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2003-04-30 16:21:56 - ks
VLN: Kurt Thiim im Mühlner Volvo S60

Thiim im Volvo: "Zwei Skandinavier treffen aufeinander - endlich mal."
Prominenter Neuzugang im Volvo Team Mühlner Motorsport vor dem vierten Lauf zur Deutschen Langstrecken-Meisterschaft am Samstag auf dem Nürburgring: Der Däne Kurt Thiim, Deutscher Tourenwagen-Meister 1986, startet erstmals in einem Volvo S60.

Der Däne, den Teamchef Bernhard Mühlner am Mittwochnachmittag kurzfristig als zweiten Mann neben Heinz-Josef Bermes verpflichtete, freut sich auf seine erste Begegnung mit dem Göteborger Fünfzylinder: "Zwei Skandinavier treffen aufeinander - endlich mal." Der Publikumsliebling sagte nach Mühlners Anfrage spontan zu. "Ich kenne Bernhard schon sehr, sehr lange. Allerdings bin ich bislang noch nie in seinem Team gefahren. Man kann schon sagen, das ist eine echte Freundschaftsfahrt."

Für Thiim ist der Start beim "Eifelrennen" am Sonnabend schon der zweite Nordschleifeneinsatz mit einem Fronttriebler in diesem Jahr. "Ich bin beim letzten Langstreckenlauf mit einem Renault Clio gefahren. Aber das war nur ein Kurzeinsatz, weil ein Sponsor noch eine Aushilfe gesucht hat. Trotzdem habe ich jede Menge laufende und aktuelle Erfahrung mit Fronttrieblern - schließlich bestreite ich seit zwei Jahren die Dänische Tourenwagen-Meisterschaft, letztes Jahr mit Toyota und diese Saison mit Renault. Die Nordschleife kenne ich auch gut - das ´Eifelrennen´ ist schon mein dritter Einsatz dort in diesem Jahr."

Die 44-jährige Tourenwagen-Ikone kennt denn auch schon den Auftritt von Mühlner Motorsport in der Eifel - und weiss, dass die Mannschaft aus dem belgischen Francorchamps zu den Sieganwärtern in der Klasse SP4 gehört. "Das ganze Team ist sehr professionell, das Material steht immer in einem Top-Zustand da", fiel dem zweifachen Familienvater mit Wahlheimat Luxemburg auf. "Wenn das Auto gut eingestellt ist, dann hoffe ich, um den Klassensieg mitkämpfen zu können."

Dass der eng gesteckte Zeitplan beim "Eifelrennen" ausnahmsweise kein Freies Training am Freitag zulässt, wertet Naturliebhaber Thiim bei seiner Feuertaufe im Volvo S60 nicht als Nachteil. "Dann muß der Kollege eben das Zeittraining fahren", verteilt er schon mal die Aufgaben zwischen sich und Bermes, "und ich mich gegen Ende des Trainings ins Auto setzen, um mich einzugewöhnen."

Rechtzeitig zum großen Coup mit Dänemark haben die Techniker von Mühlner Motorsport auch die Schwierigkeiten mit der Servolenkung in den Griff gekriegt, die bei den ersten drei Rennen zweimal aufgetreten waren und zuletzt einen Ausfall des zweitplatzierten Volvo von Ulli Andree/Andy Middendorf provoziert hatten.

Teamchef Bernhard Mühlner erläutert, "dass der Gegendruck im Kopf des Lenkgetriebes, etwa beim Überfahren eines Kurbs, plötzlich so hoch wird, dass das serienmäßige Kugelventil, das nur in eine Richtung Lenkungsflüssigkeit durchlässt, aus seinem Sitz gepresst wird und sich dann drehen kann. Von der durch die Pumpe mit bis zu 70 bar geförderten Lenkungsflüssigkeit wird das Ventil dann falsch rum wieder in seinen Sitz gepresst und verschließt so völlig den Vorlauf. Die Pumpe fördert weiter und überhitzt. Da dann aber kein Druck mehr in das Lenkgetriebe gelangen kann, hat der Fahrer keine Lenkunterstützung mehr."

Mühlner schraffiert die Lösung, die ab sofort dafür sorgen soll, dass die Servolenkung nicht mehr zusammenklappt: "Ein kleiner Ring, der nun zwischen das Ventil und die Leitungsverschraubung montiert wird, sorgt dafür, dass sich das Ventil nicht mehr lösen und daher auch nicht mehr drehen kann und so dieses Problem restlos beseitigt ist."

Die Ausfallopfer Andree/Middendorf, die den zweiten Meisterschaftslauf noch gewinnen konnten, teilen sich auch am Sonnabend einen Volvo S60 in der "Grünen Hölle". Andree peilt nicht nur einen weiteren Klassensieg an - der 37-jährige Kölner hat sich für die Traditionsveranstaltung, mit der 1927 die Nordschleife eröffnet worden war, weitere Ziele gesteckt: "Das ist das erste und einzige Meisterschaftsrennen, bei dem wir die komplette Grand Prix-Strecke inklusive der Müllenbach-Schleife fahren. Deswegen ist es auch für die Vorbereitung auf das 24 Stunden-Rennen enorm wichtig. Ich möchte einige Sachen im Hinblick auf Materialschonung fürs 24 Stunden-Rennen ausprobieren - etwa beim Fahrstil oder der Gangwahl im südlichen Teil des Nürburgrings."


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