Können und Courage sind auf der Nordschleife gefordert
Es gibt keine zwei Meinungen: Die Nordschleife des Nürburgrings ist die schwierigste Rennstrecke der Welt. Das Asphaltband wird geliebt und gehasst. Die Streckenvariante, die am 31.Mai/1. Juni beim 24-Stunden-Rennen befahren wird, ist 25,947 Kilometer lang und hat 86 Kurven. Die Landschaft macht die Strecke zur Berg- und Talbahn durch dichte Wälder, die alles zu verschlingen scheinen. Kein Sieg tut so gut wie der nach einer bitterkalten und häufig nassen Nacht des 24-Stunden-Rennens in der Eifel. BMW, mit Abstand die erfolgreichste Marke bei diesem Marathon, hat diesen Triumph bereits 16 Mal genossen - das erste Mal bei der Premiere des Rennens 1970. Einer der siegreichen Fahrer von damals greift auch 2003 beim Werkseinsatz der Münchener ins Volant: Hans-Joachim Stuck.
Können und Courage sind auf der Nordschleife gefordert. Ein Einsatz auf dem als "Grüne Hölle" bekannten Parcours ist nichts für Grünschnäbel. Deshalb geht BMW am 31. Mai mit hochkarätiger Besetzung an den Start: Bei der 31. Auflage des Langstreckenklassikers starten die zwei über 450 PS starken BMW M3 GTR von BMW Motorsport mit dem Freilassinger Schnitzer Team unter der Regie von Teammanager Charly Lamm. Mit Lamm in der Rolle des Strategen haben BMW Tourenwagen bereits zwei Gesamtsiege beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring errungen, hinzu kommen fünf Triumphe bei den 24 Stunden von Spa-Francorchamps (BEL) und einer, 1999 mit dem offenen Prototypen BMW V12 LMR, beim 24-Stunden-Klassiker in Le Mans (FRA).
Die Teamkollegen von Stuck (52) sind der Däne John Nielsen (47) und der US-Amerikaner Boris Said (40). Am Steuer des zweiten BMW M3 GTR wechseln sich drei Deutsche ab: Claudia Hürtgen (31) und die beiden - nicht miteinander verwandten - etablierten BMW Werksfahrer Dirk Müller (27) und Jörg Müller (33).
Als Libero unterstützt der Belgier Marc Duez (46) das Team BMW Motorsport.
BMW Motorsport Direktor Mario Theissen: "Die Auswahlkriterien waren klar: Es ging um Erfahrung auf der Nürburgring-Nordschleife sowie um Erfahrung mit GT-Sportwagen und 24-Stunden-Rennen." Und noch etwas verbindet die sieben Fahrer: Sie alle haben bereits zahlreiche Erfolge mit BMW errungen.
Als Marschrichtung gibt BMW Motorsport Direktor Gerhard Berger vor: "Wir wollen um den 17. BMW Gesamtsieg fahren." Der jüngste BMW Gesamtsieg bei den 24 Stunden auf dem Nürburgring datiert auf 1998 und schrieb Motorsportgeschichte: Damals gewann der BMW 320d als erster Tourenwagen mit Dieselmotor ein solches Rennen - kein anderer als Hans-Joachim Stuck fuhr ihn über die Ziellinie.
BMW M3 GTR: Auf Anhieb ein Erfolgstyp.
Der bullige BMW M3 GTR debütierte 2001 in der American Le Mans Series (ALMS) und siegte dort auf Anhieb in allen Disziplinen: Jörg Müller gewann die Fahrermeisterschaft, BMW Motorsport siegte im Teamklassement, und BMW wurde Markenmeister im wichtigsten Auslandsmarkt des Unternehmens.
Der Vierliter-V8-Motor des BMW M3 GTR leistet über 450 PS - bei Steigungen von bis zu 17 Prozent zählt gerade auf der Nordschleife jede Pferdestärke. Ein eigens entwickeltes Fahrwerk, aerodynamische Optimierungen und gezielter Leichtbau mit Karosserieteilen aus Kohlefaser machen den M3 zu einem imposanten GT-Sportwagen.
200 Fahrzeuge und 150.000 Zuschauer.
Ein Starterfeld mit rund 200 Fahrzeugen - vom Kleinwagen mit renntauglicher Sicherheitsausrüstung bis zum properen Sportwagen - und bis zu 150.000 Zuschauer machen das 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring zu einem der größten Motorsportereignisse Deutschlands. 2003 wird es zum 31. Mal gestartet. Seit 1970 findet das Langstrecken-Spektakel in der Eifel statt und fiel lediglich 1974 und 1975 wegen der damaligen Energiekrise aus.