Siebter Sieg im neunten Rennen - de Oliveira läßt keine Fragen offen
Im neunten Rennen zum RECARO Formel-3-Cup durfte João Paulo de Oliveira zum siebten Mal ganz oben stehen und seine brasilianische Nationalhymne hören. Doch ganz so einfach war es in diesem Lauf für den 22jährigen aus São Paulo nicht.
Am Start war Hannes Neuhauser dem Führenden im Cup überlegen, der Österreicher kam besser vom Fleck und schob seinen gelben Dallara F302 auf die erste Position. Pole-Mann João Paulo de Oliveira reihte sich hinter Neuhauser und noch vor Rückkehrer Ross Zwolsman ein, es folgte ein Rookie-Trio mit Sven Barth, Franz Schmöller und Markus Mann.
Obwohl de Oliveira in seinem Dallara F302 vom belgischen JB-Team immer wieder die schnellste Runde auf den Asphalt legte, konnte er dem Leader nicht entscheidend näher kommen, um einen Angriff zu starten. Beide setzten sich bald von Ross Zwolsman ab, der als Dritter wiederum einen immer größeren Abstand auf das Trio Barth/Schmöller/Mann realisieren konnte.
Sven Barth schien Franz Schmöller zu diesem Zeitpunkt in seinem Vorwärtsdrang zu bremsen, der Bayer versuchte ab der fünften Runde mit diversen Angriffen, den Wöss-Piloten zu überholen. In Umlauf sechs zackte er nach außen und setzte sich neben den blauen Dallara F399 von Barth. Aber der Platz reichte nicht für beide Monoposti. Leidtragender war Franz Schmöller, der seinen orange-roten Dallara F302 in eines der Kiesbetten des EuroSpeedway versenkte. Dort endete sein Rennen vorzeitig.
Doch Barth hatte nun keinesfalls einen ruhigen Nachmittag. In seinem Spiegel tauchte Markus Mann auf und ließ sich nicht abschütteln. Der EMS-Fahrer war allerdings nicht so angriffslustig wie zuvor Franz Schmöller. Er hielt seinen fünften Rang bis ins Ziel, Sven Barth sicherte sich mit Platz vier die maximale Rookie-Punktzahl.
Vorne fuhr João Paulo de Oliveira neun Runden lang im Windschatten von Hannes Neuhauser, als der amtierende Meister des Austria Formel-3-Cups einen Fehler machte. Er ließ innen zu viel Platz und lud „JP“ so zu einem Angriff ein. Der bedankte sich für die Chance, stach in die Lücke und zog ohne Probleme vorbei. Sofort machte der Brasilianer sich aus dem Staub, binnen fünf Runden brummte er Neuhauser 4,6 Sekunden auf. Beachtlich, dass er trotz des heißen Wetters in seiner allerletzten Runde die absolut schnellste Rennrunde aller Teilnehmer fuhr. Als guter Dritter sah der Niederländer Ross Zwolsman, der etatmäßig in der deutschen Formel Renault unterwegs ist, die Zielflagge.
Im Schatten der Frontrunner zeigte auch Frank Brendecke eine gute Leistung. Der Sachse fiel am Start auf den zweitletzten Platz zurück, kämpfte sich aber im Laufe der 15 Runden mit sehenswerten Duellen bis auf den zwölften Rang nach vorne.
Vor Brendeckes Dallara F300 konnte die erfahrenere Catharina Felser das Damen-Duell für sich entscheiden. Sie verwies Ina Fabry mit 6,451 Sekunden Rückstand auf den elften Rang.
João Paulo de Oliveira: Mein Start war alles in allem bescheiden. Hier ist das Überholen sehr schwierig, ich musste einige Runden auf meine Chance warten. Es war etwas riskant, dort innen reinzustechen, aber es hat gepasst. Danach war ich schneller als Hannes.
Ross Zwolsman: Es ist mein erster Start in der Formel 3 seit neun Monaten, den habe ich nicht gut hinbekommen. Die Kupplung ist im Vergleich mit meinem Formel Renault sehr hart, das bin ich nicht gewohnt. Aber der dritte Platz ist gut. Ein großes Lob an mein Team Performance Racing, das Auto war toll. Morgen versuche ich, vor Hannes zu landen.
Hannes Neuhauser: Man hat gesehen: Mit einem guten Start ist alles möglich. Mein Beginn war optimal, aber ab Rennmitte hat meine Kupplung Probleme gemacht. Na ja, ich freue mich, endlich mal wieder Zweiter zu sein, obwohl der erste Platz besser gewesen wäre. Aber „JP“ hat fünf Jahre Formel-3-Erfahrung, da muss ich mich nicht schämen, wenn er mich schlägt.