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2003-07-07 22:19:18 - ju
Rallye nat.: Herrhammer siegt bei Grabfeld-Rallye

(c) Jörg Ufer
Norbert Moufang musste sich mit nur drei Sekunden Rückstand geschlagen geben
Mit dem überraschen Gesamtsieg von Jochen Herrhammer im Wallenwein-Mitsubishi Carisma endete die 10. ADAC Rallye-Grabfeld in Sulzdorf an der Lederhecke. Norbert Moufang musste sich im Opel Kadett C Coupe mit nur drei Sekunden Rückstand geschlagen geben, Reinhard Honke komplettierte mit seinem Ford Escort Cosworth das Podest. Die zehnte Auflage der Grabfeld-Rallye brach in diesem Jahr alle Rekorde. 167 Teams nahmen die fahrerisch sehr anspruchsvollen Wertungsprüfungen unter die Räder. Der AMC Bad Königshofen im ADAC hatte nicht nur die eigentliche Rallye bestens organisiert, sondern auch das „Drumherum“. Höhepunkt war zweifelsohne die von Bernd Menzel und Stefan Raab (nicht der …) moderierte Siegerehrung, wo die erfolgreichsten Teams mit ihren Fahrzeugen auf die Bühne fuhren!

Mindestens ein halbes Dutzend Teams durfte sich vor dem Start berechtigte Hoffnungen auf den Gesamtsieg machen. Einer von diesen war Michael Pfeiffer, Gesamtsieger 2001 und mit der Start-Nummer eins unterwegs, der gleich auf der ersten Prüfung die Bestzeit markierte. Weder Moufang, Honke, Carsten Alexy (Huth-Audi), Bernd Michel (Ford Escort Cosworth) noch Willi Stumpf (BMW M3 E30) konnten das Tempo mitgehen. Erst Jochen Herrhammer im von Wallenwein-Motorsport präparierten Mitsubishi Carisma konnte mit Start-Nummer 17 Pfeifers Zeit egalisieren. Den Sommerhausener hatte eigentlich niemand auf der Rechnung, stand für ihn doch bislang nur der fünfte Rang bei der Rallye Ulm (allerdings im Subaru Impreza) als bestes Saisonergebnis zu Buche.

In WP zwei knöpfte Herrhammer dem Escort-Piloten gleich acht Sekunden ab und übernahm die alleinige Führung. In WP drei drehte Pfeifer den Spieß um und war seinerseits neun Sekunden schneller als Herrhammer, der einen kleinen Fahrfehler hatte. Auf dem Weg zur vierten Prüfung musste Pfeifer dann seinen Ford Escort mit defekter Antriebswelle abstellen.

Da in Prüfung drei auch Honke und Göttig zehn und Alexy 20 Sekunden verloren hatten, blieb einzig Norbert Moufang im Opel Kadett C als Herrhammer-Jäger übrig. Ein kurzes Schotterstück in WP 4 verhalf dem allradgetriebenen Mitsubishi, weitere vier Sekunden zuzulegen. Zwar riskierte Moufang in den letzten beiden Prüfungen sehr viel und markierte auch zwei Bestzeiten, aber im Ziel fehlten dann drei Sekunden am siebten Saisonsieg. Nach längerer Pause war auch Willi Stumpf im Ex-Kleinwächter-BMW M3 wieder am Start. Ein Platz unter den ersten fünf wäre möglich gewesen, doch ein kleiner Unfall in WP fünf kostete rund 40 Sekunden.

In der mit 41 Fahrzeugen bärenstark besetzten Gruppe F bis 2000 ccm überzeugten neben Moufang auch etliche andere Piloten. Martin Stockhammer wurde im VW Golf Klassenzweiter und Gesamtneunter. Werner Mühl und Alois Scheidhammer, mit ihren Opel Kadett Klassendritter und –vierter, begeisterten ebenfalls die zahlreichen Fans. Zu den Publikumslieblingen gehörte auch einmal mehr Wolfgang Wittmann im Hundeknochen-Escort Twin-Cam. In der Gruppe F bis 1600 ccm war nur Walter Schaaf mit seinem VW Golf GTi schneller.

