Deutsche Speerspitze: Hyundai WRC-Pilot Armin Schwarz
Die Weltelite der Rallye-Szene trifft sich bei der ADAC Rallye Deutschland (23. – 27. Juli 2003). Beim achten von 14 Läufen zur Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) rund um Trier treten Weltmeister Marcus Grönholm (Peugeot) und Rallye-Asse wie Carlos Sainz (Citroën) oder Rekordmeister Tommi Mäkinen (Subaru) an. Daneben nutzen aber auch einige hochkarätige deutsche Teams die Chance, sich vor interntionaler Kulisse zu präsentieren.
Die Bayern Armin Schwarz (Oberreichenbach) und Manfred Hiemer (Starnberg) starten in ihrem Hyundai Accent WRC bei allen Läufen in der Welt-Rallye-Liga. Im vergangenen Jahr stoppte ein Unfall ihren Auftritt beim Heimspiel. Schwarz: „Der Crash 2002 war haarig. Trotzdem freue ich mich wieder auf den Besuch der WM bei uns.“ Der Profi sieht in den drei Veranstaltungs-Regionen „Mosel-Weinberge“, „Truppenübungsplatz Baumholder“‚ und „nördliches Saarland“ eine Asphalt-Rallye mit dem Charakter von drei verschiedenen Events.
„Baumholder als früherer Bestandteil der Hunsrück-Rallye wird zur Stunde der Wahrheit für viele – speziell, wenn der Asphalt dort feucht oder nass ist. Dann muss man in der Reifenwahl schon mal ganz verrückte Dinge tun ... Dennoch gilt bei der gesamten Rallye: Sprint vom Start weg.“ Neu im Hyundai-Werks-Team ist der Österreicher Manfred Stohl mit Co-Pilotin Ilka Minor. Bei der Deutschland-Rallye ist Stohl allerdings kein Unbekannter: Seit Jahren ist er Dauergast auf den anspruchsvollen Wertungsprüfungen. Ein weiterer deutscher Pilot hat bereits mehrfach die dünne Luft der Weltmeisterschaft geatmet: Antony Warmbold (Wohnort: Monaco) startet im Ford Focus WRC02. Der Rallye-Lehrling ist Sohn des Deutschen Meisters von 1971 und 1980, Achim Warmbold. Sein oberstes Ziel ist es, die Rallye zu beenden und wertvolle Erfahrungen zu sammeln.
Stark vertreten beim WM-Gastspiel ist auch Deutschlands höchste Rallye-Liga, die DRM. Angeführt wird der Tross von den amtierenden Meistern Matthias Kahle (Görlitz) und Peter Göbel (Marl). Der vierfache deutsche Rallye-Meister Matthias Kahle konnte die Deutschland-Rallye schon 1998 gewinnen, damals zählte sie allerdings noch zur Europa-Meisterschaft. In diesem Jahr startet er in einem vom tschechischen WM-Team unterstützten Skoda Octavia WRC, zur Vorbereitung nimmt er für das Skoda-Team an der Rallye Bohemia, einem tschechischen EM-Lauf teil. Mit Hermann Gassner aus Bad Reichenhall geht auch der aktuell Führende in der DRM auf die Wertungsprüfungen in den Weinbergen, auf Baumholder und dem nördlichen Saarland. Im seriennahen Gruppe-N-Mitsubishi Carsima GT Evo VII gewann er im vergangenen Jahr die Gruppe-N-Wertung beim deutschen WM-Lauf. 2003 wäre die Wiederholung dieses Erfolges noch höher anzusiedeln. Da die ADAC Rallye Deutschland auch ein Lauf zur Gruppe-N-Weltmeisterschaft ist, sind alle internationalen Stars dieser Kategorie am Start.
Auch das nationale Feld der Deutschen Super-1600-Meisterschaft stellt sich der Herausforderung beim WM-Heimspiel. Der Sachse Carsten Mohe (Crottendorf) führt im Renault Clio Super 1600 das Championat an und hofft auch auf WM-Ebene auf einen Erfolg. Citroën-Youngster Rainer Jostes (Attendorn) zeigte im Saxo Super 1600 in der laufenden Saison immer bessere Leistungen, soll bei seiner WM-Premiere aber vor allem „Erfahrungen sammeln und WM-Luft schnuppern.“ Mit Sandro Wallenwein (Stuttgart), Frank Färber (Neuwied) und Toni Werner (Ergolding) sind weitere Top-Piloten der nationalen Meisterschafts-Szene beim WM-Lauf präsent. In ihren Gruppe-A-Mitsubishi Lancern sind sie immer für eine Überraschung gut. Die saarländischen Farben vertritt DRM-Pilot Lars Mysliwietz (Piesbach) im Honda Civic Type R. Stark vertreten sind auch die Youngster der nationalen Rallye-Szene.
Acht Teams aus dem aktuellen Jahrgang des ADAC Rallye Junior Cup nutzen die Chance, im eigenen Land WM-Luft zu schnuppern. Angeführt werden die YoungStars von Markus Fahrner (Korb), Chris Senz (Solingen), Florian Auer (Freilassing) und Aaron Burkart (Berlin), dem Piloten-Quartett des KDS-Teams. Die KDS-Nachwuchsförderer Dieter Schneppenheim und Klaus Stebani beginnen mit diesem Auftritt eine Kooperation mit dem DMSB und starten auf ihren VW Polo GTI beim WM-Lauf als DMSB-Deutsches Junior Rallye Team. „Uns geht es vor allem darum, dass unser Junioren Erfahrungen bei einem WM-Lauf sammeln und dadurch inklusive Training mal eine Woche unterwegs sind,“ erklärt Mit-Initiator Dieter Schneppenheim. „Wenn dann auch noch einer mit um den Klassensieg kämpfen könnte, wäre das sicherlich sehr schön.“ Mit Joachim Burgard aus Wittlich und dem Birkenfelder Christian Stockmar, der mit 19 Jahren zudem der jüngste Junior-Cup Teilnehmer ist, starten auch zwei ADAC-Youngster, die auf den WPs in den Weinbergen und auf Baumholder Heimrecht haben.