FIA GT: Ferrari wiederholt Vorjahressieg im Motopark
Nach Lister Disqualifikation zum Sieg: Biaggi und Bobbi
Nach einem turbulenten und spannenden Rennen im Motopark Oschersleben haben die Italiener Thomas Biaggi/Matteo Bobbi im Ferrari 550 Maranello der BMS Scuderia Italia vor 25.000 Zuschauern den achten Lauf zur FIA GT-Meisterschaft am "Grünen Tisch" gewonnen. Das italienische Duo profitierte bei seinem sechsten Saisonerfolg von der Disqualifikation der ursprünglichen Sieger Jamie Campbell-Walter und Nathan Kinch im Lister Storm.
Nach drei Stunden und 119 Runden verwies das siegreiche Duo Biaggi/Bobbi den Lister Storm von Bobby Verdon-Roe/Marco Zadra auf Rang zwei. Dritte auf dem 3,667 km langen Kurs bei Magdeburg wurde das Trio Lilian Bryner/Enzo Calderari/Stefano Livio mit einem weiteren Ferrari. "Für uns war das heute ein großer Schritt Richtung Titelgewinn. Aber noch sind wir nicht am Ziel", sagte Biaggi, der zusammen mit Bobbi in der Meisterschaft souverän anführt. Bereits im Vorjahr hatte ein Ferrari 550 Maranello des ehemaligen Formel 1-Teams BMS Scuderia Italia im Motopark triumphiert.
Für große Diskussionen hinter den Kulissen und die Disqualifikation des ursprünglichen Siegers sorgte eine spektakuläre Szene in der 102. Runde: Jamie Campbell-Walter touchierte mit seinem Lister Storm beim Überrunden die Chrysler Viper GTS-R des ehemaligen Formel 1-Piloten Philippe Alliot. Die Viper des Franzosen bog bei hohem Tempo rechtwinklig ab und schlug nahezu ungebremst in die Boxenmauer ein. Das Rennen wurde danach einige Runden hinter dem Safety Car fortgesetzt. Alliot entstieg der stark beschädigten Viper glücklicherweise unverletzt. "Ich war von dieser Situation völlig überrascht. Ich bin auf meiner Linie geblieben und Campbell-Walter hat seine gewechselt. Der Einschlag war heftig", berichtete Alliot. Die Sportkommissare entschieden, den Lister wegen des "vermeidbaren" Unfalls aus der Wertung zu nehmen.
Ebenfalls nachträglich disqualifiziert wurde das deutsche Konrad-Team. Nachdem Franz Konrad/Walter Lechner jr./Toni Seiler zum zweiten Mal in Folge von der Pole Position ins Rennen gestartet waren, wurde der lange in Führung liegende Saleen S7-R in der 65. Runde zunächst wegen eines Aufhängungsschadens zu einem unplanmäßigen Stopp gezwungen. Eine Aufholjagd brachte Konrad/Lechner jr./Seiler wieder auf Rang fünf nach vorne, ehe das Trio wegen zu hohen Tempos während der Safety-Car-Phase ausgeschlossen wurde.
In der N-GT-Klasse für seriennahe Fahrzeuge landeten gleich drei Ferrari 360 Modena auf den ersten drei Plätzen. Andrea Bertolini/Fabrizio de Simone feierten nach Barcelona ihren zweiten Saisonsieg und verwiesen ihre Markenkollegen Jamie Davies/Darren Turner sowie Kelvin Burt/Tim Mullen auf die Plätze zwei und drei. Der Deutsche Marc Lieb landete mit seinem Partner Stephane Ortelli in einem Porsche 911 GT3-RS des Freisinger Teams auf Rang fünf. "Wir waren das ganze Wochenende etwas langsamer als die Ferrari. Von daher müssen wir mit Blickrichtung Meisterschaft noch ganz zufrieden mit dem Resultat sein", sagte Ortelli. Vor den letzten beiden Läufen führen Ortelli/Lieb mit 12,5 Punkten Vorsprung die N-GT-Klasse weiter an.