Nach einer Durststrecke von 105 Rennen feierte Opel erstmals wieder einen Gesamtsieg im Rahmen der BFGoodrich-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Und erneut war Opel-Rennleiter Volker Strycek einer der siegreichen Piloten. Doch im Gegensatz zum 1. August 1992, als Strycek und Paul Hulverscheid mit dem Kissling-Opel Omega aus der Box nachstarteten und sich durch das Feld pflügen mussten, feierten die Rüsselsheimer dieses Mal einen souveränen Sieg. Startfahrer Christian Menzel konnte Klaus Ludwig in der Zakspeed-Viper in Schach halten und legte somit den Grundstein zum Erfolg. Bis zur Zieldurchfahrt nach 25 Runden konnten Menzel, Strycek sowie Marcel Tiemann im Phoenix-Opel Astra V8 Coupe 1.46,911 Minuten Vorsprung auf den US-Achtzylinder herausfahren. Nach zahlreichen Ausfällen wurden Wilhelm-Dieter Kern und Martin Wurst im Manthey-Porsche 996 Gesamtdritte vor dem Mercedes 190 E von Andreas und Ralf Schall, den Siegern der Gruppe H. Die Gesamtfünften Edgar Dören/Karl-Christian Lück fuhren mit ihrem Porsche 996 zum Sieg bei den Specials bis 4000 ccm. Den vierten Triumph in Folge bei den Porsche-Cup-Fahrzeugen feierten die Gesamtsechsten Paul Hulverscheid/Michael Jacobs/Bert Lambrecht mit dem Merten-Porsche 996 GT3. Hulverscheid und Lambrecht rückten somit auf den dritten Meisterschaftsrang vor.
Für einige Spitzenteams wie OPC Phoenix und Zakspeed war das Eifelrennen der letzte Test vor dem vier Wochen später stattfindenden ADAC-24-Stunden-Rennen. Für Opel war es eine gelungene Generalprobe, für Zakspeed sicher auch. Die Niederzissener überraschten vor allem mit dem Einsatz des Routiniers Klaus Ludwig. Der zeigte auf der Viper auch überzeugend, dass er in der Zeit seit seinem offiziellen Rücktritt vom Motorsport keinen Rost angesetzt hat. Sauer war der Roisdorfer nur auf das Reglement, das der Viper nur 90 Liter Tankvolumen erlaubt, ihr aber gleichzeitig 1350 Kilogramm Gewicht vorschreibt und die Beatmung ihres 8-Liter-Zehnzylinders durch Luftbegrenzer erschwert. Ludwig: „Auf der Geraden ist mir jeder Porsche weggefahren.“ Bei der Konkurrenz dagegen wird vermutet, dass man bei Zakspeed bewusst „auf hohem Niveau klagt“ und die Karten noch nicht aufgedeckt hat.
Als Test für die 24 Stunden war auch der Auftritt des Audi Abt TT-R mit den Piloten Kris Nissen, Martin Tomczyk und Karl Wendlinger zu sehen, wie der Opel ein modifiziertes DTM-Auto. Kurzfristig war Nissen sogar Spitzenreiter, als nach der achten Runde Marcel Tiemann den führenden Opel zum Routinestopp und Fahrerwechsel an die Box fuhr. Auch Klaus Ludwig in der Viper und der Duisburger Artur Deutgen im Dolate-BMW M3 waren jeweils für kurze Zeit an der Spitze, wenn beim OPC Team Phoenix ein Boxenstopp eingelegt wurde. Glühende Bremsscheiben und der damit verbundene Verlust jeglicher Bremskraft zwangen Tomczyk im Abt-Audi jedoch zu einem längeren Stopp im Bereich Pflanzgarten.
Zu den prominenten Ausfällen zählte nicht nur der vom Lüdenscheider Caspar Best sowie Sänger Smudo und Ex-DTM-Pilot Thomas von Löwis of Menar gefahrene VW Beetle TDi, der nach zahlreichen längeren Boxenstopps endgültig abgestellt wurde. Auch der BMW M3 E30 von Artur Deutgen und der BMW M3 E46 von Johannes Scheid/Mario Merten/Oliver Kainz mussten nach Motorschaden vorzeitig einpacken. Ein Unfall in Breidscheid beendete in der zwölften Runde die Fahrt des V8 Star-Jaguar von Dirk Adorf/Thomas Mutsch/Ullrich Gallade. Der sonst so zuverlässige Getrag-BMW M3 E36 von Michael Bäder/Tobias Hagenmeyer war zwei Runden zuvor mit Motorproblemen ausgefallen.
An der Tabellenspitze hat es einen Wechsel gegeben. Nach dem vierten Rennen stehen zum dritten Mal neue Namen ganz vorn. Kai Riemer und „Bugs Bunny“ gewannen zum vierten Mal die Klasse Renault Clio Cup und führen nun vor Hulverscheid und Lambrecht. Für die spannendste Entscheidung des Tages sorgten die neuen Tabellenfünften Dr. Thomas Stoltz und Andreas Motte aus Remscheid. Startfahrer „Doc Tom“ lieferte sich am Steuer des KRS-BMW M3 ein sehenswertes Duell mit Ralf Goral im Mercedes 190 2,5. Andy Motte übernahm kurz vor Halbzeit und ließ Goral enteilen. „Da Gorals Partner Dr. Krause als Schlussfahrer wesentlich langsamer ist, habe ich lieber Auto und Reifen geschont“, beschrieb Motte nach Rennende seine Taktik. Doch der Mercedes 190 2,5 Evo 1 von Rainer Brückner/Peter Brings kam mit großen Schritten näher. „Doc Tom und ich bekamen an der Box fast einen Herzinfarkt“, schilderte Teamchef Jochen Krumbach die letzten Runden. Aber Motte sollte am Ende die Führung bei den Serienwagen bis 2500 ccm verteidigen und überquerte mit 1,1 Sekunden Vorsprung die Ziellinie. Jörg Viebahn aus Engelskirchen siegte mit dem Schirra-Honda Civic Type-R zum zweiten Mal in der Gruppe N.