Mitsubishi schickt noch einmal den Lancer WRC2 auf die Rallyepiste
Bei der ADAC Rallye Deutschland (24. bis 27. Juli 2003) unterbricht Mitsubishi erneut seine vorübergehende WRC-Pause, die für 2003 statt eines WM-Einsatzes ein umfangreiches Test- und Entwicklungsprogramm ermöglicht. Mit Jani Paasonen sowie Kristian Sohlberg werden zwei schnelle Finnen im Lancer WRC2 aufs WM-Parkett geschickt. „Dieser Testeinsatz auf Asphalt ist für die beiden Schotter-Spezialisten und für das Team sehr wichtig“, betont Sportchef Sven Quandt und bestätigt gleichzeitig: „Der für Finnland eingeplante Einsatz Anfang August fällt flach, denn angesichts der auf Hochtouren laufenden Entwicklungsarbeiten für das WRC-Nachfolgemodell können wir binnen 14 Tagen keine zwei Weltmeisterschaftsläufe bestreiten.“
Einen weiteren WM-Test noch vor der geplanten Präsentation des neuen WRC am 20. November in Spanien will Quandt nicht ausschließen und stellt klar: „Unser komplett neuer WRC wird ein Lancer Cedia mit permanentem Allradantrieb in den Hausfarben Rot-Silber sein.“ Welches der drei verschiedenen, japanischen Cedia-Modelle – Cedia ist ein aus „Century“ und „Diamonds“ gebildetes Kunstwort – nun wirklich die neue WRC-Karosse stellt, verschleiert der ehemalige Dakar-Wüstenfuchs Sven Quandt (47) diplomatisch und stellt dafür die gestrafften Strukturen mit klaren Verantwortlichkeiten und Zuständigkeiten sowie die geplante professionellere Vermarktung von Mitsubishi-Sporterfolge heraus: „Der WRC-Motor wird in Japan entwickelt, die restlichen Komponenten wie bisher im britischen Rugby und die gesamte Koordination erfolgt über den technischen Geschäftsführer Mario Fornaris in Trebur-Astheim, was aber nur einen Teil der Neuorganisation widerspiegelt.“
Mitsubishi Motorsport strukturiert sich neu
Die Mitsubishi Motorsport GmbH (MMSP) im hessischen Trebur fungiert nunmehr als Zentrale für die bislang zwölf Ralliart-Dependancen, die kurzfristig auf nur noch wenige Werksniederlassungen in den vier Hauptmärkten Australien (MMAL – Adelaide), Europa (Ralliart GmbH – Trebur, MMSP Ltd. – Rugby und MMSP SAS – Lyon), Japan (MMC MST – Tokio) und USA (MMNA – Los Angeles) gesund geschrumpft werden. Damit formiert der gewiefte Techniker und Enkel des legendären Wirtschaftsmagnaten sowie BMW-Mehrheitsaktionär Günther Quandt das solide Fundament für ein globales Rallye-Engagement.Trotz der aktuellen WM-Pause agiert Mitsubishi nämlich in dieser Saison bei anderen, für den Markt wichtigen Meisterschaften in Nahost, im Asien-Pazifik-Raum, in Japan, in Afrika und in den USA mit diversen Lancer-Evo-Modellen äußerst erfolgreich.