Zunächst bestimmte Norbert Moufang die an Prädikaten reich bestückte ADAC-Rallye Vogelsberg rund um Schlitz in Hessen. Der dreimalige Sieger der Rallye Challenge markierte im Opel Kadett C 2,0-16V auf den vier Freitagsprüfungen zwei Bestzeiten und durfte somit als Spitzenreiter die Samstagsprüfungen in Angriff nehmen. Beide Bestzeiten markierte Moufang im Übrigen auf dem anspruchsvollen und nicht minder berühmten Schottenring, wo die Mitsubishi-Piloten Marcus Hesse und Siegfried Steinacker zunächst das Nachsehen hatten.
Doch die acht Prüfungen der zweiten Etappe hatten für das heckgetriebenen „C-Coupe“ einfach einen zu hohen Schotteranteil. Alleine die dreimal zu fahrende Prüfung Kleba/Niederaula beinhaltete auf ihren 19,8 Kilometern rund zwanzig Prozent losen Untergrund. Und neben Hesse und Steinacker stürmte auch Carsten Alexy im Huth-Audi S2 Coupe an Moufang vorbei.
Marcus Hesse aus Hessisch-Lichtenau kam somit ungefährdet zu einem Heimsieg. Am Steuer des Mitsubishi Lancer Evo 6 markierte Hesse insgesamt sieben von zwölf möglichen WP-Bestzeiten. Steinacker lag zwar im Gassner-Mitsubishi immer in Schlagdistanz, wartete aber vergeblich auf den kleinsten Fehler seines Markenkollegen. Im Ziel trennten 22 Sekunden die beiden Gruppe N-Piloten. Dem gesamtdritten Alexy blieb als Trost der Sieg in der Gruppe H über 2000 ccm. In der Gruppe H bis 2000 ccm war Moufang ungefährdet, nachdem Uwe Kiehm im Risse-Opel Kadett 16V bereits auf der zweiten Prüfung fünf Minuten nach Problemen mit der Benzinzufuhr verlor.
Hinter dem schnellsten Zweiliter-Kit Car, dem VW Golf III von Armin Holz, sah der fantastisch fahrende Maik Steudten im Gruppe N-Citroen Saxo VTS als Gesamtsechster die Zielrampe. Mercedes-Pilot Fritz Köhler zog zwar alle Register seines Könnes, musste sich aber am Ende mit fünf Sekunden Rückstand geschlagen geben. Ganze zwei Sekunden entschieden im Kampf um den schnellsten Youngtimer im Feld der 83 gestarteten Teams. Olaf Altenheimer hatte am Ende knapp die Nase vorn vor seinem Lancia Delta-Markenkollegen Jürgen Kohlmann.
Die zahlreichen ausländischen Teams wurden nahezu allesamt von der Defekthexe gebremst. Der Niederländer Ger Haverkate strandeten schon in WP2 mit Antriebsproblemen am Seat Ibiza Kit-Car, startete am Samstag aber wieder als Vorwagen. Der Däne Michael Sörensen, im Vorjahr Gesamtzweiter (!) mit einem Peugeot 106 Maxi, markierte auf der ersten Prüfung zusammen mit Hesse eine Bestzeit und lag konstant unter den ersten fünf, bis eine Aufhängung kollabierte. Per-Gunnar Andersson aus Schweden, der zuletzt bei der Drei-Städte-Rallye die versammelte Deutsche Gruppe N-Elite gebügelt hatte, legte den von Renault Schweden eingesetzte Clio kurz vor dem Ziel der fünften Prüfung aufs Dach. Landsmann Morgan Henriksson parkte seinen Ford Escort Cosworth mit Motorschaden.
Zum absoluten Publikumsliebling avancierte Jochen Kaltenegger mit seinem serienmäßigen Mercedes-Benz 350 SLC aus den 70er Jahren. Serienfahrwerk und Gürtelreifen sorgten für atemberaubende Driftwinkel und jede Menge spektakuläre Einlagen. Auch nachdem der silberne Bolide auf der siebten Prüfung mal kurz auf dem Dach landete, ließ sich Kaltenegger nicht aus der Ruhe bringen und sah immerhin als 52. von 54 gewerteten Teams die Zielrampe.
Endergebnis nach 12 Wertungsprüfungen:
gestartet 83 Teams/gewertet 54 Teams
1. Marcus Hesse/Uwe Kunze (Mitsubishi Lancer Evo 6) 1:25:00 Stunden
2. Siegfried Steinacker/Hartmut Walch (Gassner-Mitsubishi Lancer Evo 6) + 22 Sekunden
3. Carsten Alexy/Karlheinz Knaus (Huth-Audi S2 Coupe) + 1.07 Minuten
4. Norbert Moufang/Michaela Frenzel (Opel Kadett C 2,0-16V) + 2.40 Min.
5. Armin Holz/Jörn Limbach (VW Golf Kit Car) + 5.11 Min.
6. Maik Steudten/Katrin Becker (Citroen Saxo VTS) + 5.50 Min.
7. Fritz Köhler/Petra Hägele (Mercedes-Benz 190 E 2.3) + 5.55 Min.
8. Markus Fahrner/Marcus Poschner (VW Polo GTi) + 7.52 Min.
9. Olaf Altenheimer/Jasmin Noll (Lancia Delta) + 9.05 Min.
10. Jürgen Kohlmann/Rolf Tietz (Lancia Delta) + 9.07 Min.