC-Werks-Pilot Wolfgang Payr lediglich noch einige wenige Punkte zur Sicherung seines Gesamttitels der Meisterschaft einfahren. Dieses Vorhaben geriet in ernsthafte Gefahr als er in der 13. Runde durch eine Kollision mit RWT-PRC-Pilot Manuel Metzger (D) aus dem Kampf um die Führung gerissen wurde. Metzger war beim Anbremsen der V6-Bremsschikane die Hinterradaufhängung kollabriert woraufhin er Payr ungebremst ins Heck krachte und über dessen Hinterwagen aufstieg. Beide Piloten blieben zum Glück unverletzt. Dadurch war der Weg an der Spitze frei für den PRC-Opel-C3 des schwedischen Gaststarters Peter Johamson, der auf einem technisch identischen Wagen wie Payr unterwegs war. Johamson hatte in diesem Jahr schon die schwedische Schwesterserie der Sportscar-Challenge, die SSRS2003, für sich entscheiden können. Mit einigem Abstand machten Lights-Vizemeister Wolfgang Dietmann (A) auf Argo-Alfa und PRC-Werks-Pilot Jochen Fuchs(A) im CN-Opel nach interessantem Zweikampf die verbleibenden Podiumspositionen unter sich aus. Der zwischenzeitlich von der letzten Startposition aus in Führung gegangene Osella-Honda von Pilot Rudi Seher (D) laborierte noch an den Spätfolgen eines Unfalls beim Bergrennen in Mickhausen und musste einen technischen Ausfall verbuchen.

Da Marcel Steiner aufgrund seines Defektes für den Finallauf zum Zuschauen verurteilt war, stand Alexander Seibold vorzeitig als Meister der großen Kategorie fest. Es ist Seibolds 2. SCC-Titel nach 2001. Durch Payrs Ausfall eröffnete sich sogar noch eine Chance auf den Gewinn des Gesamttitels, falls Payr noch mal ausfallen würde und Seibold besser als 5. in seiner Klasse abschneiden würde. Die PRC-Mechaniker waren daher zwischen den beiden Läufen damit beschäftigt den schwer beschädigten Wagen von Payr wieder aufzubauen, wobei als Ersatzteillager der Wagen von Jochen Fuchs verwendet wurde, der damit auch auf einen Start verzichten musste.

Auch am Start des 15 und letzten Laufs setzte sich Robert Lechner zunächst souverän in Führung. Dahinter fiel Sabrina Hungerbühler zunächst hinter Alexander Seibold zurück während sich Emanuel Pedrazza binnen Kurzem an die 2.Position vorschieben konnte. Zunächst sah es wie im ersten Lauf nach einem souveränen Start-Ziel-Sieg von Lechner aus - bis zur 10. Runde. "Dann hat mein Motor zunehmend Aussetzer gehabt , dadurch hat sich Emanuel noch an mich heranschieben können. " In der 16 Runde nutzte der PRC-Pilot Pedrazza ein Überrundungsmanöver um sich an Lechner vorbeizuschieben. Fast sah es nach einem Sensationssieg aus, dann verbremste sich Pedrazza in der letzten Runde eingangs der Nordkurve und Lechner zog wieder vorbei. Hinter den beiden Führenden konnte sich Sabrina Hungerbühler in der Opel-Kurve schließlich im Kampf um Platz 3 an Alexander Seibold vorbeischieben, der seinerseits Rainer Fink am Ende um 0,4s schlagen konnte. Gerd Beisel, Pierre-André Meroz und Osella-BMW-Pilot Harald Leikeim folgten auf den Plätzen.

In der Lights-Kategorie wiederholte Peter Johamson seinen Klassensieg aus Lauf 14 erneut. Dabei lieferte er sich im letzten Rennviertel einen begeisternden Zweikampf mit Wolfgang Payr, dessen PRC-Crew den Einsatzwagen rechtzeitig zum Rennen wieder hinbekommen hatte. Von der letzten Position aus gestartet fuhr Payr so am Ende bis auf Rang 2 vor und sicherte sich somit die noch fehlenden Punkte zum Gewinn der Gesamtwertung. Hinter den beiden PRC-Opel-C3-Piloten wurde ein ebenso erbitterter Zweikampf zwischen Wolfgang Dietmann (A) im Argo-C3-Alfa und RWT-PRC-Pilot Gerhard Münch (D) um den dritten Platz ausgetragen der zugunsten des Österreichers endete. Dahinter plazierten sich Beat Kohler (CH) im PRC-Opel und Michael Kerber (D) im URD-1,6l-BMW, während der Osella-Honda von Rudi Seher (D) erneut ausfiel. Dennoch war der Top-10-Teamchef von der Performance des Fahrzeuges angetan und überlegt sich einen
Einstieg in die SCC 2004.


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