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2003-10-25 21:28:43 - ks
DRM: Kahle gewinnt, Gassner ist Meister

Gassner reichte ein siebter Platz zum Gewinn der Meisterschaft
Mit einem Rallye-Krimi erster Güte endete die Saison der Deutsche Rallye-Meisterschaft bei der ADAC-3-Städte-Rallye rund um Straubing. Nach 233,94 Kilometern lagen die Skoda-Werkspiloten Matthias Kahle / Peter Göbel (Skoda Octavia WRC) im Ziel mit einem deutlichen Vorsprung von 1.37,2 Minuten auf Sandro Wallenwein / Pauli Zeitlhofer (Mitsubishi Lancer EVO VII) in Führung. Vorausgegangen war ein dramatischer Schlagabtausch Kahles mit dem österreichischen Team Manfred Stohl / Ilka Minor (Mitsubishi Carisma EVO VII), bei dem die Führung zwischen dem vierfachen Deutschen Meister und dem Gruppe-N-Weltmeister von 2000 mehrfach wechselte. Erst ein abgerissener Turboschlauch am Carisma entschied auf der 16. von 17 Wertungsprüfungen das Duell und brachte Wallenwein sogar noch den zweiten Rang ein. Stohl / Minor beendeten die Rallye auf der dritten Position. Riesenfreude herrschte beim Team von Hermann Gassner: Dem Surheimer reichte bei seiner Heimrallye mit Co-Pilot Siggi Schrankl der siebte Platz im Gesamtklassement, um sich nach 1995 zum zweiten Mal die Deutsche Rallyemeisterschaft zu holen. Obwohl Kahle sich mit seinem Sieg die volle Punktzahl gutschreiben lassen konnte, beendete er die Saison um sieben Zähler geschlagen als Vizemeister. Spannung auch in der Super-1600-Klasse, in der Citroen-Youngster Rainer Jostes und Co-Pilot Jan Enderle im Citroen Saxo Super 1600 bis kurz vor Schluss vorne lagen, dann aber mit Motorschaden ausfielen. Es siegten Horst Rotter / Dieter Hawranke (Opel Corsa Super 1600), die damit Vizemeister ihrer Klasse wurden.

Gassner "Unbeschreiblich erleichtert"
"Herzlichen Glückwunsch an Hermann Gassner", war das sportliche-faire Fazit von Matthias Kahle nach der ADAC-3-Städte-Rallye. "Heute hat es für uns mit viel Glück zum Sieg gereicht. Das Auto ist heil geblieben, die Rallye war sehr turbulent - ich bin froh, im Ziel zu sein. Der Fight mit Stohl hat sehr viel Spaß gemacht. Immerhin haben wir hier den fünften Sieg der Saison geholt und sind mit Skoda Markenmeister geworden - und das ist bestimmt nicht die schlechteste Bilanz." Der Fight um Sekundenbruchteile mit Stohl um den Gesamtsieg wurde erst auf der 16. von 17 WPs entschieden, als der Österreicher rund vier Minuten durch einen abgerissenen Turboschlauch verlor. Der zuvor durch eine defekte Servolenkung zurückgefallene Kahle konnte so doch noch vorbeiziehen. "Unbeschreiblich erleichtert" war im Ziel der frisch gebackene Champion Hermann Gassner. "Was für ein Super-Gefühl! Natürlich war der Hintergedanke an die Meisterschaft während der ganzen Rallye vorhanden. Aber man darf dann nicht zu vorsichtig fahren, sonst verlässt einen die Konzentration." Die gute Saisonbilanz für Skoda machte Maik Stölzel mit Co-Pilot Thomas Windisch perfekt: Der Zwickauer sicherte sich mit dem vierten Platz bei der ADAC-3-Städte-Rallye im Skoda Octavia WRC die Privatfahrer-Meisterschaft denkbar knapp mit einem Punkt Vorsprung vor Armin Holz / Jörn Limbach (VW Golf Kit-Car). Mit tollen Einzelerfolgen glänzten außerdem zwei Gruppe-N-Teams: Olaf Dobberkau / Roland Bauer (Mitsubishi Lancer EVO VII) und ihre polnischen Markenkollegen Michal Solowow / Maciek Baran konnten als Beste der Gruppe N über zwei Liter zum zweiten Mal in der Saison dem neuen Meister-Duo Gassner / Schrankl den Sieg in der Klasse der seriennahen Allrad-Fahrzeuge abjagen.

