„Das waren zwei harte Rennen“, kommentierte der deutsche BMW-Pilot Jörg Müller nach seinem Doppelsieg beim zweiten FIA Tourenwagen-EM-Wochenende der Saison 2003 in Magny-Cours. Die harte Gangart auf dem frisch renovierten 4,2-Kilometer-Kurs ging soweit, dass Jörg Müller im ersten Rennen auf dem Weg an die Spitze sogar seinen Teamkollegen und Namensvetter Dirk Müller von der Strecke drängte. „Es tut mir leid für Dirk. So etwas hätte eigentlich nicht passieren dürfen, aber ich glaube, wir haben beide gleichermaßen Schuld“, erklärte der spätere Rennsieger. Nachdem der eine Müller den anderen ausgeschaltet hatte, hieß das Duell an der Spitze wie so oft BMW gegen Alfa Romeo. Der von der Pole Position gestartete Nicola Larini fand aber keinen Weg vorbei am Deutschen im BMW 320i des Schnitzer-Teams und musste sich mit Platz zwei begnügen.
Obwohl die ersten Acht beim zweiten Lauf in umgekehrter Reihenfolge des Ergebnisses aus dem ersten Durchgang starten, fand das Duell Jörg Müller gegen Larini um den Sieg eine Wiederholung. Beide Piloten kämpften sich zügig nach vorne. Aber der Italiener fand wieder kein Mittel, sich am Hecktriebler seines Kontrahenten vorbei zu schieben. „Jörg war heute unglaublich schnell“, musste der Alfa-Pilot zugeben. Und der Deutsche verriet warum: „Das Team hat mir ein tolles Auto hingestellt.“ Das konnte Larini von seinem Alfa nur bedingt sagen: „Mit dem neuen sequenziellen Getriebe klappen die Starts einfach nicht. Wir müssen das unbedingt abstellen.“
Tourenwagen-Neuling Frank Diefenbacher erreichte mit seinem Seat Toledo Cupra in beiden turbulenten Rennen das Ziel. Punkte konnte der 21 Jahre alte Pforzheimer aber mit den Plätzen zwölf und zehn nicht sammeln. Dieser Achtungserfolg gelang seinem Teamkollegen Jordi Gené: Im zweiten Rennen fuhr der Spanier einen achtbaren sechsten Platz heraus und sammelte für den Tourenwagen-Debütanten Seat die ersten drei Zähler. Neuer Tabellenführer ist Doppelsieger Jörg Müller, der durch seine Erfolge bei den nächsten Rennen am 11. Mai in Pergusa auf Sizilien mit einem Handicap-Gewicht von 40 Kilo starten muss.