Enttäuschung und Jubel lagen beim vierten Lauf zur DMSB-Renault Clio V6 Trophy dicht beieinander: Während Franz-Josef Ebenburger der sicher geglaubte erste Platz noch durch die Finger glitt, erntete sein Verfolger Dirk Werner einen glücklichen Sieg.
Es hätte sein Rennen werden können: Vom Start weg führte Franz-Josef Ebenburger – der auch im Qualifying die Bestzeit gesetzt hatte und daher die Pole Position einnehmen durfte – das überaus Teilnehmer-reiche Clio Speed Trophy-Feld an. Doch dann wendeten sich die Dinge überraschend gegen den Eidgenossen: Er büßte seinen Vorsprung wieder ein, als er sich hinter dem Safety-Car einreihen musste – ein Mitbewerber war nach einem Ausrutscher an einer gefährlichen Stelle gestrandet und musste fortgeschleppt werden.
Als das Rennen wieder freigegeben wurde, konnte sich Ebenburger zwar nochmals freischwimmen, geriet aber nicht nur wegen der immensen Cockpit-Temperaturen gehörig ins Schwitzen: Der V6-Motor seines vom Team Ahlden Motorsport eingesetzten Boliden zeigte plötzlich Zeichen von Leistungsverlust – der Fahrer aus der Schweiz musste die Boxengasse ansteuern. “Franz war so souverän unterwegs”, fühlte Teamchef Manfred Ahlden mit seinem Fahrer mit. “Aber gegen technische Tücken ist niemand gefeit. Wir vermuten, dass Zündaussetzer die Ursache sind. Gefunden haben wir aber noch nichts.”
Des einen Pech, des anderen Glück: Dirk Werner profitierte vom Ausfall seines Vordermanns und fuhr seinem dritten Saisonsieg entgegen. “Franz war sehr schnell”, so der Student aus Kissenbrück, der sich nach einem Startgerangel mit Thomas Marschall kurzfristig neben der Strecke wiedergefunden und dabei einige Platzierungen eingebüß hatte. Doch in der Folge konnte er Alexander Roloff und Steve Abold wieder hinter sich lassen. “Anfangs habe ich meine Reifen stark strapaziert, danach untersteuerte mein Clio V6 sehr”, so der Sieger im Ziel.
Auch Roloff zeigte sich im Ziel zufrieden mit seiner Vorstellung. “Ich konnte beim Start vom siebten Platz aus kommend glatt durchziehen und hatte mich bereits vor der Kurzanbindung bis auf Rang zwei nach vorne gekämpft”, strahlte der 22-jährige Berliner. “Zwar befürchtete ich, durch die Safety-Car-Phase einige Positionen einzubüßen, aber alles lief glatt. Endlich wieder mal ein Erfolg.”
Steve Abold, der das Rennen als Dritter beendete, hatte noch kurz vor dem Rennen den Motor seines Clio V6 Trophy wechseln lassen. “Eine gute Entscheidung”, so der Dillinger. “Ich hatte Glück während des Techtelmechtels nach dem Start und profitierte auch vom Safety-Car. Als Franz-Josef Ebenburger ausfiel, rückte ich aufs Podium vor – für mich mit Blick auf die Meisterschaft ein wichtiges Ergebnis.”
Ein überaus starkes Rennen lieferte aber auch Thomas Marschall ab: “Als mich jemand umdrehte, fiel ich bis auf Rang 17 zurück”, so der Routinier aus Eggenstein, der anschließend zu einer vehementen Aufholjagd ansetzte. “Unter diesen Umständen kann ich mit Rang vier durchaus zufrieden sein”, so “Mr. Markenpokal”.