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2003-05-27 15:10:32 - ks
DRM: Premiere in Zwickau

Aufholjagd für Kahle und Co-Pilot Göbel im Skoda Okavia WRC
Neuland für die DRM: Vom 30. bis 31. Mai gastiert die DRM (Deutsche Rallye-Meisterschaft) erstmals bei der AvD-Rallye Sachsenring. Den Teams aus der höchsten Deutschen Rallye-Liga steht dabei ein anspruchsvoller Asphalt-Sprint über knapp 130 WP-Kilometer bevor - da heißt es von Anfang an "Gas geben", um den Anschluss nicht zu verlieren. Besonders für das amtierende Meisterduo Matthias Kahle / Peter Göbel (Skoda Octavia WRC) gilt diese Devise: Die Favoriten auf den Gesamtsieg bei der Rallye rund um Zwickau liegen vor dem dritten DRM-Lauf mit 60 Zählern auf Rang vier der Meisterschaft. Um auf Tabellenführer Hermann Gaßner / Sigfried Schrankl (Mitsubishi Carisma GT EVO VII, 92 Punkte) Boden gut zu machen, benötigt das Skoda-Werksteam derzeit jeden Punkt. An zweiter und dritter Position im Championat rangieren zwei Teams, die Heimrecht haben: Carsten Mohe / Lutz H. Uhlig (Renault Clio Super 1600, 67 Punkte) nehmen die Rallye-Pisten als Zweitplatzierte in Angriff, Maik Stölzel / Thomas Windisch im privat eingesetzten Skoda Octavia WRC (65 Zähler) rangieren an dritter Position. Punktgleich mit Kahle / Göbel tritt außerdem der amtierende Privatfahrer-Champion, Peter Corazza (Honda Civic Type R) mit Co-Pilot Steffen Rothe als Tabellenvierter bei seinem Heimspiel an.

Aufholjagd für Matthias Kahle und Co-Pilot Peter Göbel
Nachdem das Skoda-Werksduo den DRM-Auftakt im bayerischen Oberland durch einem Motorschaden vorzeitig beenden mussten, sammelten sie mit dem Gesamtsieg bei der Pneumant-Rallye kräftig Meisterschaftspunkte. Doch noch immer liegen sie in der Meisterschaft 32 Punkte hinter den Bayern Hermann Gassner / Siggi Schrankl im Mitsubishi Carisma GT - kein leichter Gegner, immerhin gewann das bayerische Duo 1995 den DRM-Titel. "Wir müssen die einzige Chance, die wir haben, nutzen und gewinnen", erklärt Kahle die Taktik. "Hoffen müssen wir, dass sich möglichst viele Teams zwischen uns und Gaßner schieben, damit wir den Rückstand weiter verringern können". Der Tatsache, dass die Sachsenring-Rallye neu im DRM-Kalender ist, kann Kahle zudem Positives abgewinnen. "Wir dürfen die Wertungsprüfungen nur drei Mal besichtigen und müssen in dieser Zeit einen perfekten Strecken-Aufschrieb erstellen. Das ist ein gutes Training für zukünftige WM-Läufe, bei denen die Besichtigung der Strecken ebenfalls streng limitiert ist."

Starke Teams mit Heimrecht
Wenn auch Kahle der absolute Favorit auf den Gesamtsieg in Zwickau ist, dahinter lauern eine ganze Reihe schneller Piloten auf einen kleinen Fehler des Meisters. Vor allem Lokalmatador Maik Stölzel - wie Kahle in einem Skoda Octavia WRC unterwegs - peilt einen Platz unter den Top-Drei an. Der Zwickauer und sein Co-Pilot Thomas Windisch freuen sich riesig auf das Heimspiel. "Eine der Wertungsprüfungen führt in Sichtweite an meinem Haus vorbei", erklärt Stölzel, "da ist sicherlich die ganze Nachbarschaft an der Strecke". Nach dem dritten Gesamtrang beim Auftaktlauf reichte es bei der Pneumant-Rallye nur zu Rang fünf. "Ein kleines Teil für zwei Euro verhinderte, dass wir die volle Leistung unseres Allradlers nutzen konnten, während der Rallye war der Schaden aber nicht zu lokalisieren." Für das Heimspiel steht dem Octavia nun wieder die volle Leistung zur Verfügung. Das Duo liegt derzeit auf dem dritten Meisterschaftsrang und ist bestplatziertes Team in der Privatfahrer-Wertung, "wir freuen uns auf die selektiven Wertungsprüfungen mit einigen Kuppen und vielen, vielen Kurven". Aber auch das österreichische Ehepaar Ruben und Petra Zeltner im Mitsubishi Lancer Evo VI hat ein Heimspiel: Immerhin ist Ruben Geschäftsführer des Fahrsicherheitszentrums am benachbarten Sachsenring. Dazu gesellt sich noch der Stuttgarter Sandro Wallenwein, der erstmals die stärkere Evo VII-Version des Mitsubishi Lancer an den Start bringt.

