Alles andere als normal war das erste Rennen der Formel 3 Euro Serie am Samstag am Hockenheimring. Die teilweise noch nasse Strecke führte Regie und brachte nicht nur die Tabellenführer aus dem Konzept, auch die Zuschauer konnten sich nicht mehr auf den Plätzen halten. Nicht aus dem Konzept bringen ließ sich dagegen Timo Glock, der in der letzten Runde vom fünften auf den ersten Platz fuhr.
Schon der Start des Samstagsrennens war an Spannung nicht zu überbieten. Hier war die Reifenwahl entscheidend. Ein Teil des Feldes hatte bereits Slickreifen aufgezogen, während Andere noch mit Regenreifen fuhren. Bruno Spengler setzte bei der abtrocknenden Strecke noch auf Regenreifen und zog mit einem Blitzstart von der siebten auf die erste Position, vorbei an Polesitter Markus Winkelhock, der Slicks gewählt hatte.
Ebenso schnell schoss Alexandros Margaritis vom 15. Platz auf den dritten und zog Fabio Carbone im Windschatten vom 14. auf den vierten mit sich nach vorne. Verlierer waren hier Richard Lietz und Olivier Pla, der Tabellendritte, die auf den fünften beziehungsweise zehnten Platz zurück fielen. Als der junge Österreicher sich dann auch noch in der vierten Runde drehte, schoss der Serien-Newcomer Nicolas Armindo in seinen Monoposti und holte damit das Safety-Car auf die Strecke. Während dieser Neutralisation hatte das Feld wieder die Chance, an Bruno Spengler ran zu fahren, der sich mit zehn Sekunden Vorsprung abgesetzt hatte. Markus Winkelhock musste allerdings als sechstplatzierter sein Auto wegen technischer Probleme in der Box abstellen.
Nach dem Restart waren es aber wieder die Regenreifen-Fahrer, die die Nase vorne hatten. Während Alexandros Margaritis Bestzeiten fuhr, drehte es Tabellenführer Ryan Briscoe und den Zweiten in der Meisterschaft Christian Klien, beide auf Slicks, von der Strecke. Die beiden konnten im Gegensatz zu Robert Kubica ihre Autos jedoch wieder auf die Strecke bringen. Der Pole schlug mit seinem Boliden drei Minuten vor Rennende in den Reifenstapel ein und blieb mitten auf der Strecke stehen.
Glücklicherweise blieb er unverletzt. Zu der Zeit führte noch der Kanadier Spengler das Feld vor dem Griechen Margaritis und dem Briten Adam Carroll an, musste aber hart kämpfen, um sich die beiden vom Hals zu halten. Die drei waren so in ihren Kampf vertieft, dass fast unbemerkt Timo Glock in der letzten Runde einen Angriff starten konnte, der seines gleichen sucht: Vorbei an Carroll holte er sich in der letzten Kurve vor der Zielflagge nicht nur Margaritis, sondern zog auch noch an Bruno Spengler vorbei. In seinem Windschatten folgten Nicolas Lapierre, der auf dem dritten Platz hängen blieb und Fabio Carbone, der so vom siebten auf den vierten Platz fahren konnte. Bruno Spengler sah dann erst als Sechster die Zielflagge. Briscoe beendete das Rennen punktlos auf dem 17. und Klien nur auf dem 23. Platz.