Spannender könnte die Ausgangsposition vor dem kommenden Deutschland-Gastspiel der Tourenwagen-Europameisterschaft im Motopark Oschersleben gar nicht sein: Mit zwei vierten Plätzen im schwedischen Anderstorp schob sich Jörg Müller in zwei hoch dramatischen Rennen an die Tabellenspitze. Hoch dramatisch, weil sich im ersten Durchgang die beiden Alfa Romeo-Piloten Nicola Larini und Gabriele Tarquini, die aus Reihe eins gestartet waren, schon in der ersten Runde gegenseitig aus dem Weg räumten.
„Wir haben beide in der zweiten Kurve zu spät gebremst und sind abgeflogen“, erläuterte Nicola Larini die Szene, die seinem auf Platz drei gestarteten Alfa Romeo-Markenkollegen Roberto Colciago den zweiten Saisonsieg und dem deutschen BMW-Duo Dirk und Jörg Müller die Plätze drei und vier hinter dem Spanier Antonio Garc“a bescherte. Gerade Dirk Müller hatte auf dem Weg zum dritten Platz eine Menge Arbeit hinter sich: Von Startplatz neun aus war der 27-jährige Siegerländer nach vorne gefahren, während Nicola Larini nach dem Ausrutscher mit Rang sechs und drei Meisterschaftszählern den Schaden in Grenzen hielt. Für Gabriele Tarquini kam hingegen das Aus.
Auch das zweite Rennen hatte an Dramatik einiges zu bieten: BMW-Pilot Andy Priaulx münzte seinen ersten Startplatz – im zweiten Durchgang starten die ersten Acht in umgekehrter Reihenfolge – in die Führung um. Doch Nicola Larini kämpfte sich zunächst an Volvo-Lenker Rickard Rydell, dann auch am Briten Priaulx vorbei. Er machte so seinen Fehler im ersten Durchgang mit dem Sieg im zweiten wieder vergessen. „Andy war ein sehr fairer Gegner und ich denke, das Ergebnis ist genau das Richtige für das Publikum“, so der Italiener.
Jörg Müller führt die Tourenwagen-EM jetzt mit gerade einmal zwei Zählern vor dem ehemaligen DTM-Meister Nicola Larini an. „Das ist eine sehr gute Ausgangsposition für die letzten Rennen“, freut sich der 34-Jährige auf sein Heimspiel. „Zwar waren wir dieses Wochenende nicht die Schnellsten, wir werden uns aber bei Testfahrten gut auf Oschersleben vorbereiten.“
Während sein Teamkollege die Tabellenführung eroberte, hatte Dirk Müller im zweiten Rennen Pech und schied aus. Für ein Erfolgserlebnis auf heimischen Boden sorgte dagegen Rickard Rydell. Der Schwede sicherte Volvo mit Platz drei im zweiten Rennen einen Platz auf dem Podest.