Die Probleme mit dem Turbo Porsche sind aussortiert
Uwe Alzen ist am vergangenen Samstag wieder auf die Siegerstraße zurückgekehrt. Zusammen mit seinem Bruder Jürgen und Arno Klasen gewann der Betzdorfer im Porsche 996 Turbo das 6-Stunden-ADAC-Ruhr-Pokal Rennen – das Saisonhighlight der BFGoodrich Langstreckenmeisterschaft. Im Interview verrät Alzen, dass der Porsche aus dem Rennstall seines Bruders das beste Rennauto sei, dass er je gefahren ist.
Was ist dein Resümee nach dem Rennen am Samstag?
Wir haben uns riesig über diesen Sieg gefreut. Wir sind ja schon seit einiger Zeit mit dem Porsche 996 Turbo am Start. Bislang hatten wir mit kleineren Problemen zu kämpfen, die aber nun allesamt aussortiert sind. Wir und unsere Partner haben von Beginn an dieses Auto geglaubt. RS-Tuning hat einen standfesten Motor entwickelt und dank den Fahrwerksspezialisten von H&R haben wir jetzt ein perfektes Fahrwerk für die Nordschleife. Hinzu kommt, dass wir auf ein sehr gutes Team zählen können. Da klappt einfach alles – die Jungs sind gut drauf.
Der Turbo-Porsche funktioniert also endlich?
Der Wagen läuft einfach perfekt. Ich habe selten so einen guten Rennwagen pilotiert. Es ist ein ausgewogenes Fahrzeug und bietet maximalen Fahrspaß. Als Fahrer bekommt man sehr viel Feedback und man spürt, ob man am Limit ist, oder nicht. Das ist gerade auf der Nordschleife sehr wichtig.
Wie hast Du die Stimmung an der Nordschleife und im Fahrerlager erlebt?
Das war einfach toll. Die Langstreckenmeisterschaft ist einfach „real racing“. Da hat man direkten Kontakt zu den Fans und den anderen Teams. Es war zwar am Samstag manchmal etwas voll in der Boxengasse, aber das gehört einfach dazu. Die Stimmung war den ganzen Tag über hervorragend und hat mir einfach richtig Spaß gemacht – einfach perfekt!
Was steht für diese Saison noch in deinem Terminkalender?
Wir werden auf jeden Fall noch in der Langstreckenmeisterschaft an den Start gehen. Die genauen Termine stehen noch nicht fest. Zudem plane ich zusammen mit meinem Bruder Jürgen in Bathurst Australien das 24h-Rennen dort zu bestreiten.
Mit welchen Fahrzeug?
Wir setzen in Australien auf einen 2003er Cup-Porsche. Von der Papierform haben wir also wenig Chancen um den Gesamtsieg mit zu fahren. Vielleicht erleben wir eine Überraschung. In Daytona hat in diesem Jahr auch ein Fahrzeug aus einer kleineren Klasse gewonnen, weil die ganzen Favoriten gestrauchelt sind.
Es zeichnet sich ab, dass ihr mit dem „Schwarzen Bomber“ in der kommenden Saison in der Langstreckenmeisterschaft und beim 24h-Rennen auf dem Nürburgring nicht mehr an den Start gehen dürft.
Warten wir ab, was da entschieden wird. Wenn wir wirklich nicht mehr starten dürfen, wäre das absolut unfair. Dann müsste man konsequenterweise auch die DTM-, V8STAR- und ALMS-Autos verbieten. Die Begründungen sind in meinen Augen fadenscheinig. Da heißt es, die Autos würden zu schnell und die Leistungsunterschiede zwischen den großen und den kleinen Fahrzeugen würden zu groß. Ich sehe das nicht. In meinen Augen spielt da sehr viel Politik mit rein.
Das Zeittraining zum diesjährigen 24h-Rennen hat gezeigt, dass wir mit unserer Konkurrenz innerhalb von einer Sekunde lagen, also keinen Vorteil hatten. Im Rennen müssen wir schon nach acht Runden zum Nachtanken an die Box. Andere fahren zehn Runden und mehr. Auf die Distanz von 24-Stunden gerechnet, verlieren wir mehrere Runden. Von daher kann ich nicht verstehen, wieso man unseren Porsche nicht zum Start zulassen möchte.
In jedem Fall werden wir bis zum Schluss für unseren Start kämpfen. Die Fans wollen solche Autos wie unseren Porsche doch auch sehen. Kein Mensch kommt an die Rennstrecke, um wie 1998 einen Diesel gewinnen zu sehen. Die Langstreckenmeisterschaft und das 24h-Rennen sind Breitensport und es wäre wirklich sehr schade, wenn hier die Werke die Privatiers rausdrängen.