SCC: URD-Sieg nach Pech für Steiner
Mit dem 4. Saisonsieg hat Emanuel Pedrazza (A) am Steuer des URD-BMW den ersten Lauf in Monza abschliessen können. Dabei profitierte er vom Pech seines Konkurrenten Marcel Steiner (CH), den nach einer starken Vorstellung an der Spitze liegend ein technischer Defekt an seinem Martini-MK77-BMW in der letzten Runde aus dem Rennen riß. Mit dem 2. Platz hinter Pedrazza eroberte Steiners direkter Meisterschaftskonkurrent, Alexander Seibold (D), die Tabellenführung in der großen Klasse. Im Osella-BMW des Krisam-Motorsport-Teams errang die schweizer Rennamazone Sabrina Hungerbühler ihr erstes SCC-Podium in der großen Klasse.
In der kleinen Lights-Klasse begeisterten der schon als Meister feststehende Wolfgang Payr (A) im PRC-Opel und der 2. der Wertung, Argo-Alfa-Pilot Wolfgang Dietmann (A) die Zuschauer mit einem direkten Duell, das Payr letztendlich für sich entscheiden konnte.
Die Pole-Position des Rennens, bei dem 21 Boliden der SCC zusammen mit etwa einem Dutzend Teilnehmern aus der Interserie in einem gemeinsamen Lauf starteten, hatte der Sieger des letzten Laufes Gerd Beisel (D) mit seinem PRC-BMW erobert. Gleich in der ersten Schikane kollidierte Beisel jedoch mit einem Interserie-Piloten und musste das Rennen am Ende des Feldes wieder aufnehmen. Dadurch gelangte Emanuel Pedrazza im Werks-URD in Führung, der von seinem Intimus Marcel Steiner im weiß-rot-blauen Martini-MK77 BMW und dessen direkten Meisterschaftskonkurrenten Alexander Seibold im PRC-BMW verfolgt wurde. Der 4.Platz dahinter war stark umkämpft. Zuerst eroberte PRC-Werkspilot Pierre Andre-Meroz den 4.Rang ehe sich seine Gänge reihenweise abmeldeten und er mit nur noch einem übriggebliebenen 4. Gang die Segel streichen musste. Anschließend kreuzte Gaststarter Roberto Randacchio (I) mit dem nach LMP675-Reglement aufgebauten 450PS starken Tampolli-Cosworth auf der 4. Position. Leider musste auch Randacchio nach einem Defekt im Antriebsstrang bei seinem Debüt einen Nuller hinnehmen. Daraufhin übernahm Sabrina Hungerbühler im Osella-BMW des Krisam-Teams den 4.Platz.
Zwischenzeitlich hatte sich Marcel Steiner mit einem an diesem Wochenende optimal aussortierten Boliden an Emanuel Pedrazza herangehängt und dessen Linie intensiv studiert. In der 5. von 9 Runden konnte der Schweizer am Österreicher vorbeiziehen und die Spitze übernehmen. Fast sah es nach einem Sieg für den Schweizer aus - als dessen Technik ihm erneut im Stich ließ! In der letzten Runde brach eine Antriebswelle am Wagen des fassungslosen Schweizers, dessen taktisch kluge Fahrt nicht belohnt wurde.
So erbte Emanuel Pedrazza, Meister der SCC2000, den Sieg im ersten Lauf in Monza. 6s dahinter kam Alexander Seibold ins Ziel, der durch den Ausfall Steiners nun die Tabellenführung in der großen Klasse übernehmen konnte. Vom Pech ihrer SCC-Kollegen profitierend schaffte es die Schweizerin Sabrina Hungerbühler den verbleibenden Podiumsrang zu erobern und damit ihr bislang bestes Ergebnis nach dem Wechsel in die große Klasse zu Saisonmitte zu erzielen. Rang 4 ging an ihren Landsmann Burkhard Stricker im PRC-BMW der sich vor dem kampfstarken Josef Pfyl - ebenfalls Schweiz - auf einem weiteren Martini-MK77-BMW plazieren konnte.
In der kleinen Klasse, die in Monza mit 10 Fahrzeugen ebenfalls gut besetzt war, tobte zu Anfang des Rennens ein unterhaltsamer Zweikampf zwischen den beiden Kontrahenten Wolfgang Dietmann(A) im schwarzen Argo-Alfa und dem schon als Meister der Klasse feststehenden Wolfgang Payr im PRC-Opel. Nachdem zuerst Dietmann anfänglich führte konnte sich Payr im Verlaufe des Rennens vorbeikämpfen und damit Saisonsieg Nr. 6 in der kleinen Klasse erobern. Darüber hinaus übernahm er mit dem Ausfall Steiners auch die Führung in der Gesamtwertung der SCC. Dritter in der Lightswertung wurde der österreichische Gastpilot "Tessitore" alias Erich Weber, der auch seinen 2 Abstecher vom Berg an die Rundstrecke nach der Runde am A1-Ring mit einem Pokal krönen konnte. Hinter ihm konnte sich PRC-Werks-Pilot Beat Kohler (CH) im PRC-Opel vor dem Lokalmatadoren Giovanni Caligaris (I) im Bogani-Alfa durchsetzen. Die Privatfahrer Ivan Haberkorn, Georg Hallau, Hans-Peter Voigt und Klaus Essig folgten in ihren PRC-Boliden auf den dahinterliegenden Plätzen.