Stippler vertagte die Titelentscheidung mit seinem Sieg auf Hockenheim
Mit seinem dritten Saisonsieg holte Frank Stippler (Bad Münstereifel) im niederländischen Zandvoort die Tabellenführung zurück, die ihm Mike Rockenfeller (Neuwied) vor zwei Wochen am A1-Ring in Österreich abgenommen hatte. Stippler setzte sich beim Start vom zweiten Platz aus sofort an die Spitze des Feldes. Über die 19-Runden-Distanz verteidigte er seine Führung gegen den ständig attackierenden Romain Dumas (Frankreich), der den Porsche des EMC-Carsport-Racing-Teams auf Platz zwei ins Ziel brachte. Rang drei ging an Dumas Teamkollegen Wolf Henzler (Nürtingen).
Hinter dem Trio, das in unveränderter Reihenfolge über die Renndistanz fuhr, schloss Christian Menzel (Kelberg), von Startplatz sieben kommend, bis auf den vierten Rang vor Mike Rockenfeller auf. Rockenfeller hatte den achten Lauf des Carrera Cup auf dem Dünenkurs an der Nordsee vom sechsten Platz aufgenommen.
Pech hatte der Trainingsschnellste, Klaus Graf (Dornhan), der schon beim Start mit einer defekten Antriebswelle ausrollte. Auch Patrick Long (USA) als Fünftschnellster des Trainings hatte kein Glück: Auf Platz vier liegend, steuerte er mit einem Reifenschaden die Boxen an.
In der Gesamtwertung führt Frank Stippler vor dem Finale in Hockenheim (5. Oktober) mit sechs Punkten vor Mike Rockenfeller. Mit seinem zweiten Platz beim heutigen Rennen machte sich Romain Dumas wieder zum Mitbewerber um den Vizetitel.
Frank Stippler (Sieger): "Nach zwei Runden kriegte ich Vibrationen von der Kupplung; etwa sieben Runden vor Schluss hatte ich Schwierigkeiten, die Gänge zu wechseln. Deshalb konnte Romain in den winkligeren Streckenabschnitten enormen Druck machen. Wir hatten unser Auto riskant agestimmt, nämlich auf optimale Performance in zwei Kurven, die wir für entscheidend hielten. Das hat sich bewährt."
Wolf Henzler (Platz drei): "Romain und ich waren vor allem in der zweiten Rennhälfte schneller als Frank. Aber der ist ein alter Fuchs und fuhr gnadenlos seine Kampflinie. Ich lag an dritter Position hinter Romain, der mein Teamkollege ist. Da fährt man natürlich auch nicht ohne Vorbehalt auf Angriff ..."
Mike Rockenfeller (Platz fünf): "Mehr war nicht drin. Mein Auto lag nicht hundertprozentig, weder an der Vorder- noch an der Hinterachse stimmte der Grip. Dazu kommt, dass hier in den Dünen neben der Ideallinie viel Sand auf der Strecke liegt, Überholvorgänge sind enorm riskant. Macht nichts, das Rennen um den Gesamtsieg ist noch immer offen."