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2003-09-30 21:19:46 - ju
WRC: San Remo ohne Hyundai

(c) Jörg Ufer
Die Hyundais von Schwarz und Loix bleiben vorerst aufgebockt...
Zwei Tage vor dem Start zur 45. Rallye San Remo erreichte die Rallye-Gemeinde eine Hiobsbotschaft: Motor Sport Developments (MSD) zog die Nennung für die beiden Hyundai Accent WRC zurück. Armin Schwarz und Freddy Loix müssen somit beim elften von 14 WM-Läufen tatenlos zusehen.

„Wir haben alle vertraglichen Vereinbarungen erfüllt und haben uns nichts vorzuwerfen“, erklärte MSD-Boss David Whitehead. „Aber Hyundai ist leider mit seinen Zahlungen in Rückstand. Daher haben wir für San Remo kein Budget. Trotz tagelanger Verhandlungen konnten wir uns mit der Hyundai Motor Corporation nicht einigen.“ Der Teamchef hofft allerdings, die drei weiteren WM-Läufe in Korsika, Spanien und Wales noch bestreiten zu können. „Wenn Hyundai seinen Teil des Vertrages einhält und bezahlt, stehen wir am Start, keine Frage!“ Unbestätigten Gerüchten zu Folge gibt es auch noch vom Deutschen WM-Lauf im Raum Trier unbezahlte Rechnungen von MSD, vor allem im Hotel- und Gaststättengewerbe.

Beste Chancen, die sportlichen Schlagzeilen zu füllen, haben die PSA-Schwestern Peugeot und Citroen. Löwen-Dompteur Gilles Panizzi siegte in den vergangenen drei Jahren beim italienischen WM-Lauf und hätte natürlich nichts gegen einen vierten Sieg einzuwenden. „Die schmalen Asphaltstraßen liegen mir, ähneln sehr meiner Heimat“, freut sich der Franzose auf seinen 50. WM-Einsatz. „Aber gegen meinen Teamkollegen Marcus Grönholm wird es natürlich sehr schwer, und natürlich gegen Citroen.“

Die Zitronen hinterließen im Verlauf der Saison den besten Eindruck auf Asphalt. Sebastien Loeb siegte bei beiden bisherigen Events in Monte Carlo und Deutschland. „Wir haben nicht nur Siegchancen in San Remo, sondern auch in der WM“, blickt Citroen-Teamchef Guy Frequelin optimistisch gen Italien. „Eine Konstellation, die wir als WM-Neueinsteiger nicht unbedingt erwartet hatten.“ Neben den drei Marken-WM-punkteberechtigten Loeb, Colin McRae und Carlos Sainz wird der Franzose Philippe Bugalski einen vierten Xsara WRC pilotieren.

Ford und Subaru haben in den letzten Wochen viele Asphalt-Testfahrten durchgeführt. „Wenn es gut läuft, können wir vielleicht sogar siegen“, hofft Ford-Teamchef Malcolm Wilson. „Markko Märtins zehn Bestzeiten bei der Rallye Deutschland haben gezeigt, dass wir auch auf Asphalt stark sind.“ Die Subaru-Piloten Petter Solberg und Tommi Mäkinen hoffen vor allem auf kühle Temparaturen, da dann ihre Pirelli-Reifen der Michelin-Konkurrenz vermeintlich nicht mehr so unterlegen sind.

Die Rallye San Remo wird auch als fünfter von sieben Läufen zur Junior-World-Rally-Championship (JWRC) gewertet. Tabellenführer Brice Tirabassi wird als großer Favorit über die Startrampe rollen, nicht zuletzt dank des auf Asphalt bärenstarken Renault Clio.

Wichtige Starter 45. Rallye San Remo:
1 Grönholm, 2 Burns, 3 Panizzi (alle Peugeot 206), 4 Märtin, 5 Duval, 6 Hirvonen (alle Ford Focus), 7 Solberg, 8 Mäkinen (beide Subaru Impreza), 14 Auriol, 15 Gardemeister (bei Skoda Fabia), 17 C.McRae, 18 Loeb, 19 Sainz (alle Citroen Xsara), 20 Bugalski (Citroen Xsara), 22 Kresta, 23 Robert (beide Peugeot 206).

Stand in der WRC (Fahrer):
1. Burns 55; 2. Sainz und Solberg je 48; 4. Loeb 45; 5. Grönholm 38; 6. Märtin 37; 7. C. McRae 33; 8. Mäkinen 21; 9. Rovanperä 18; 10. Duval 11; 11. Gardemeister 9; 12. Panizzi 6; 13. Auriol 4; 14. Robert, A. McRae, Schwarz und Hirvonen je 3; 18. Tuohino 2; 19. Ginley, Lindholm und Loix je 1.

Stand in der WRC (Marken):
1. Peugeot 101; 2. Citroen 97; 3. Ford & Subaru je 60, 5. Skoda 20; 6. Hyundai 12.

Stand in der JWRC:
1. Tirabassi 28; 2. Carlsson 18; 3. Canellas 17; 4. Aava 16; 5. Wilks 15; 6. Katajamäki & Ligato je 10; 8. Broccoli 9; 9. Teuronen & Svedlund je 5; 11. Ceccato & Cecchettini je 4; 13. Sebalj & Feghali je 3; 15. Baldacci & Iliev je 2; 17. Harrach 1.


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