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2003-09-20 18:20:07 - hg
SCC: Dritter URD-Sieg in Folge durch Emanuel Pedrazza

Seibold kam aufgrund von Abstimmungs- und Handlingsproblemen nicht über den sechsten Rang heraus
Die zehnte Runde der Sportscar Challenge2003 ist auf dem französischen Kurs von Dijon-Prenois von Emanuel Pedrazza auf URD-BMW gewonnen worden. Der Österreicher setzte sich dabei knapp mit nur 0,8 Sekunden Vorsprung vor seinem schärfsten Verfolger Marcel Steiner im Martini-BMW durch, der damit noch alle Meisterschaftschancen wahrte, besonders da sein schärfster Verfolger in der großen Klasse, Alexander Seibold, aufgrund von Abstimmungs- und Handlingsproblemen nicht über einen sechsten Rang herauskam. Gefahr droht Steiner und Seibold in der SCC-Gesamtwertung lediglich von Lights-Pilot Wolfgang Payr, der mit dem vierten Saisonerfolg in Dijon seine Führung auf 64 Punkte ausbaute, und sich effektiv als neuer SCC-Lights-Champion feiern lassen kann.

Der Start zum Lauf begann turbulent. Marcel Steiner konnte seine Pole knapp vor Pedrazza und Beisel verteidigen. Doch dahinter versuchten die junge Schweizerin Sabrina Hungerbühler – erstmals in der großen Klasse mit einem 3-Liter-Krisam-Osella-BMW unterwegs – PRC-Pilot Alexander Seibold und Osella-Privatier Rainer Fink die erste Kurve "Double Droite de Villeroy" zu dritt nebeneinander zu nehmen, was nach mehreren Berührungen der drei Boliden für den auf der Aussenseite befindlichen Rainer Fink mit einem derben Einschlag in den Reifenstapeln endete. Daraufhin schickte die Rennleitung für zwei Runden das Safety-Car auf die Strecke um den havarierten Osella des Deutschen bergen zu können. Beim Restart setzten sich Steiner im Martini MK77 und Pedrazza an der Spitze des Feldes ab und lieferten sich in gewohnter Manier eines ihrer herzerfrischenden Rennduelle, für die die beiden seit der Saison 2000 berühmt sind. Damals hatte eine Kollision der beiden in der letzten Kurve der letzten Runde des letzten Rennens den Titel zugunsten des Österreichers entschieden.

Während Gerd Beisel das ganze Rennen über unangefochten auf Platz drei blieb, bekam Alexander Seibold Druck von der hinter ihm befindlichen Sabrina Hungerbühler. "Ich habe die Zeiten der ersten Runden schließlich nicht halten können, da die Reifen immer mehr abgebaut haben. Wir hatten einige Änderungen im Setup gegenüber den vorigen Läufen in Dijon vorgenommen um den Wagen weicher abzustimmen. Jedoch waren wir am Ende des Rennens nicht mehr konkurrenzfähig. Daher ist Sabrina in der neunten Runde vorbeigezogen."

Vorher hatte sich schon an der Spitze des Feldes die Entscheidung vollzogen, als Emanuel Pedrazza in der vierten Runde an Marcel Steiner vorbeischlüpfen konnte. Der Schweizer konterte zwar noch mit der schnellsten Rennrunde, hielt sich aber aus taktischen Gründen mit weiteren Angriffen bedeckt um seine Titelchancen nicht durch einen Ausfall zu gefährden. Damit konnte Pedrazza den dritten Sieg in Folge mit der deutschen Konstruktion einfahren. Kurz vor Schluss musste sich Alexander Seibold sogar noch dem Lights-Champion des Jahres 2001, Josef Pfyl auf Martini-MK77-BMW, beugen, der damit Rang fünf okkupieren konnte. Hinter Seibold belegten die vier Schweizer Walter Fuchs, Adolf Gärtner, Burkhard Stricker und Rudi Jauslin die Ränge in der großen Division.

In der kleinen Kategorie der SCC-Lights, die durch einige Ausfälle im Training zahlenmäßig ausgedünnt wurde, fuhr Wolfgang Payr einen nie gefährdeten vierten Saisonsieg ein und steht damit effektiv schon als Meister fest, da Hauptkonkurrent Wolfgang Dietmann(A) aufgrund eines Getriebeschadens an seinem Argo-Alfa-CN+ im Qualifying die Segel streichen musste. Der in der Schweiz lebende Österreicher Payr ist seit fünf Jahren konstanter Teilnehmer der SCC und hatte trotz beständiger Leistungen den Titel in den letzten Jahren aufgrund vornehmlich technischer Umstände immer wieder knapp verfehlt. Dank der gestiegenen Zuverlässigkeit seines diesjährigen PRC-2l-Opel C3-Boliden war der Titel in diesem Jahr vorprogrammiert. Gerüchten zufolge liebäugelt der ehemalige F3-Pilot nun für nächstes Jahr mit dem Umstieg in die große Klasse.

Hinter Payr fuhr sein Teamkollege Beat Kohler mit einem PRC 2l Opel CN+ ebenfalls aufs Treppchen. Das Podium wurde vom Elsässer Ivan Haberkorn komplettiert, der den PRC-Opel-CN+ des badischen RWT-Teams von Gerd Beisel auf dem dritten Gesamtrang der kleinen Kategorie ins Ziel brachte. Farbe in diese Klasse brachte der Italiener Giovanni Caligaris, der einen Bogani V6 Alfa 12V an den Start brachte. Leider fiel der bislang nur bei Bergrennen eingesetzte italienische Bolide im Laufe des Rennens aufgrund von Problemen mit der Zündung aus.
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