Selbst auf dem Siegerpodest konnte es Ralf Martin noch nicht so recht fassen: Der Kaufmann aus Memmingen feierte im vierten Saisonlauf des Ford Fiesta ST Cup den vierten Sieg, weil die Konkurrenz in den neongelben Rennern vom Racing Team East auf der Kurzanbindung des Nürburgrings in der NGK-Schikane geradeaus fuhr, und die Rennleitung zuerst Philipp Stange (Kleinostheim), dann Harald Hennes (Aachen) mit einer 30-sekündigen Zeitstrafe von Platz zwei und eins ins Mittelfeld verbannte. „Nach einem verpatzten Start bin ich nie richtig in den Rhythmus gekommen“, meinte Martin nach der Siegerehrung: „Unter normalen Umständen hätte ich nicht gewonnen.“
In der Tat sah es bis zum Eingreifen der Rennleitung nach einem Doppelsieg für Neongelb aus. Hennes und Stange kehrten direkt nach dem Start den Spieß vom Qualifying um, als Ralf Martin ihnen in letzter Minute die doppelte Pole-Position abgeluchst hatte, und führten das Feld souverän an. „Ich verstehe nicht, dass die beiden in der Schikane nicht vom Gas gegangen sind“, wunderte sich Tabellenführer Martin. So aber kamen Björn-Felix Hansen (Harrislee) und Carsten Seifert (Dresden) als Zweiter bzw. Dritter zum unverhofften Platz auf dem Podest.