Rechenschieber werden beim Saisonfinale Hochkonjunktur haben. Denn beim neunten Saisonlauf der Tourenwagen-EM feierte Alfa Romeo-Pilot Garbiele Tarquini zwei Siege jeweils vor seinem Markenkollegen Nicola Larini und sorgte damit für eine höchst spannende Ausgangssituation im Kampf um die Meisterschaft. Gabriele Tarquini und Jörg Müller starten jetzt punktgleich mit je 96 Zählern auf dem Konto in die letzten beiden Rennen in Monza, Andy Priaulx (BMW) hat mit 89 Punkten auf der Haben-Seite ebenfalls alle Chancen auf den Titelgewinn, genau wie Nicola Larini (Alfa Romeo), der bei noch 20 zu vergebenden Punkten deren neun Rückstand auf seinen Markenkollegen an der Tabellenspitze hat.
„Wir fangen in Monza also bei Null an“, grinste Gabriele Tarquini nach seinem Doppelsieg im portugiesischen Estoril. „Jetzt haben wir genauso viel Punkte wie Jörg. Ich hatte vor dem Rennen eine Menge Druck, doch alles lief hier fantastisch. Das Auto war einfach unschlagbar.“ Mit dem vierten Platz im ersten Durchgang und dem fünften Rang im zweiten verteidigte Jörg Müller vom BMW Team Deutschland die Tabellenspitze, die er sich jetzt mit Tarquini teilen muss. „Es war ein Wochenende mit harten Zweikämpfen. Nun hoffe ich natürlich auf zwei erfolgreiche Rennen in Monza“, so der Titelkandidat vom Schnitzer-Team.
Auf den Titel hofft auch Andy Priaulx. Der BMW-Pilot wahrte mit einem siebten und einem vierten Platz seine Titelchancen. „Mit 40 Kilogramm Zusatzgewicht war es an diesem Wochenende nicht leicht, aber wir waren gut genug, noch in Monza um die Meisterschaft zu fahren“, so Priaulx. „Und unserem Auto sollte die Strecke dort liegen.“ Letzter Anwärter auf die Krone in der Tourenwagen-EM ist Nicola Larini. Der Alfa Romeo-Pilot setzte sich mit zwei zweiten Plätzen in Szene und peilt so mit neun Zählern Rückstand weiter den Titelgewinn an. Jeweils mit auf das Podium kletterte in Estoril Roberto Colciago. Der 35-Jährige in Alfa Romeo-Diensten machte so die zwei Dreifach-Erfolge für die Italiener perfekt.