F1: Schumacher bei wechselnden Bedingungen unschlagbar
Schumacher fährt mit neun Punkten Vorsprung nach Suzuka
Michael Schumacher gewann den Großen Preis der USA und stellte mit seinem 70. Sieg die Weichen endgültig auf WM-Titel Nummer sechs. Bei teilweise chaotischen Witterungsbedingungen setzte sich der Ferrari-Pilot souverän gegen McLaren-Jungtalent Kimi Räikkönen durch, der mit seinem zweiten Rang die die WM-Entscheidung vertagte. Heinz-Harald Frentzen zeigte eine starke Leistung und fuhr mit Rang drei sein bestes Saisonergebnis ein. Juan-Pablo Montoya, der als Schumachers ärgster Konkurrent galt, schied mit Rang sechs aus dem Kreis der Titelaspiranten aus.
„Ein schöner und wichtiger Sieg – ich bin sehr glücklich“, freute sich Michael Schumacher nach dem Rennen. „Es war heute alles dabei. Dieses Rennen zu gewinnen, war beim derzeitigen Meisterschaftsstand sehr wichtig und ich bin allen im Team sehr dankbar.“
„Wir haben das Rennen verloren, weil wir mit dem Wetter Pech hatten“, analysierte Räikkönen. „Ich habe alles gegeben und bin nur Zweiter geworden. Das ist natürlich nicht ideal, aber wir sind noch im Kampf um die WM dabei. In Suzuka kann alles passieren.
„Ich bin sehr glücklich, denn wir hatten mit einem Podiumsplatz nicht gerechnet“, so Frentzen. „Wir hatten eine schwierige Saison. Bei diesen schwierigen Bedingungen konnten wir unsere Stärke ausspielen und das Fahren hat mir wirklich viel Spaß gemacht.“
Polesitter Kimi Räikkönen gewann den Start und bog als Erster in das Infield ein. Dahinter setzte sich Oliver Panis vor Ralf Schumacher und Michael Schumacher. Juan Pablo Montoya verpatzte den Start und fiel auf sieben zurück. Eingangs der zweiten Runde geriet er in der ersten Kurvenkombination mit Rubens Barrichello aneinander, der nach Kollision dann im Kiesbett stecken blieb.
Ab der fünften Runde setzte Regen ein und Michael Schumacher geriet zunehmend unter Druck. Der Deutsche konnte Position drei nicht halten und musste innerhalb weniger Minuten Coulthard, Montoya und Alonso ziehen lassen.
Nach seiner beherzten Aufholjagd im ersten Renndrittel verlor Juan-Pablo Montoya rund sechs Sekunden beim ersten Boxenstopp – die Tankanlage streikte und die BMW-Williams-Mechaniker mussten den Ersatzschlauch benutzen.
In Runde 22 überschlugen sich die Ereignisse. Als Einziger noch ohne Boxenstopp flog Mark Webber in Führung liegend in die Reifenstapel. Ralf Schumacher drehte sich ebenfalls von der Strecke und Michael Schumacher holte sich nur zwei Runden nach seinem Routinestopp Regenreifen.
Jenson Button übernahm die Führung vor Heinz-Harald Frentzen. Auf den Positionen drei und vier folgten Kimi Räikkönen und Michael Schumacher. Juan-Pablo Montoya wechselte zu spät auf Regenreifen und fiel auf Rang elf zurück. In Runde 27 schob sich Schumacher dann ohne Probleme an seinem finnischen WM-Konkurrenten vorbei auf Rang drei. In der 37. Runde übernahm Michael Schumacher die Führung, als er Jenson Button am Ende der Start-Ziel-Geraden auf der nassen Spur ausbremste.
Zu diesem Zeitpunkt wäre die WM-Entscheidung zu Gunsten von Michael Schumacher bereits gefallen, wenn nicht Kimi Räikkönen in Runde 54 an Frentzen vorbei auf Position zwei fuhr. Mit neun Punkten Rückstand auf Schumacher (92 Punkte) hielt der McLaren-Fahrer die Weltmeisterschaft offen. Allerdings müsste Räikkönen in Suzuka beim Saisonfinale schon gewinnen und Schumacher dürfte keinen Punkt holen.