Kubica: "Ich war von meiner Leistung selber überrascht"
Robert Kubica feierte auf dem Norisring einen denkwürdigen Einstand in der Formel 3 Euro Serie: Er holte in seinem ersten Formel-3-Rennen den ersten Sieg – wie einst Ayrton Senna. Damit gab sich der Pole vom Prema Powerteam, der nach einem Autounfall vor dem Saisonauftakt über zwei Monate pausieren musste, aber noch nicht zufrieden: Am Tag darauf stand er als Zweiter schon wieder auf dem Siegerpodest.
Robert, haben Sie eine Woche nach Ihrem sensationellen Debüt auf dem Norisring schon realisiert, was Sie da geschafft haben?
Nein, so richtig begriffen habe ich das noch nicht. Ich bin seit dem Test im April auf dem Hockenheimring nicht mehr gefahren, und nach einer so langen Pause zurück zu kommen ist nicht einfach. Aber das Gefühl für das Auto war dasselbe wie vorher.
Es gibt gerade in der Formel 3 wenige Rennfahrer, die gleich ihr erstes Rennen gewonnen haben. Haben Sie von so einem Debüt geträumt?
Mein Ziel auf dem Norisring war ein Platz in den Top 10. Ich wollte unbedingt punkten. Ich war von meiner Leistung selbst angenehm überrascht.
Wegen Ihres Unfalls musste Sie die ersten Rennen auslassen. Hatten Sie jemals Zweifel daran, ob es in dieser Saison überhaupt noch klappen würde?
Nach meinem Unfall sagten mir die Ärzte, ich könnte vier Monate keine Rennen mehr fahren. Dann wurde ich in Italien erfolgreich operiert, und die Ärzte dort meinten, ich müsste nur zweieinhalb Monate pausieren. Ich habe auf ein Comeback für Le Mans gehofft, aber jetzt hat es doch früher geklappt.
Wie ist Ihre Beziehung zu Ihrem Teamkollegen Ryan Briscoe. Sieht er in Ihnen einen ernsthaften Titelkonkurrenten?
Es ist gut mit Ryan in einem Team zu fahren. Er ist ein sehr guter Fahrer mit sehr viel Erfahrung. Wir arbeiten zusammen, vergleichen die Daten und Zeiten, und das ermöglicht es mir, schnell Fortschritte zu machen. Natürlich ist er der Favorit in der Meisterschaft. Mein Ziel ist ein Platz in den Top 5. Ich habe noch sechs Rennen, um so viele Punkte wie möglich zu holen. Ich denke nicht, dass es immer so gut laufen wird wie auf dem Norisring, aber ich werde alles versuchen, möglichst immer zu punkten, auch wenn ich nicht jedes Rennen gewinnen kann.
Was denken Sie über die Formel 3 Euro Serie?
Vor der Saison hatte ich die Wahl zwischen der Formel 3 Euro Serie und der Britischen Formel-3-Meisterschaft. Ich bin 18 Jahre alt und wollte so viele Rennen wie möglich fahren, in einer Serie mit sehr guten Teams und sehr guten Fahrern. Deshalb habe ich mich zusammen mit meinem Manager für die Formel 3 Euro Serie entschieden.
Sehen wir bald einen Polen in der Formel 1?
Wenn ich hart arbeite und gute Rennen fahre – warum nicht? Aber im Moment denke ich nicht daran. Ich konzentriere mich auf das, was ich jetzt mache und nicht auf meine Zukunft. Deshalb arbeite ich jetzt an einer erfolgreichen Saison in der Formel 3 Euro Serie.