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Alfa 147 Cup: Poensgen: "Wie in Abrahams Schoß"

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"Meine Honda dreht mehr als 13.500 Touren, der Alfa 147 etwa 4.500" |
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| In der Pause zwischen den Moto-GP-Rennen in Südafrika und Jerez/Spanien trat Katja Poensgen (26) im Alfa 147 Cup an. Die Allgäuerin fuhr beim Saisonauftakt im Motopark Oschersleben (3./4. Mai) das VIP-Fahrzeug des Diesel-Markenpokals von Alfa Romeo. Die Honda-Pilotin in der 250-Kubikzentimeter-Weltmeisterschaft ging erst zum zweiten Mal auf vier Rädern in ein Rennen. Die Rennstrecke in der Nähe von Magdeburg kennt sie aus zahlreichen Motorradwettbewerben, darunter zwei 24-Stunden-Rennen.
Wie schwer ist die Umstellung vom Motorrad auf ein Rennauto?
Mein größtes Problem sind die Bremspunkte. Der Alfa 147 hat unheimlich gute Bremsen, man kann sehr spät in die Eisen steigen. Mit dem Motorrad muss ich viel früher bremsen – allerdings bin ich überall ungefähr 50 km/h schneller. Zum Beispiel die Zielgerade von Oschersleben. Mit dem Motorrad gilt die Regel: Unter der Zuschauerbrücke musste du aller spätestens den Anker werfen, sonst schaffst du die anschließende Linkskurve nicht. Mit dem Alfa schalte ich hier noch mal einen Gang hoch.
Mussten Sie auch Ihren Fahrstil umstellen?
Und zwar ganz gewaltig. Mit dem Motorrad muss man auf jeden Fall von den rotweißen Abweisern am Streckenrand wegbleiben, sonst haut´s dich auf den Hintern. Mit dem Auto muss man wild über die Curbs räubern, sonst kann man die Rundenzeit vergessen. Allerdings musste ich auch lernen, dass man solche Manöver mit dem Alfa 147 nur auf einer schnellen Trainingsrunde machen darf. Oft verstellt sich dabei nämlich die Spur, danach ist das Fahrverhalten alles andere als optimal. Im ersten Rennen am Samstag habe ich daran nicht gedacht – und prompt Schelte von meinen Mechanikern bekommen. Am Sonntag bin ich dann von den Curbs weggeblieben.
Wie sind Sie mit dem Dieselmotor des Alfa 147 zurecht gekommen?
Eine gewaltige Umstellung. Meine Honda dreht mehr als 13.500 Touren, der Alfa 147 etwa 4.500. Ich habe lernen müssen, dass mit einem Turbodiesel der höhere Gang oft der bessere, also schnellere ist.
Ihre Kollegen haben beobachtet, dass Sie von Anfang an sehr furchtlos ans Werk gegangen sind...
Hmm, das liegt sicher daran, dass ich mich im Auto viel sicherer fühle als auf dem Motorrad. Im Motorradsport weißt du: Wenn ich mich mit einem Konkurrenten anlege, rausfliege oder sonst irgendwas anstelle, tust du dir fast hundertprozentig weh. Im Alfa 147 habe ich mich dagegen gefühlt wie in Abrahams Schoß. Aber letztendlich wollte ich natürlich wissen, wo der Grenzbereich ist.
Was ist denn im Auto schwieriger als auf dem Motorrad?
Auf jeden Fall das Überholen. Mit dem Motorrad kann man sich durch winzig kleine Lücken durchmogeln. Im Rennauto brauchst du schon ein richtiges Loch, um überhaupt ans Überholen zu denken.
Wäre der Autorennsport was für Ihre Zukunft?
Ich kann mir nicht vorstellen, noch viele Jahre Motorrad zu fahren. Spätestens wenn ich ein Kind habe, ist Schluss mit Motorradrennen. Aber in ein Rennauto würde ich mich auch dann noch setzen.
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