Ideales Terrain für die Super-1600-Boliden
Die schnellen Asphaltprüfungen rund um Zwickau sind wie geschaffen für die kraftstrotzenden Boliden der Super-1600-Meisterschaft. Über 220 PS kitzeln die Werke aus den 1.600-ccm-Motoren. Zwar verfügen sie reglementbedingt nur über Frontantrieb, sind dafür aber wesentlich leichter als die allradgetriebene Konkurrenz. Angeführt wird die wilde 1600er Truppe von den Sachsen Carsten Mohe und Co-Pilot Lutz Uhlig im Renault Clio Super 1600. Sie führen nach zwei Siegen das Meisterschaftsklassement an, der Crottendorfer Carsten Mohe hat zudem in Zwickau ein Heimspiel. "Carsten ist schon eine Meßlatte für mich, vor allem auf Strecken die er gut kennt", erklärt Citroën-Junior Rainer Jostes. Er kam zu Beginn dieser Saison durch eine Nachwuchssichtung in das deutsche Citroen-Werksteam und konnte im Saxo Super 1600 bislang zwei Mal Platz zwei hinter Mohe belegen. "Für mich ist bei der Rallye Sachsenring alles neu, ich kenne die Region bislang nur vom Vorbeifahren auf der Autobahn", flachst der lange Junior. "Ich habe aber schon oft gehört, dass die Begeisterung der Fans in dieser Region riesig sein soll", so Jostes, "ich bin froh wenn es endlich wieder losgeht". Knapp 130 WP-Kilometer sind beim dritten DRM-Lauf zu absolvieren, da bleibt zusammen mit Co-Pilot Jan Enderle keine Zeit für große taktische Überlegungen. "Die Rallye ist sehr kurz, da darf man keine Fehler machen", so der 24-Jährige, "voll konzentriert fahren und dennoch nicht zuviel Druck aufbauen muss unsere Devise lauten". Mit viel Spaß geht Routinier Horst Rotter an den Start in Sachsen. "Obwohl für mich bei der Veranstaltung alles neu ist, freue ich mich riesig. Zudem fühle ich mich im Opel Corsa Super 1600 immer wohler." Auf einer Asphalt-Prüfung bei der Pneumant-Rallye konnten Rotter und sein Co-Pilot Dieter Hawranke im Corsa die schnellste Zeit des gesamten Feldes fahren. Getriebeprobleme verhinderten, dass mehr als Rang drei in der Super-1600-Meisterschaft heraussprang. "Die Getriebeprobleme sind aussortiert und mit dem Corsa ist es einfach genial auf dieser Art von Prüfungen unterwegs zu sein", so der Kfz-Meister. "Diese Prüfungen gefallen mir und dem Auto gut, dennoch ist Carsten Mohe der klare Favorit und wird bei seinem Heimspiel wohl kaum zu schlagen sein."

Gruppe N: Motivationsschub für Corazza beim Heimspiel
Auch Peter Corazza aus Ölsnitz hat bei der Sachsenring ein Heimspiel. Der amtierende Privatfahrer-Meister dominiert auch in diesem Jahr die kleinste Meisterschaftsdivision in der seriennahen Gruppe N bis 2000 ccm. Nach zwei Divisionssiegen im Honda Civic Typ R liegt er in der Tabelle punktgleich mit Kahle auf dem vierten Platz. "Die Charakteristik der Strecken in meiner Heimat kenne ich natürlich gut", bekennt der Sachse, "sie liegen vom Typ her etwa zwischen den DRM-Läufen in der Eifel und bei der KÜS-Saarland-Rallye. Teilweise richtig schnell, aber auch sehr selektiv". Mit Co Steffen Rothe will er natürlich auch vor der eigenen Haustüre mit einem weiteren Divisionssieg die Tabellenposition ausbauen, "und vor heimischem Publikum zu fahren, gibt natürlich einen extra Schub Motivation".


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