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2003-09-18 15:10:03 - ks
DRM: Rallye-Showdown in Pößneck

Holt Gaßner den Titel nach Bayern?
Die DRM geht auf die Zielgerade. Bei der ADAC Castrol-Rallye rund um Pößneck steht vom 18. und 20. September der vorletzte Meisterschaftslauf auf dem Programm. Und noch ist alles offen: Auf den zwölf extrem schnellen Asphaltprüfungen in Ost-Thüringen (Gesamtlänge rund 130 Kilometer) werden sowohl für die Gesamtwertung, als auch in der Super-1600-Meisterschaft und der Privatfahrer-Wertung die womöglich entscheidenden Zähler vergeben. Für die Fans ist das Geschehen dabei noch attraktiver als sonst. Schon am Freitagabend verwandelt sich die Innenstadt von Pößneck und das angrenzende Areal rund um die Shedhalle, in der auch das Rallye-Zentrum untergebracht ist, in eine wahre Rallye-Arena. Auf einem Rundkurs als erste Wertungsprüfung starten die Rallye-Cracks ab 20.00 Uhr den Kampf gegen die Uhr. Die rallyebegeisterte Region macht es möglich, dass für die Rallye-Ouvertüre sogar die durch Pößneck führende Bundesstraße 281 gesperrt wird. Auch der Servicepark wurde in die Nähe der Shedhalle verlegt. So ist hier nicht nur Start und Ziel sowie die Rallyeparty am Samstagabend angesiedelt - fast gegenüber, auf dem ehemaligen Gelände der Landesgartenschau, kann man jetzt den Service-Teams bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen.

Gassner: "Zielankunft wichtiger als zwei zusätzliche Punkte"
Die Ideal-Bedingungen für die Fans sorgen für beste Aussicht auf den Titelkampf, der sich vor der ADAC Castrol-Rallye nochmals zugespitzt hat. Hermann Gassner und Co-Pilot Siggi Schrankl (Surheim / Obingen, Mitsubishi Carisma GT) liegen in der Tabelle 46 Punkte vor dem sächsischen Duo Carsten Mohe / Lutz H. Uhlig (Renault Clio Super 1600) und 48 Zähler vor den amtierenden Titelträgern Matthias Kahle / Peter Göbel (Görlitz / Korb, Skoda Octavia WRC). Das bayerische Gespann ist auf dem besten Weg, nach 1995 den Titel wieder in weiß-blaue Gefilde zu entführen. Doch die Meisterkür wird erst auf der Zielrampe des letzten DRM-Laufs erfolgen - entsprechend zurückhaltend gibt sich denn auch Siggi Schrankl: "Gegen die Rolle eines Mitfavoriten können wir uns jetzt nicht mehr wehren", erklärt der lange Co-Pilot. Selbst, wenn er mit Hermann Gassner aus Pößneck ohne Punkte abreisen sollte: Die Tabellenführung werden die beiden behalten. Denn bei der Castrol-Rallye sind für den Sieger maximal 40 Zähler zu erreichen. "Wir wollen natürlich möglichst weit nach vorne kommen, auch in der Gesamtwertung", erklärt Hermann Gassner, gibt aber auch zu, dass er immer mit einem Blick in Richtung Meisterschaft fährt, "und da ist die Zielankunft auf jeden Fall wichtiger als ein oder zwei zusätzliche Punkte." Konkurrenz droht Gassner / Schrankl nicht nur vom amtierenden Meisterduo Kahle / Göbel, das sich - sollen die Titelchancen gewahrt bleiben - den Gesamtsieg sichern muss. Auch Maik Stölzel / Thomas Windisch (Zwickau / Aue) im zweiten Skoda Octavia WRC und der Vorjahreszweite Sandro Wallenwein mit Co-Pilot Pauli Zeitlhofer (Stuttgart / Österreich, Mitsubishi Lancer) wollen beim sechsten DRM-Lauf eine gute Figur machen. In der eigenen Division (Gruppe N über zwei Liter Hubraum) werden Gassner / Schrankl zudem von den beiden schnellsten Thüringer Fahrlehrern gejagt. Ronny Amm (Frauenwald), ADAC-Junior-Cup-Sieger von 2002, und der Schleusinger Haudegen Olaf Dobberkau wollen beim DRM-Gastspiel in Thüringen ihre Stärke zeigen - übrigens Dobberkau mit genau dem Carisma EVO V, mit dem Gassner 2002 Vizemeister wurde.

