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2003-04-20 18:24:42 - ts
F1: Back on Top - Schumacher zurück auf der Siegerstraße

M. Schumacher siegte in San Marino
Die letzte Dienstfahrt des 2002er Ferrari endete mit einem Sieg des fünffachen Weltmeisters Michael Schumacher und einem dritten Platz von Teamkollege Rubens Barrichello - dank perfekt umgesetzter Strategie.
Trotz des bedauerlichen Todesfalles in der Schumacherfamilie - die Mutter verstarb heute Morgen im Krankenhaus - entschied sich das schnelle Brüderpaar Michael und Ralf Schumacher beim Großen Preis von San Marino im italienischen Imola für ihre Teilnahme. Ferrari-Pilot Michael Schumacher gewann den durch Strategie diktierten vierten Saisonlauf vor Kimi Räikkönen im McLaren Mercedes und Rubens Barrichello.

Den Start des bei trockenem Wetter ausgetragenen Rennens setzte Ralf Schumacher am Besten um und führte das Starterfeld als Führender in die erste Kurve, während im Mittelfeld der McLaren Mercedes Pilot David Coulthard sich auf Position 8 vorarbeiten konnte - trotz seines kurzen Ausweichmanövers in die Wiese. Aus der Box starteten Jos Verstappen, da er im gestrigen Qualifying seinen Wagen beschädigte, und Ralph Firman.
In Runde 3, die Michael Schumacher mit der schnellsten Runde absolvierte, rückte er seinem Bruder näher und versuchte die Spitzenposition zurück zu erobern. Nutznießer dieser Rennphase war der Brasilianer Rubens Barrichello, der seinen Rückstand auf die Spitzenreiter verkleinern konnte.
Nur eine Runde später setzte sich Michael Schumacher auf der Start- und Zielgerade neben seinen Bruder, konnte Ralf Schumachers leichten Fahrfehler in der Schikane vor Start und Ziel jedoch nicht in ein Überholmanöver ummünzen.
Im weiteren Verlauf suchte Michael weitere Chancen zum Überholen, doch es blieb zunächst bei der Reihenfolge an der Spitze. Aufgrund des zeitkostenden Zweikampfes der Schumacher Brüder holte Barrichello seinerseits auf Michael Schumacher immer weiter auf während Montoya in zwei Runden hintereinander die schnellsten Rennrunden markierte. Räikkönen verfolgend war Alonso in Runde 10 der schnellste Mann auf dem italienischen Kurs. Coulthard, immer noch an Position 8 liegend, konnte sich etwas von Heidfeld absetzen.

Die ersten Boxenstopps sahen die Zuschauer in der 13. Runde, als Da Matta und auch Heidfeld in die Boxengasse abbogen. Der Spitzenreiter Ralf Schumacher fuhr nur drei Runden später in die Box zum Tanken und Reifenwechseln. In Runde 17 zeigten die Anzeigetafeln Michael Schumacher mit der schnellsten Rennrunde auf dem Kurs Autodromo Enzo e Dino Ferrari.
Die nächsten Stopps der Topteams standen für Barrichello und Montoya an. Kurz danach kam auch Michael Schumacher zum geplanten Boxenstopp, Räikkönen übernahm derweil die Spitze, gefolgt von seinem Teamkollegen David Coulthard. Es deutete sich an, daß beide Silberpfeile auf einer Zweistopp-Strategie unterwegs sein würden. Bei der Ausfahrt konnte Michael sich wieder vor seinem jüngeren Brüder auf der Strecke einsortieren. Der Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen setzte sich in der Box gegen Fisichella durch.
In Runde 16 stellte der Kanadier Jacques Villeneuve in Höhe der Boxenausfahrt seinen BAR Honda wegen technischem Defekt ab. Im McLaren Mercedes Team kam Coulthard als Erster zum Nachtanken und Reifenwechseln in die Box. Auf der Strecke fand er sich anschließend an Position 6 liegend wieder. Mit einem Vorsprung von 14,3s auf Michael fuhr schließlich auch Räikkönen in die Box. Nach der Ausfahrt musste er Michael und Ralf Schumacher sowie Barrichello passieren lassen.
Die Reihenfolge zu dem Zeitpunkt: Michael Schumacher, Ralf Schumacher, Barrichello, Räikkönen, Montoya, Coulthard, Alonso und Panis. In dieser Phase des Rennens baute Michael mit bis zu einer halben Sekunde je Runde seinen Vorsprung auf seinen Bruder sukzessive aus.

