Rallye nat.: Heimsieg für Frank Färber am Deutschen Eck
Frank Färber ließ bei der ADAC-Rallye Deutsches Eck keine Fragen offen
Die Premiere der ADAC-Rallye Deutsches Eck wurde zu einem vollen Erfolg, denn allerorten gab es zufriedene Gesichter. Bei den Teilnehmern, die die harte aber schöne Rallye lobten, aber auch bei den rund 3.500 Fans entlang der Wertungsprüfungen, die sich nahezu frei bewegen konnten und denen spannender Motorsport geboten wurde. Bei optimalen Witterungsbedingungen starteten 109 Teams zu den sechs Wertungsprüfungen auf dem Truppenübungsplatz Schmidtenhöhe oberhalb von Koblenz.
Lokalmatador Frank Färber aus Neuwied ließ von Beginn an keinen Zweifel aufkommen, dass der Sieg an diesem Tag nur über ihn geht. „Die Prüfungen waren hart aber auch sehr anspruchsvoll, die gesamte Organisation hat bestens geklappt und das Ambiente am Deutschen Eck ist einfach einmalig“, war Färber begeistert. Zusammen mit seinem Co-Piloten Klaus Cousin war er nach einer Gesamt-Fahrzeit von 19:52,5 Minuten um genau 25,4 Sekunden schneller als der Zweitplatzierte Dirk Klemund im Ford Escort Cosworth. Inmitten der Allrad-Teams lenkte Thomas Kleinwächter seinen seriennahen BMW 318iS auf den fantastischen dritten Gesamtrang. Mit dem vierten Gesamtrang sicherte sich Axel Friedhoff im Mitsubishi Lancer Evo VI gleichzeitig den Sieg in der Rheinland-Pfalz-Meisterschaft.
Färber nutzten auch vier Junioren aus dem ADAC Rallye Junior Cup das Schotter-Event in Koblenz als Test für die Drei-Städte-Rallye, dem DM-Finale in Straubing Ende Oktober. Ihre VW Polo, nur 105 bzw. 130 PS stark, gehörten zu den schwächsten Fahrzeugen im Starterfeld. Deshalb ist der sechste Gesamtrang von Markus Fahrner geradezu sensationell. „Endlich einmal eine Schotter-Rallye, das hat allein schon riesig Spaß gemacht,“ strahlte der 23-jährige Schwabe. „Dieses Resultat macht Hoffnung für das kommende Finale.“ Aber auch seine KDS-Teamkollege Florian Auer (15. Gesamt) und Rudi Hachenberg (31. Gesamt) überzeugten, während Aaron Burkhard bereits in der Auftaktprüfung mit Motorschaden aufgeben mußte. Hachenbergs Leistung ist umso höher zu bewerten, denn der 18jährige Wermelskirchener verfügt im Gegensatz zu seinen drei Teamkollegen nur über einen 1400er-Motor.
Einen spannenden Kampf gab es um den Sieg im BMW 318is-Cup. Wie gewohnt bestimmten Thomas Kleinwächter und Sven Hasselbach das Geschehen, ehe ein heftiger Unfall in WP fünf das Duell vorzeitig beendete. In einem schnellen Linksknick krachte Hasselbach frontal in einen Hinkelstein und überschlug sich mehrfach. Obwohl sich der Motor rund 30 cm nach hinten verschob und das Fahrzeug sofort brannte, überstanden „Caretaker“ Hasselbach und Beifahrer Dieter Meyer den Crash nahezu unverletzt. Auch Dank dem schnellen und vorbildlichen Einsatz der Rettungskräfte. Dank diesem Erfolg sicherte sich Kleinwächter vorzeitig den Titel im BMW-Cup.
Die Sonderwertung Volvo-Original-Cup gewann Rainer Keck mit seinem Volvo 244 GLT. Er fuhr die schwedische Familienkutsche zur Freude der begeisterten Fans auf den 12. Gesamtrang. Die positive Stimmung vieler Teilnehmer brachte der Wahlscheider Willi Wiegmann (Renault Clio) auf den Punkt: „Auf eine solche Schotter-Rallye haben wir schon lange gewartet“, strahlte der Gesamt-Achte.
„Eigentlich wollten wir erst in aller Ruhe auswerten und dann analysieren, ob es eine Wiederholung einer solchen Mammutveranstaltung geben kann“, so Lothar Diel, Organisationsleiter und Vorsitzender des veranstaltenden AMC aus Arzbach, „allein von uns waren am Wochenende über 200 Helfer unterwegs. Nach der sehr guten Zusammenarbeit mit der Stadt Koblenz und der Bundeswehr sowie den überwiegend sehr positiven Rückmeldungen der Teilnehmer kann ich schon jetzt sagen, dass wir alles daran setzen werden, damit es auch 2004 eine Rallye Deutsches Eck in Koblenz gibt.“
Endergebnis nach 6 Wertungsprüfungen:
1. Frank Färber/Klaus Cousin (Mitsubishi Carisma GT Evo IV) 19:52,5 Minuten (1. Gruppe N über 2000 ccm)
2. Dirk Klemund/Markus Zimmermann (Ford Escort RS Cosworth) + 25,4 Sekunden (1. Gruppe F über 2000 ccm)
3. Thomas Kleinwächter/Dirk Ossenberg (BMW 318 is) + 48,1 Sek. (1. Gruppe F2005 bis 2000 ccm)
4. Axel Friedhoff/Gerd Stein (Mitsubishi Lancer Evo VI) + 53,7 Sek.
5. Andreas Gerst/Frank Ziegler (BMW 318 is) + 1.06,4 Minuten
6. Markus Fahrner/Marcus Poschner (VW Polo 1,6 GTi) + 1.12,5 Min.
7. Wolfgang Meierholz/Sascha Hornemann (Mitsubishi Lancer Evo VI) +1.12,6 Min.
8. Willi Wiegmann/Chris Bassert (Renault Clio Williams) + 1.19,6 Min.
9. Thorsten Stendebach/Norbert Velten (BMW 318is) + 1.27,9 Min.
10. Christian Hicketier/Johannes Fries (Opel Astra) + 1.33,6 Min.