FIA GT: Bobbi/Biagi fahren zweiten Sieg in Folge ein
Bobbi/Biagi hatten im Ziel nur 1,384 Sekunden Vorsprung
Der Ferrari 550 Maranello bleibt in der FIA GT-Meisterschaft das Maß der Dinge: Nach dem Dreifach-Triumph beim Saison-Auftakt in Barcelona fuhren die italienischen 12-Zylinder-Boliden im französischen Magny-Cours einen Doppelsieg ein. Matteo Bobbi und sein Partner Thomas Biagi siegten nach drei Stunden Fahrzeit mit nur 1,384 Sekunden Vorsprung vor dem ebenfalls rein italienischen Duo Luca Cappellari und Fabrizio Gollin. Platz drei ging an Andrea Piccini und Jean-Denis Deletraz, die mittlerweile aber von Ferrari zu Lister gewechselt sind.
Die Rennsieger profitierten bei ihrem zweiten Saisonsieg vom Pech der Konkurrenten. Denn Christophé Bochout zog beim fliegenden Start am Trainingsschnellsten Bobbi vorbei und setzte sich mit seiner Chrysler Viper an die Spitze des Starterfeldes. Aber nach 45 Minuten musste der Titelverteidiger wegen technischer Probleme aufgeben. Jamie Campbell-Walter im Lister Storm übernahm die Führung. Der Sieg schien dem Briten sicher zu sein. Zwischenzeitlich hatten er und sein schottischer Partner Nathan Kinch einen Vorsprung von einer halben Minute herausgefahren.
Selbst Ferrari-Pilot Bobbi gab zu: „Auf trockener Strecke war der Lister schneller. Aber wir haben das Rennen nie abgehakt.“ Mit Recht, wie sich herausstellte. Die Fans in Magny-Cours erlebten echte Langstrecken-Dramatik, als kurz vor dem Ziel auch bei Campbell-Walters exotischem Sportwagen die Technik versagte und die Gegner kampflos vorbei zogen. Was für ein Pech für das britische Duo, das bereits in Barcelona aufgeben musste, weil ihr Auto durch ein herumfliegendes Karosserieteil schwer beschädigt wurde. Immerhin sahen sie diesmal das Ziel und konnten so noch wertvolle Punkte für die Meisterschaftstabelle einfahren, die Bobbi und Biagi mit je 20 Zähler souverän anführen.
Auch in der N-GT-Klasse der seriennahen Sportwagen gab es einen Ferrari-Doppelsieg: Die Briten Kelvin Burt und Darren Turner gewannen im 360 Modena vor ihren Teamkollegen Jarnie Davies und Tim Mullen. Der 22 Jahre alte deutsche Porsche-Pilot Marc Lieb, der im verregneten Zeittraining die Pole Position seiner Klasse herausfuhr, wurde zusammen mit dem Titelverteidiger Stéphane Ortelli Dritter.