Guido Senge mit Toyota Corolla WRC am Start
In den Kampf um den Gesamtsieg wollen sich diesmal auch zwei Gaststarter einmischen. Ruben Zeltner, der schon den DRM-Auftakt im Oberland für sich entscheiden konnte, tritt zusammen mit Ehefrau Petra wieder in dem von Gassner-Motorsport vorbereiteten Gruppe-A-Mitsubishi Carisma GT an. Mehr noch als der Österreicher, Geschäftsführer am unweit gelegenen Sachsenring, hat Guido Senge ein Heimspiel im Saale-Orla-Kreis. Der DRM-Wiedereinsteiger aus dem rheinischen Lohmar ist hier bestens bekannt, zuletzt als Sieger der nationalen Castrol-Rallye im Vorjahr. Er startet in einem selbst vorbereiteten Toyota Corolla WRC und plant weitere Starts in der höchsten deutschen Rallye-Liga.

Super-1600-Meisterschaft: Mohes Konkurrenten vorsichtig
Die schnellen Asphalt-Straßen rund um Pößneck sind wie geschaffen für die kleinen agilen Boliden in der Super 1600-Meisterschaft. Bei trockener Witterung - wenn der Traktionsvorteil der Allrad-Fraktion keine überragende Rolle spielt - können sie ganz vorne in der Gesamtwertung mitmischen. Carsten Mohe begann die Castrol-Rallye im vergangenen Jahr im Renault Mégane mit einer Bestzeit und übernahm die Führung. Ein Motorschaden zwang jedoch zur Aufgabe. In diesem Jahr hat er gute Aussichten, die Scharte auszuwetzen: In der DRM liegt er auf Platz zwei, in der Super-1600-Meisterschaft hat er im neuen Renault Clio Super 1600 souverän die Führung inne. Der zweitplatzierte Horst Rotter (Opel Corsa) konnte ihm beim Heimspiel Ende Mai in Sachsen den Laufsieg entreißen und war auch beim letzten Vergleich in der Eifel nach einem Sekundenkrimi erfolgreich. Für den DRM-Lauf in Thüringen ist der Nordhesse allerdings vorsichtig: "Diesmal wird es sicherlich schwerer, jetzt ist Carsten gewarnt, und er wird sich nicht so einfach überraschen lassen." Dritter im Bunde der Super-1600-Piloten ist Citroen-Junior Rainer Jostes. "Wir müssen erst einmal kleine Brötchen backen," erklärt der Sauerländer. Für ihn ist die Castrol-Rallye im Gegensatz zu den direkten Konkurrenten Neuland. "Mir fehlt da die Erfahrung der anderen, die diese Prüfungen alle schon mehrfach im Wettbewerbstempo absolviert haben." Im Citroen Saxo Super 1600 will er versuchen, an die Zeiten der Wettbewerber heranzukommen. Der Hobby-Boxer ist sich aber auch bewusst, dass dort, wo zumeist Zehntel-Sekunden um Sieg oder Niederlage entscheiden, jedes noch so kleine Detail entscheidend sein kann.

Privatfahrer-Werung: Große Konkurrenz
Nach einer durchwachsenen Eifel-Rallye hat der Sachse Peter Corazza die Führung in der Privatfahrer-Wertung verloren. Hinter den punktgleich in Führung liegenden Horst Rotter und Armin Holz sowie Maik Stölzel liegt er nun auf dem vierten Platz. Im Honda Civic Type R hat er dabei aber immer noch den siebten Gesamtrang der Meisterschaftswertung inne. Im vergangenen Jahr schaffte der amtierende Privatfahrer-Champ eine kleine Sensation. Mit dem Civic Type R, der in der leistungsschwächsten Meisterschaftsdivision eingruppiert ist, fuhr er bei der Castrol-Rallye auf den neunten Gesamtrang. Doch in diesem Jahr wird es schwierig sein, diesen Erfolg zu wiederholen. Die Konkurrenzsituation schon innerhalb der eigenen Division ist enorm angewachsen.
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