Der Alfa 147 Cup, Deutschlands einzige Rennserie für Dieselfahrzeuge, bleibt abwechslungsreich: Zum Auftakt der Saison 2003 gab es im Motopark Oschersleben zwei neue Sieger. Beim ersten Rennen am Samstag setzte sich Marko Hartung (Bad Bibra) durch. Am Sonntag setzte sich Neuling Christian Hohenadel (Quierschied) durch. Bei den bisher ausgetragenen neun Rennen des Alfa 147 Cup gab es damit acht verschiedene Sieger.
Mit einem Start-Ziel-Sieg drückte Marko Hartung (Bad Bibra) dem ersten Lauf zum Alfa 147 Cup seinen Stempel auf. Der Trainingsschnellste konnte sich schon in der ersten Runde leicht vom Feld absetzen, weil sich der neben ihm aus der ersten Reihe gestartete Christof Lampert (Feldkirch/A) in der ersten Kurve ins Kiesbett drehte. "Danach bin ich jede Runde wie im Training gefahren", berichtete Hartung. "Möglichst sauber und immer auf der schnellsten Linie."
Im Rücken von Hartung lieferte sich eine Fünfer-Gruppe spannende, über die gesamte Renndistanz geführte Positionskämpfe. Wenige Meter vor dem Ziel konnte Marc Hennerici (Mayen) noch Hannes Pfledderer (Öhringen) von Rang zwei verdrängen. Der 20 Jahre alte Sprössling einer Rennfahrer-Familie sicherte sich damit den Sieg in der Junior-Wertung und legte den Grundstein für das Erreichen seines Saisonziels: "Ich will den Alfa 147 Cup gewinnen." Schnellste Dame im 32 Autos starken Feld war Katharina König (Nordhausen), die ihren 119 kW (160 PS) starken Alfa 147 1.9 JTD auf Rang zehn ins Ziel brachte. Einen Platz vor ihr kam Erwin Piro (Heusweiler) über die Linie, der Sieger der erstmals ausgeschriebenen Gentleman-Driver-Wertung (über 50 Jahre alt).
Biathlon-Star Ricco Groß (Ruhpolding) tastete sich vorsichtig an ein für ihn neues Metier heran. Der Weltmeister und Olympiasieger beendete das erste Autorennen seines Lebens auf Rang 29. Einen Platz vor dem Skijäger: Helmut Zerlett, der Bandleader der Harald Schmidt-Show. Beide gehen als regulär eingeschriebene Teilnehmer regelmäßig im Alfa 147 Cup an den Start. Ein Gastspiel im Diesel-Markenpokal von Alfa Romeo gab dagegen Katja Poensgen (Mindelbach). Die einzige Dame in der Motorrad-Weltmeisterschaft brachte das VIP-Auto des Alfa 147 Cup auf Platz 26 ins Ziel. Ihre Erkenntnis: "In einem Autorennen zu überholen ist viel schwieriger als auf dem Motorrad. Da muss man sich ja jede Position richtig erkämpfen."
Vom Start bis ins Ziel dauerte das Duell, das sich Christian Hohenadel (Quierschied) und Felix Wedam (Tuttlingen) beim zweiten Lauf zum Alfa 147 Cup im Motopark Oschersleben lieferten. Beide machten das Beste aus ihren Startpositionen in der ersten Reihe und setzten sich Runde um Runde weiter vom Feld ab. Hohenadel, der als Sechster des Samstagrennens gemäß den Regularien des Alfa 147 Cup am Sonntag auf der Pole-position stand, riss zunächst die Spitze an sich. Wedam konnte ihm zwar zwischenzeitlich die Führung entreißen, musste aber nach drei Runden Hohenadel wieder passieren lassen. "Der Umstieg von knapp 500 auf 160 PS ist mir nicht schwer gefallen", bekannte der ehemalige V8Star-Pilot.
Während Marko Hartung (Bad Bibra), der Sieger des Samstagrennens und dementsprechend von Startplatz sechs ins Rennen gegangen, sich bis auf Rang drei nach vorne arbeiten konnte, hatte Marc Hennerici (Mayen) Pech. Der Zweitplatzierte vom Samstag und schnellste Junior im insgesamt 32 Teilnehmer starken Feld, rodelte schon nach wenigen Metern durch die Wiese und fiel auf Rang 22 zurück. Mit letztem Einsatz rang er einen Konkurrenten nach dem anderen nieder und verbesserte sich bis zur Zieldurchfahrt wieder auf Position acht. "Wenigstens habe ich erneut die Junior-Wertung gewonnen", tröstete sich der Sprössling einer Rennfahrer-Familie aus der Eifel.
Den Sieg in der Damen-Wertung holte sich erneut Katharina König (Nordhausen), die mit Rang fünf auch ihren Anspruch auf eine gute Platzierung in der Gesamtwertung untermauerte. Mike Kahnt (Darmstadt) gewann als 13. die Gentleman-Driver-Kategorie (älter als 50 Jahre). In der neu eingeführten Händlerwertung übernimmt das Autohaus Beckert + Partner (Bad Bibra), der Alfa Romeo Partner von Marko Hartung, die Tabellenspitze.
Moto-GP-Pilotin Katja Poensgen (Mindelheim) brachte das VIP-Auto des Alfa 147 Cup auf Rang 23 ins Ziel. Die einzige Dame in der Motorrad-Weltmeisterschaft kam Runde für Runde besser mit dem für sie ungewohnten Alfa 147 zurecht. "Vor allem die Bremspunkte passen noch nicht", meinte die Allgäuerin. "Mit dem Alfa 147 kann man viel später bremsen als mit dem Motorrad - allerdings bin ich mit meiner 250er Honda auch überall vielleicht 50 km/h schneller."