Super-1600-DM verabschiedet sich mit tollem Kampf aus der Saison
Jubel gab es nach der ADAC-3-Städte-Rallye auch im Team von Horst Rotter / Dieter Hawranke (Opel Corsa Super 1600). Sie konnten nach einem spannenden Kampf mit Rainer Jostes / Jan Enderle (Citroen Saxo Super 1600) zum dritten Mal in dieser Saison die Tageswertung in ihrer Division gewinnen. Die Entscheidung fiel dabei denkbar knapp auf der vorletzten Prüfung, auf der Jostes mit technischen Problemen ausfiel. Die vorzeitig gekürten Super-1600-Meister Carsten Mohe / Lutz H. Uhlig schieden bereits in der zweiten Wertungsprüfung mit einem Motordefekt am Renault Clio Super 1600 aus.

Gruppe N: Corazza bester Deutscher
Auch in der "kleinen" Division V (Gruppe N unter zwei Liter Hubraum) mussten sich die permanenten Starter aus der DRM mit einer starken internationalen Konkurrenz auseinandersetzen. Beste der flotten Fronttriebler wurden zwei Teams finnischer Schotterspezialisten: Veli-Matti Havelin / Risto Niukkanen und Toni Klemets / Panu Plosila (beide Honda Civic Type R) lagen im Ziel vor ihren Markenkollegen Peter Corazza / Steffen Rothe sowie Bernd Knüpfer / Lars Israel (Opel Astra OPC). Corazza musste sich auch damit abfinden, den Titel des Privatfahrer-Champions an seinen sächsischen Landsmann Maik Stölzel abzugeben, den er bei der Vorjahres-Rallye gewonnen hatte. Trotzdem hatte er einen Grund zum feiern, wurde er doch zwei Tage vor dem Start der ADAC-3-Städte-Rallye Vater eines gesunden Jungen.

Fahrner / Poschner feiern zweiten Sieg im ADAC Rallye-Junior-Cup
Für den ADAC-Rallye-Junior-Cup war die 3-Städte-Rallye ebenfalls der Finallauf, bei dem sich Markus Fahrner / Marcus Poschner (VW Polo GTI 16V) den Sieg sichern konnten. Die Piloten des Deutschen Rallye-Junior-Teams durften sich damit nicht nur über ihren zweiten Erfolg in der laufenden Saison freuen, sondern auch über die Vizemeisterschaft. Mit gerade einmal zwei Punkten zogen sie am Ende an Sebastian Vollack / Sebastian Geipl (VW Polo GTI 16V) vorbei. Als Cup-Sieger standen bereits vor der ADAC-3-Städte-Rallye Mike Steudten / Katrin Becker (Citroen Saxo VTS) fest.

Ruben Zeltner holt Titel im Mitropa Rallye Cup
Zum vorletzten Saisonlauf trat der Mitropa Rallye Cup bei der ADAC 3-Städte-Rallye an. In der "Rallye-Europameisterschaft der Privatfahrer" konnte sich Ruben Zeltner mit Bruder Thomas im Co-Piloten-Sitz vorzeitig als Meister feiern lassen. "Riesig! Wir haben hier beim vorletzten Lauf zum Mitropa-Cup schon den Sack dicht machen können und den Titel geholt", freute sich der Österreicher. "Damit haben wir das Ziel erreicht, das wir uns vor der Saison gesetzt hatten."


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