Mit Junior-Cup-Dominator Maik Steudten (Opel Corsa) und Ex-Werksfahrer Karl-Heinz Kling (VW Polo) gingen in der Gruppe F bis 1300 ccm zwei ganz heiße Eisen an den Start. Aber Supercup-Tabellenführer Frank Oliveri im Irmler-Opel Corsa wollte sich nicht kampflos geschlagen geben. Auf Klassensieg-Kurs war dagegen bis zum einem Ausritt in WP fünf Robert Winkler im bärenstarken Suzuki Swift. Nachdem auch Kling seinen Polo mit technischem Defekt abstellen musste und Steudten im geliehenen Opel Corsa nicht gerade viel Leistung unter dem Haube hatte, blieben zwei Piloten für den großen Showdown übrig: Oliveri und Kurt Bretzner im VW Polo I. Zeitgleich führten beide Piloten vor der letzten Prüfung ihre Klasse an. Im Eifer des Gefechts brach dann Oliveri kurz vor dem Ziel der Schlussprüfung den Schaltknauf ab und sorgte somit für die Entscheidung zu Gunsten von Bretzner. Steudten brillierte trotz unterlegenem Material und fuhr auf Rang drei.

Endergebnis nach 6 Wertungsprüfungen:
gestartet 167 Teams/gewertet 119 Teams

1. Jochen Herrhammer/Sandra Wachler (Mitsubishi Carisma Evo VI) 20.00 Minuten (1. Gruppe über 2000 ccm)
2. Norbert Moufang/Diana Jorgenson (Opel Kadett C) + 3 Sekunden (1. Gruppe F bis 2000 ccm)
3. Reinhardt Honke/Mario Nitsche (Ford Escort Cosworth) + 18 Sek.
4. Stefan Göttig/Lars Barchfeld (Mitsubishi Carisma Evo VI) + 31 Sek. (1. Gruppe N/F2005 über 2000 ccm)
5. Carsten Alexy/Michaela Frenzel (Audi Coupe S2) + 49 Sek.
6. Bernd Michel/Sabine Heinzel (Ford Escort Cosworth) + 51 Sek.
7. Heini Russner/Bernd Scheuring (BMW M3 E36) + 52 Sek.
8. Klaus Ottenbach/Andreas Hotmann (Opel Kadett C) + 55 Sek.
9. Martin Stockhammer/Michaela Kusebauch (VW Golf GTi) + 56 Sek.
10. Fritz Köhler/Petra Hägele (Mercedes-Benz 190E 2,3) + 56 Sek.
16. Jörg Schuhey/Tanja Timmer (Opel Astra GSi 16V) + 1.15 Minuten (1. Gruppe N/F2005 bis 2000 ccm)
18. Guido Horn/Sabrina Berdi (Ford Sierra Cosworth) + 1.20 Min. (1. Gruppe G1)
24. Walter Schaaf/Björn Röhm (VW Golf GTi) + 1.43 Min. (1. Gruppe F bis 1600 ccm)
26. Kurt Bretzner/Ingrid Huber (VW Polo 86) + 1.55 Min. (1. Gruppe F bis 1300 ccm)
31. Bernd Kotzott/Helmut Kotzott (VW Golf GTi) + 2.05 Min. (1. Gruppe G2)
34. Christian Kolb/Frank Brennecke (BMW E21) + 2.10 Min. (1. Youngtimer)
50. Gianni Di Noto/Sebastian Glatzel (Opel Kadett GSi) + 2.38 Min. (1. Gruppe G3)
53. Dominik Honke/Klaus Herold (VW Golf Gti) + 2.41 Min. (1. Gruppe G4)

Wichtige Ausfälle:
WP 4: Ralf Sauer/Silke Schneider (Jaguar S-Type) Unfall
WP 4: Kai Krimmelbein/Simone Pohl (Opel Corsa A) Überschlag
vor WP 4: Michael Pfeifer/Michael Bayer (Ford Escort Cosworth) Antriebswelle
nach WP 3: Martin Häring/Jürgen Häring (Opel Manta) Folge nach Unfall in WP 1
WP 3: Markus Schmidt/Ulli Weidauer (Ford Escort RS2000) Motorschaden
WP 3: Karl-Heinz Kling/Andreas Rut (VW Polo 86C) technischer Defekt
WP 2: Hans-Joachim Bufe/Sandra Bufe (Ford Escort Cosworth) Unfall

Bestzeiten:
Herrhammer 3; Moufang 2; Pfeiffer 2


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