 |
WRC: Petter Solberg fährt von acht auf eins!

|
 |
Kämpferischer als Napoleon: Solberg führt auf Korsika |
 |
 |
 |
 |
| Einen abwechslungsreicheren und spannenderen Tag hat die Rallye-WM seit ihrer Einführung in 1979 wohl selten zuvor erlebt, denn die zweite Etappe der Tour de Corse hätte Alfred Hitchcock nicht besser inszenieren können. Die beiden Top-Favoriten Sebastien Loeb und Markko Märtin rutschten beide in der achten Prüfung zunächst von der Piste und verloren zehn bzw. fünf Minuten. Reichlich Dreher, in Spitzkehren abgewürgte Motoren, falsche Reifenwahl oder Kaltverformungen sorgten dafür, dass das Ergebnis vom ersten bis zum zweiten Etappenziel komplett umgekrempelt wurde.
Petter Solberg, nach dem ersten Tag nur achter, führt mit nun 17,9 Sekunden Vorsprung auf Francois Duval das Klassement an. „Der Tag war perfekt, und bei Regen gibt es nichts Besseres als Pirelli-Reifen“, freute sich der Norweger. Allerdings hatte auch „Hollywood“ eine von seinen berühmten Schrecksekunden zu überstehen, als der Subaru in WP acht eine Mauer touchierte. „Bis auf den Frontspoiler wurde nichts beschädigt, ich mußte nur dreimal zurücksetzen, und das kostete 15 Sekunden.“
Auf der gleichen Prüfung erwischte es Loeb und Märtin schlimmer. Der französische Citroen-Pilot rutschte in einen Graben und drei Räder verloren den Bodenkontakt. „Leider mussten wir warten, bis einige Zuschauer angelaufen kamen, deshalb haben wir fast zehn Minuten verloren.“ Genügend Zuschauer standen in der Kurve, wo Märtin seinen Focus botanisierte. „Nach ein paar Sekunden standen wir wieder auf der Piste, doch wir mussten noch das rechte Vorderrad reparieren“, ärgerte sich der Este.
Unzufrieden war auch das Peugeot-Trio Richard Burns, Marcus Grönholm und Gilles Panizzi. WM-Spitzenreiter Burns, am ersten Tag noch vorne dabei, verlor während der zweiten Etappe kräftig an Boden. Zunächst verwachste der Brite mit Intermediates, dann würgte er zweimal den Motor ab, verzeichnete einen Reifenschaden und auch ein Dreher kostete, wie bei Grönholm, etwas Zeit. Panizzi markierte immerhin auf der neunten Prüfung eine Bestzeit und liegt nun auf Rang sechs. Trotz des Märtin-Abflugs war Ford-Teamchef Malcolm Wilson nicht unzufrieden: „Francois Duval ist phantastisch unterwegs und hat noch Siegchancen. Mit Mikko Hirvonen sind wir ebenfalls sehr zufrieden, schließlich hat er auf der achten Prüfung seine erste WRC-Bestzeit markiert.“
In der seriennahen Gruppe N blieb das Führungsduo wie in der WRC nicht von Problemen verschont. Gigi Galli versenkte seinen Mitsubishi Lancer irreparabel in WP acht und mußte aufgeben. Daniel Sola kassierte zunächst 1.10 Strafminuten, da der Mitsubishi nicht anspringen wollte und verlor in Prüfung elf 1.45 Minuten nach einem Reifenschaden. Über drei Minuten Vorsprung schmolzen zu 1.12,9 Minuten zusammen. Mit Rang vier bei den PCWRC-Teams steuerte Martin Rowe im David Sutton-Subaru dem WM-Titel entgegen.
WRC-Stand nach 12 von 16 Wertungsprüfungen:
1. Solberg/Mills (Subaru Impreza) 3:09.13,6 Stunden
2. Duval/Prevot (Ford Focus) + 17,9 Sekunden
3. Sainz/Marti (Citroen Xsara) + 22,4 Sek.
4. C.McRae/Ringer (Citroen Xsara) + 1.15,5 Minuten
5. Grönholm/Rautiainen (Peugeot 206) + 1.23,6 Min.
6. Panizzi/Panizzi (Peugeot 206) + 1.26,5 Min.
7. Mäkinen/Lindström (Subaru Impreza) + 2.10,3 Min.
8. Burns/Reid (Peugeot 206) + 2.22,0 Min.
9. Bugalski/CHiaroni (Citroen Xsara) + 2.32,9 Min.
10. Hirvonen/Lehtinen (Ford Focus) + 2.33,9 Min.
11. Gardemeister/Lukander (Skoda Fabia) + 3.34,6 Min.
12. Märtin/Park (Ford Focus) + 5.16,0 Min.
13. Robert/Bedon (Peugeot 206) + 7.11,9 Min.
14. Loeb/Elena (Citroen Xsara) + 10.07,7 Min.
wichtige Ausfälle:
WP 11 : Stohl/Minor (Peugeot 206) Unfall
WP 10: Rousselot/Mondesir (Subaru Impreza) Unfall
WP 7: Bengue/Escudero (Peugeot 206) Unfall
WP 1: Auriol/Giraudet (Skoda Fabia) Hydraulik
PCWRC-Stand nach 12 von 16 Wertungsprüfungen:
1. Sola/Romani (Mitsubishi Carisma) 3:29.09,0 Stunden
2. Pons/Julia* (Mitsubishi Lancer) + 1.12,9 Minuten
3. McShea/Patterson (Mitsubishi Lancer) + 1.28,7 Min.
4. Higgins/Gibson* (Subaru Impreza) + 1.38,9 Min.
5. Arai/Sircombe (Subaru Impreza) + 2.54,1 Min.
6. Rowe/Agnew (Subaru Impreza) + 5.34,3 Min.
7. Blomqvist/Goni (Subaru Impreza) + 6.21,9 Min.
8. Colsoul/Colsoul (Mitsubishi Lancer) + 6.49,9 Min.
9. Kulig/Szczepaniak (Mitsubishi Lancer) + 7.23,7 Min.
10. Franco/Franco* (Mitsubishi Lancer) + 7.41,8 Min.
wichtige Ausfälle:
WP 9: Santoni/Casamatta* (Mitsubishi Lancer) technischer Defekt
WP 8: Galli/Galli* (Mitsubishi Lancer) Unfall
*= nicht in PCWRC eingeschrieben
Verwandte News: Loeb unter Druck in Korsika Erobert Loeb in Korsika die Tabellenführung? Dritter Saisonsieg für "Super-Seb" |  |