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2003-10-08 20:50:46 - stern
F1: "Scheinwelt der Formel 1 war mir immer fremd"

Schumacher: "Ich komme aus einem sehr normalen Elternhaus"
Für Formel 1-Star Michael Schumacher geht es nicht mehr in erster Linie darum, Siege einzufahren. Vor dem Saisonfinale am kommenden Sonntag im Japan sagte der fünffache Titelgewinner dem Hamburger Magazin stern: "Meine Hauptmotivation ist mittlerweile der Spaß. Ich habe mein großes Ziel doch erreicht, schon im Jahr 2000, die Weltmeisterschaft mit Ferrari. Seither fahre ich aus reiner Freude." Sollte er in Suzuka zum sechsten Mal den Titel gewinnen, wäre das für ihn lediglich "eine Art Zugabe". Dennoch würde ihn dieser Rekord "berühren und stolz machen".

Schumacher sagte in dem stern-Interview deutlich, dass die Welt der Formel 1 "eine künstliche Welt ist, die die echte nicht ersetzen kann". Auch wenn er damit aufgewachsen ist, sei ihm der ganze Rummel immer schon fremd gewesen. "Ich komme aus einem sehr normalen Elternhaus, das hilft." Seine beiden Kinder nehme er deshalb nicht mit zur Rennstrecke, weil er sich an das Chaos erinnere, als Mika Häkkinen früher mal seinen kleinen Sohn mitgebracht habe. "Wie soll ein kleines Kind damit fertig werden? Ich glaube, man schadet Kindern damit; sie werden sich schwer tun, Normalität zu leben. Meine Kinder sollen einfach nur als Gina und Mick aufwachsen und nicht mit dem Druck, die Kinder von Michael Schumacher zu sein."

Die Familie, so der Ferrari-Pilot, sei ihm "eindeutig am wichtigsten". Sein Vermögen bedeute für ihn und seine Familie die finanzielle Sicherheit, die er seinen Eltern auch gewünscht hätte. Es gebe nur wenige andere Dinge, die ihm wirklich etwas bedeuteten: "Ein schönes Haus für uns alle oder das Flugzeug, das mir Zeit schenkt. Ich hatte auch mal eine Yacht, aber da hingen ständig Paparazzi herum. Das macht dann sowieso keinen Spaß."

Schumacher verliert im Moment keinen Gedanken daran, mit dem Rennfahren aufzuhören und Jüngeren Platz zu machen. "Warum sollte ich? Ich fahre, solange es mir Spaß macht. Machmal habe ich das Gefühl, je länger ich dabei bin, desto mehr liebe ich diesen Sport."


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