Die Positionen an der Spitze stabilisierten sich und der nächste Boxenstopp stand in Runde 31 für Montoya auf dem Programm. In derselben Runde fuhr auch Heidfeld an die Box. Eine Runde später fasste sich Ralf frische Reifen und neuen Treibstoff. Somit spülten sich beide McLaren Mercedes direkt hinter die roten Renner aus Maranello nach vorne. Coulthard war als Nächster in der Box, ebenso fuhr Barrichello zu seinem zweiten Stopp. Ralf konnte Barrichello passieren. Ferrari bereitete den zweiten Stopp für die Nummer Eins vor und Michael kam zum Reifenwechseln und Nachtanken an die Box. Auf der Strecke konnte er seine Position beibehalten, Räikkönen, der zu diesem Zweitpunkt noch nicht an der Box war, musste sich mit einem Stopp weniger auf dem Konto hinter dem fünffachen Weltmeister einreihen.
Kurze Zeit später erfolgte der dritte und unplanmäßige Stopp für Montoya, dessen Tankanlage beim zweiten Stopp dem BMW Williams nicht genügend Kraftstoff zuführen konnte.
Die Überrundungen besser nutzend konnte Räikkönen seinen Rückstand auf Michael verkleinern, jedoch reichte es nicht für einen Überholversuch. McLaren bereitete Räikkönen's zweiten Boxenstopp vor. Durch den langen Stint war der rechte Vorderreifen extrem verschlissen, das Rillenprofil war kaum mehr sichtbar. Michael driftete neben der Strecke spektakulär durch die Wiese, dieser kleine Ausritt kostete lediglich 3 Zehntel Sekunden.
David Coulthard stoppte als nächster und wurde rund 3 Sekunden schneller abgefertigt als sein finnischer Teamkollege. Runden später holte sich Ralf Schumacher einen neuen Satz Reifen und weiteres Benzin. Den späten Reifenstopp konnte er jedoch nicht in eine Positionsverbesserung umsetzen, Räikkönen überholte ihn auf der Start- Zielgeraden. Knapp vor Barrichello fuhr Michael Schumacher aus der Box und ließ seinen Teamkollegen wenige Passagen später passieren, der noch nicht seinen dritten Stopp absolviert hatte. Barrichello's Stopp mißglückte, als der Wagen vorne heruntergelassen wurde, noch bevor die Radmutter fixiert war. Im weiteren Verlauf setzte sich Barrichello vor der Start- Zielschikane neben Ralf, konnte auf der ungünstigeren Linie noch nicht vorbeiziehen. In der Start- und Zielschikane bremste Ralf einen Tick zu spät und brachte Rubens in die bessere Lage. Beim Herausbeschleunigen überholte Barrichello schließlich Ralf in Höhe der Start- Ziellinie und setzte sich kontinuierlich vom BMW Williams Piloten ab. Das Triebwerk des Jordan Cosworth von Ralph Firman versagte seinen Dienst - einer von ungewöhnlich wenigen Ausfällen an diesem Tag. Nur wenige Runden später ereilte auch dem zweiten Jordan Cosworth das gleiche Schicksal. Gegen Rennende konnte Barrichello seinen Rückstand auf Räikkönen um bis zu 1s pro Runde verkürzen. Es sollte nicht für einen Positionstausch reichen.
Das schwarz/weiß karierte Tuch sah Michael Schumacher als erster, vor Kimi Räikkönen und Rubens Barrichello. Ralf Schumacher (BMW Williams) wurde Vierter und die Mönchengladbacher Nick Heidfeld und Heinz-Harald Frentzen wurden in ihren Sauber Petronas Zehnter und Elfter.

Bereits vor dem Rennen entband die FIA Ralf und Michael Schumacher von sämtlichen Pflichten zur Teilnahme an der Siegerehrung und an Interviews. Michael Schumacher bewies unter diesen schwierigen Umständen Größe und Charakterstärke und fand sich mit Trauerflor am rechten Arm bekleidet dennoch bei der Siegerehrung ein. Viele tausend Tifosi sahen einen traurigen Sieger, der Verzicht auf die obligatorische Sektdusche wurde verständnisvoll aufgenommen.

Stimmen nach dem Rennen:
Ross Brawn: Das Team hat brillant gearbeitet, wir hatten ein leichtes Problem mit der Tankanlage. Michael hat gezeigt, dass er ein richtig harter und zäher Kerl ist. Das Überholmanöver von Barrichello war sensationell. Beide Fahrer waren phantastisch.

Rubens Barrichello (3.): "Ich bin schon zufrieden mit meinem Rennen. Der Sport macht mir sehr viel Spaß. Beim Boxenstopp war vorne links ein Problem mit dem Reifen. Es ist schade, es hätte besser laufen können. Es wird hoffentlich ein gutes Rennen mit dem neuen Auto."

Kimi Räikkönen (2.): "Es ist ein tolles Gefühl. Es ist wichtig, dass du viele Punkte machst. Wir versuchen natürlich alles, aber es wird schwierig werden mit dem alten Auto, bis wir das neue bekommen. Es wäre schön, das neue zu bekommen, aber es muss zunächst einmal zuverlässig werden und schneller sein als das alte."

Nick Heidfeld (10.): "Es war einfach nicht mehr drin. Wir haben uns für den Dreistopp entschieden. Am Anfang wurde ich etwas aufgehalten. Wir wussten schon vorher, dass die Gefahr beim Dreistopp größer ist aufgehalten zu werden, aber wie es beim Zweistopp gewesen wäre, müssen wir erst versuchen zu analysieren."

Heinz-Harald Frentzen (11.): "Wir haben heute unser Bestes gegeben, es hat nicht zu mehr gereicht. Ganz auf unsere Standfestigkeit können wir nicht mehr setzen, es sind weniger ausgefallen als noch im Vorjahr. Wir müssen unser Auto weiterentwickeln."


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